Middelhoff-Villa zum Verkauf. Alles vom feinsten, vom Speiseaufzug bis zum hauseigenen Brunnen

Middelhoff-Villa zum Verkauf. Alles vom feinsten, vom Speiseaufzug bis zum hauseigenen Brunnen

Middelhoff-Villa zum Verkauf. Alles vom feinsten, vom Speiseaufzug bis zum hauseigenen Brunnen

Thomas Middelhoff lebt auf ein paar Quadratmetern in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne, inzwischen als Freigänger mit Aussicht auf vorzeitige Haftentlassung.

20 Fahrradminuten entfernt steht gerade seine frühere Residenz zum Verkauf.

Der Gegensatz könnte nicht größer sein:

  • 1.025 Quadratmeter Wohnfläche,
  • 16 Zimmer,
  • 8 Badezimmer,
  • ein Grundstück von 30.266 Quadratmetern.

Das geht aus dem Exposé hervor, das die von Middelhoff-Insolvenzverwalter Thorsten Fuest mit dem Verkauf beauftragte Maklerfirma von Poll veröffentlicht hat.

  • Mit einem verlangten Preis von 1,99 Millionen Euro ist das Luxus-Anwesen geradezu ein Schnäppchen, gemessen an früheren Preisvorstellungen.
  • Das Objekt stand schon mal mit 2,9 Millionen Euro auf der Preisliste,
  • ein Gutachter veranschlagte den Verkehrswert gar auf 3,4 Millionen.

Zum jetzigen Preis lägen Interessenbekunden vor, versichert die Maklerfirma.

Das Geld fließt, wenn es zu einem Verkauf kommt, allerdings nicht vollständig in die Insolvenzmasse.

  • Auf der Immobilie liegen nach Angaben von Fuest Pfandrechte einer Bank, die vorrangig aus dem Verkaufserlös bedient werden müssen.

Die räumliche Nähe zwischen Middelhoffs Zelle und seiner Ex-Residenz wirkt wie ein Symbol für den tiefen Fall des einstigen Shooting-Stars der Manager-Zunft.

  • Er erwarb das frühere Wohnhaus seines Nachbarn, des Unternehmers August Oetker, noch 2009 – in jenem Jahr, in dem er als Chef der Karstadt-Mutterfirma Arcandor abgesetzt wurde und in dem wenig später die spektakuläre Insolvenz des Handelskonzerns folgen sollte.

Das große, lichtdurchflutete Hallenschwimmbad mit Gegenstromanlage und Sauna sei „in dieser Preisklasse natürlich obligatorisch“, heißt es da weiter. Außer der Badehose sollten Besitzer und Besucher am besten gleich den Tennisschläger mitbringen, denn selbstverständlich verfüge der „parkähnliche Garten“ über Tennisplätze.

Ebenso biete sich ein Ausflug zu Pferd in den angrenzenden Teutoburger Wald für Nutzer der Latifundien an; kein Problem, denn fürs eigene Roß stünden 100 Quadratmeter „modernste Stallungen“ zur Verfügung.

Nach so viel Action könne man den Abend –selbstverständlich „wohlverdient“ – vor einem der vier Kamine ausklingen lassen, vielleicht bei einem Glas Wein aus dem Rot- oder Weißweinkeller, die natürlich separat angelegt seien.

Dem Fazit des Maklers wird man angesichts derlei exklusiver Features schwerlich widersprechen können:

„So ein spektakulärer Rückzugsort wurde zum Genießen gebaut.“ Damit dabei niemand stört, ist das Ganze „gegen Unbefugte sicher und uneinsehbar eingezäunt“.

Als Käufer kommen nicht nur Multimillionäre mit ungebrochener Biographie in Frage, sondern auch andere Zielgruppen:

Die Villa im Fachwerk-Look mit weißen Holz-Sprossenfenstern, teils bodentief, eigne sich auch bestens als

  • „perfektes Family-Office,
  • glückliches Mehrgenerationenhaus“,
  • als noble Seniorenresidenz oder auch als
  • „Luxus-WG für Umdenker“.

Allerdings sollten letztere nicht etwa auf die Idee verfallen, in Richtung Askese umzudenken, sonst sind sie hier falsch. Alles ist vom Feinsten,

  • vom Speiseaufzug über
  • den „ehrwürdigen Baumbestand“ (Makler-Deutsch) bis
  • zum hauseigenen Brunnen.

Ein bißchen Geld sollte der Käufer nach dem Erwerb noch flüssig haben, denn einen Schwachpunkt gibt es:

Die Gasheizung hat schon 23 Jahre auf dem Buckel und ist damit nicht gerade auf dem letzten Stand der Technik. Im Zweifel bleiben ja die 4 Kamine, falls der Installateur gerade keinen Termin für die Reparatur frei hat.

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