Neue Studie: Höllische Hitze, Unwetter, Tote – wir sind Opfer des Extremwetters

Im kalifornsichen Death Vally, dem „Tal des Todes“, wurde im Juli ein Hitzerekord aufgestellt: Durchschnittlich lagen die Temperaturen bei 41,9 Grad Celsius. So heiß war es noch nie zuvor. Auch in Europa ist es so warm wie nie: Kroatien stöhnt über eine lange Hitzewelle. Am Freitag wurden 42 Grad gemessen. In vielen Ländern purzelten die Hitzerekorde reihenweise. In Kroatien erreichte der Stromverbrauch wegen der vielen Klimaanlagen im Hochbetrieb einen Allzeitrekord. „Kroatische Hölle“, titelte die Zeitung „Jutarnji list“ in Zagreb.

In Bosnien-Herzegowina riefen die Behören bereits den vierten Tag in Folge die rote Wetteralarmstufe aus – bei 42 Grad. Das ist so heiß, dass man Eier auf Straßenasphalt und Motorhauben von Autos brutzeln kann. In Albanien und Korsika kämpfen Feuerwehrleute und Löschflugzeuge gegen Waldbrände. Auch auf des Deutschen liebster Urlaubsinsel steigt das Thermometer nach Angaben der Meteorologen auf bis zu 39 Grad. Die Hitze sei „kaum auszuhalten“, klagte die „Mallorca Zeitung“. Ein Ende der Hitzewelle ist nicht in Sicht. In Italien rief das Gesundheitsministerium erneut für Städte die höchste Warnstufe aus: das gelte für Rom, Neapel, Venedig und Florenz. In der Region Kampanien bei Neapel liegen die gefühlten Temperaturen bei mehr als 50 Grad.

Hitze in Südeuropa, kalte, nasse Luft in Deutschland 

Forscher warnen währenddessen vor den Folgen von Hitzewellen. In einer Studie, die in der Zeitschrift „The Lance Planetary Health“ veröffentlicht wurde, gehen Wissenschaftler davon aus, dass Hitzewellen bis zum Ende des Jahrhunderts fünfzig Mal mehr Todesopfer fordern könnten als heute. Besonders zu leiden hätten die Europäer im Jahr 2100 – vor allem wegen der heißen Temperaturen. Sieht man sich diese derzeit an, könnte an der Prognose mehr als nur etwas dran sein. Würde die globale Erwärmung nicht stärker bekämpft, könnten bis Ende des Jahrhunderts jährlich „rund 350 Millionen Europäer schädlichen Klimaextremen“ ausgesetzt seien, schreiben die Forscher.

Wissenschaftler der Universität Seoul warnten indes, die Ergebnisse der Studie könnten „überbewertet“ werden. Schließlich sei der Mensch anpassungsfähig. Denkbar seien auch Fortschritte in der Medizintechnik, der Klimatisierung und der Wärmeisolierung von Häusern.

Und wie sieht es in Deutschland aus? Hier ist der Sommer auf „Sparflamme“. Zwar ist’s im Süden Deutschlands noch heiß, das ändert sich aber bereits am Samstag. Die Luft kühlt sich ab. Vor allem in den nördlichen und mittleren Landesteilen stellt sich eine „fiese Mischung aus vielen Wolken, wiederholt auftretenden Schauern, kurzen Gewittern und recht kühlen Temperaturen ein“, sagt Adrian Leyser von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Hinzu kommt als Folge länger anhaltenden Regens ein Temperatursturz von rund zehn Grad. Es bleibt unbeständig – während in anderen Teilen Europas eine schier unerträgliche Hitze herrscht.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: