Daniela Rothgang: Pizzabote bekommt kein Trinkgeld – und hinterläßt einen haßerfüllten Drohbrief

In the letter, the delivery man threatened to rob her if she didn't tip him next time he delivered to her

Von Daniela Rothgang

Trinkgeld ist in Amerika mehr als nur eine nette Geste – es ist quasi Pflicht.

Lauren Ledford (pictured) found a threatening letter from a disgruntled delivery man on her doorstep in Redondo Beach, California, on Thursday, about a week after she had a pizza delivered through the on-demand delivery app Postmates

Lauren Ledford (pictured) found a threatening letter from a disgruntled delivery man on her doorstep in Redondo Beach, California, on Thursday, about a week after she had a pizza delivered through the on-demand delivery app Postmates

Was passieren kann, wenn man die paar Extra-Dollar trotzdem einmal vergißt, mußte Lauren Ledford nun am eigenen Leib erfahren. Sie hatte einen besonders wutentbrannten Lieferanten erwischt.

Jeder hat wohl schon einmal Pizza nach Hause bestellt und beim Bezahlen kein Trinkgeld gegeben. Mal vergißt man es schlichtweg, mal fehlt das nötige Kleingeld. Das ist besonders ärgerlich für den Lieferanten, der sich bei Wind und Wetter durch die Straßen kämpft und womöglich das Essen auch noch einige Stockwerke hochschleppen muß.

The driver also made derogatory comments about Jews and talked about male and female body parts (pictured)

Beim Trinkgeld hört der Spaß auf

  • Während Trinkgeld in Deutschland bis heute nur als „nette Geste“ gilt,
  • ist das kleine Extra in den USA quasi Pflicht.
  • Mindestens 15 % sollte man als „Tip“ geben – das gilt besonders für die Gastronomiebranche, in der es für Kellner und Co. wegen geringen Stundenlöhnen einen Großteil des Verdienstes ausmacht.

Selbst in Amerika kommt es allerdings vor, daß das Trinkgeld ausgelassen wird – so ist es Lauren Ledford aus Los Angeles passiert. Sie hat Pizza bestellt und ging davon aus, daß das Trinkgeld in der Liefergebühr bereits inbegriffen sei. Deshalb schickte sie den Lieferanten ohne Zuzahlung weg.

Gib dem Pizzaboten immer Trinkgeld. Immer.

Doch hätte die junge Amerikanerin gewußt, was sie damit anrichtet, hätte sie dem Lieferanten sicherlich ein paar Dollar in die Hand gedrückt.

  • Knapp eine Woche nach ihrer Bestellung erhielt Ledford einen vierseitigen, handgeschriebenen Brief voller Anfeindungen, Beschimpfungen und sogar Raub-Drohungen – vom Pizzaboy!

Er wirft ihr in dem Brief vor, ihm 4 Dollar Trinkgeld vorenthalten zu haben.

  • Geld, das er dringend benötige, um Drogen zu kaufen und weiter so high zu sein,
  • wie er zu dem Zeitpunkt war, als er den Wutbrief geschrieben hat.

„Vielleicht raube ich dich nächstes Mal aus“

Ledford teilte Auszüge des Briefs auf Facebook, um die Community darauf aufmerksam zu machen, wie gefährlich es sein kann, über den Kurierdienst Postmate, von dem der Lieferant gesendet worden war, zu bestellen.

Denn im Brief bleibt es nicht bei Vorwürfen: „Bitte gib deinem Lieferfahrer beim nächsten Mal Trinkgeld. Und wenn ich es beim nächsten Mal wieder sein sollte und du wieder kein Trinkgeld gibst, werde ich dich womöglich ausrauben. Nur ein Spaß – oder doch nicht. Riskiere es lieber nicht. Wer weiß, wozu ein wütender Lieferfahrer, der sich an dem Tag kein Essen leisten kann, so fähig ist.“

Außerdem schreibt der Pizzabote erschütternd degradierend über den weiblichen Körper.

  • Er behauptet beispielsweise, er würde einfach seinen Busen und Po zeigen und schütteln, wenn er eine Frau wäre – so würde er immer bekommen, was er wolle.

Frau geht wegen Drohbrief auch zur Polizei

Voller Angst, früher oder später ausgeraubt zu werden, wandte sich Ledford natürlich nicht nur an die Facebook-Gemeinde, sondern auch an die Polizei und sogar den Kurierdienst selbst. Doch dieser brauchte – ihrer Aussage zufolge – ganze 24 Stunden, um auf den extremen Vorfall zu reagieren.

In einem weiteren Facebook-Post erklärte die Frau dann, dem Fahrer sei zwar gekündigt worden, seinen vollen Namen wolle das Unternehmen allerdings nicht verraten.

Die Angst wächst jetzt noch mehr

Für Ledford eine schreckliche Situation, denn nun ist der namenlose Fahrer arbeitslos, kennt ihre Adresse und sie kann nicht einmal eine einstweilige Verfügung gegen ihn beantragen.

Bleibt zu hoffen, daß die Polizei von Redondo Beach trotz allem gegen den Fahrer und den Kurierdienst vorgehen kann und und das Ganze nicht als lustige Polizeimeldung abtut. Eines ist sicher: Trinkgeld wird Ledford beim nächsten Mal sicherlich nicht mehr vergessen.

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