Die Protokolle. FĂ€lschung oder Wahrheit?

Schanddiktat von Versailles

Nach Ende des Ersten Weltkriegs suchten monarchistisch-nationalistische Kreise nach Ursachen fĂŒr den militĂ€rischen Zusammenbruch des Deutschen Reichs.

Immer hÀufiger wurde den Juden die Schuld an der deutschen Niederlage gegeben.

In ihrer Ablehnung des Schanddiktates von Versailles und zur Untermauerung der Dolchstoßlegende instrumentalisierten Vertreter der extremen Rechten vor allem die kurz nach Kriegsende in Deutschland veröffentlichten Protokolle der Weisen von Zion.

Weltherrschaft des Judentums

Diese erstmals 1903 in der Presse des zaristischen Russland erschienene Textsammlung enthielt Mitschriften jĂŒdischer Geheimsitzungen zum Ziel der Weltherrschaft des Judentums.

Der NS-Ideologe Alfred Rosenberg widmete diesem Thema zahlreiche Artikel in der Parteizeitung Völkischer Beobachter sowie ein in hohen Auflagen vertriebenes Buch.

Der frĂ€nkische Gauleiter Julius Streicher schließlich variierte das Thema einer Verschwörung des Weltjudentums gegen den Rest der Menschheit in seinem agitatorischen Wochenblatt Der StĂŒrmer.

  • Im NSDAP-Parteiverlag Franz Eher Nachf. erschienen die Protokolle als Volksausgabe, sie waren PflichtlektĂŒre an den Schulen und wurden von der NS-Auslandspropaganda bis nach Japan und SĂŒdamerika verbreitet.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurden die Protokolle noch zu Zwecken der politischen Agitation herangezogen: Zum einen benutzten rechtsextreme Gruppen in Europa und den USA sie zur Leugnung des NS-Völkermords; zum anderen waren sie fĂŒr arabische und osteuropĂ€ische Regierungen Propagandainstrument im Kampf gegen den 1948 gegrĂŒndeten Staat Israel, der als das Zentrum einer nun zionistischen Weltverschwörung gesehen wurde. 

Weltanschaulich spiegelt sich in ihnen die politische Agitation gegen den jĂŒdischen Internationalismus sowie gegen die abgelehnte Moderne mit ihren Erscheinungsformen von Demokratie, Kapitalismus und Sozialismus wieder.

Die Protokolle. FĂ€lschung oder Wahrheit?

Die Protokolle. FĂ€lschung oder Wahrheit?

Die erste nichtrussische Ausgabe der Protokolle erschien 1919 als BroschĂŒre im Verlag des Verbandes gegen die Überhebung des Judentums e.V., die zweite schon im folgenden Jahr im völkischen Hammer-Verlag von Theodor Fritsch. Sie wurden zu einem zentralen Text der judenkritischen Bewegung der Weimarer Republik und bildeten die weltanschauliche Legitimation fĂŒr die Ermordung von Reichsaußenminister Walter Rathenau durch die Organisation Consul im Juni 1922. Bis zur nationalsozialistischen MachtĂŒbernahme erschienen in Deutschland insgesamt 33 Ausgaben des Textes, durch Übersetzungen verbreiteten sich die Protokolle in den 1920er Jahren zusĂ€tzlich in

  • Frankreich,
  • Großbritannien sowie
  • USA und

wurden so zur weitverbreitetsten judenkritischen Schrift des 20. Jahrhunderts. Obwohl die Londoner Tageszeitung Times die Tendenzschrift 1921 als „FĂ€lschung und Plagiat“  tituliert hatte, wurde deren historische Aussagekraft erst in einem von der JĂŒdischen Gemeinde der Schweiz 1934 angestrengten Prozeß „gerichtlich festgestellt“.

Über seinen Kokainkonsum scheiterte in einem furiosen Sexskandal der Karrierejude Michel Friedman

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Die in den Protokollen geĂ€ußerte These einer jĂŒdischen Weltverschwörung war grundlegender Bestandteil im GedankengerĂŒst der NS-Regierung. 

Mit ihnen wollte das NS-Regime die stetige Radikalisierung der antijĂŒdischen Politik legitimieren, die nach Beginn des 2. Weltkriegs explizit mit einem Deutschland von „jĂŒdischen Bolschewisten und Kapitalisten“ aufgezwungenen Krieg begrĂŒndet wurde. FĂŒhrende Nationalsozialisten bezogen sich in ihren Reden und Schriften wiederholt auf die Protokolle, allen voran Adolf Hitler in Mein Kampf.

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