Hitlers erster Nazi. 500 Jahre Judenhaß mit Mönch und Nonnenliebhaber Dr. Martin Ficker

Das Jubiläum wird im Lutherjahr überall im Land gefeiert, Kirchen, Länder und Gemeinden organisieren zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen in Erinnerung an Luthers Erbe.

2017 jährt sich die Reformation zum 500. Mal. Am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther seine 95 Thesen an das Tor der Schlosskirche in Wittenberg geschlagen haben, in denen er Mißstände in der Kirche anprangerte und deren Erneuerung einforderte.

Dr. Martin Luther: Von den Juden und ihren Lügen von 1543

Der Thesenanschlag gilt als Auftakt der Reformation, die in ihren Auswirkungen auf Politik, Religion, Kultur und Gesellschaft bis heute von weltgeschichtlicher Bedeutung ist. Das Jubiläum wird im Lutherjahr überall im Land gefeiert, Kirchen, Länder und Gemeinden organisieren zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen in Erinnerung an Luthers Erbe.

500 Jahre Reformation vom 31. Oktober 1517 – Folgen und Auswirkungen

500 Jahre Reformation, ein Ex-US-Präsident als Stargast und eine Herausforderung für die Sicherheitskräfte: Am Mittwoch beginnt in Berlin der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag.

Luthers „Von den Juden und ihren Lügen“

BERLIN. (hpd) Vor fast 500 Jahren, am 31. Oktober 1517 schlug Luther der Legende nach seine 95 Thesen gegen den Mißbrauch des Ablasshandels an die Tür der Schloßkirche zu Wittenberg und leitete damit letztlich die Spaltung der Kirche ein. Im Jahr 2017 feiert die Lutherstadt Wittenberg das Reformationsjubiläum mit vielen vorauseilenden kirchlichen und kulturellen Veranstaltungen. Die Feierlichkeiten gelten der theologischen, kulturgeschichtlichen und politischen Würdigung ihres großen Sohnes. Ob Luthers dunkle Seiten anlässlich der geplanten Jubelfeierlichkeiten zur Sprache kommen werden?

Sicherlich wird zu Recht Luthers kulturgeschichtliche Bedeutung, die durch Bibelübersetzung und große innerkirchliche Veränderung gekennzeichnet wird, gewürdigt. Seine antijüdischen Schriften und die frauenfeindlichen und sonstigen menschenverachtenden Äußerungen der letzten fünfzehn Jahre seines Lebens wurden aber bisher in Rundfunk, Fernsehen, Film und Zeitungen geradezu systematisch verschwiegen.

Bezeichnend für diese einseitige Sicht war der von kirchlichen Kreisen initiierte und geförderte Film „Luther“. Es handelte sich dabei schlicht um einen Propagandafilm.

  • Luthers dezidierter Antisemitismus,
  • seine Frauenfeindlichkeit,
  • sein Abscheu gegenüber mißgebildeten Kindern, die er zu töten empfahl,
  • seine Menschenverachtung, wie sie sich zum Beispiel gegenüber den damals aufständischen Bauern äußerte, wurden mit keiner Silbe erwähnt.
Datei:Bundesarchiv Bild 102-15234, Berlin, Luthertag.jpg

Die große Feier des Luthertages im Lustgarten in Berlin!
Bischof Hossenfelder hält die Ansprache auf der Rampe des Berliner Schlosses im Lustgarten.

19.11.1933

Ob Luthers dunkle Seiten anläßlich der geplanten Jubelfeierlichkeiten zur Sprache kommen werden? Seine judenfeindliche Haltung jedenfalls bildet eine schwere Hypothek.

In interessierten Kreisen ist Luthers Antisemitismus nicht unbekannt, breiten Kreisen der Bevölkerung, die hier in großer Ahnungslosigkeit einem Mann huldigt, fehlt es an diesen Informationen.

Können wir mal ein frohes Auschwitz-Fest und den Holocaust feiern? – Tatsächlich erfand Dr. Martin Luther die industrielle Abschlachtung von 6 Millionen Juden, was dann als FAKE 45 den Nazis in die Schuhe geschoben wurde…

Luthers Antisemitismus kommt ausführlich und besonders deutlich in seinem etwa 150-seitigen Buch Von den Jüden und iren Lügen, um das es hier geht, zum Ausdruck.

Man wird diese Schrift in öffentlichen Bibliotheken kaum finden. Sie wäre auf Grund Luthers Sprache für uns schwer verständlich. Von daher ist die Arbeit der Herausgeber Büchner, Kammermeier, Schlotz und Zwilling sehr anzuerkennen, die eine Übertragung in heutiges Deutsch vorgenommen haben. Der Aufbau des Buches und die Anordnung der Texte erfolgten sehr überlegt und leserfreundlich, indem dem linksseitig angeordneten Originaltext die Übersetzung in verständlichem Deutsch rechtsseitig gegenübergestellt wurde. Sehr hilfreich zum Verständnis sind das Glossar und die erklärenden Anmerkungen. Diese helfen, den Luther-Text auch in seinen theologischen Zusammenhängen zu verstehen und zu deuten.

Wer diesen Text zum ersten Mal liest, dem wird der Atem stocken.

Luther empfiehlt hier u.a. detailliert, was das nationalsozialistische Regime fünfhundert Jahre später tatsächlich ausführte.


Luther will seinen „treuen Rath“ geben und schlägt gegen die „verbösten“ und „vergifteten“ Juden vor,

  • „daß man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke“,
  • „daß man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre“,
  • „daß man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein und Talmudisten“,
  • „daß man ihren Rabbinen bei Leib und Leben verbiete, hinfort zu lehren“,
  • „daß man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe“,
  • „daß man ihnen den Wucher verbiete, … und nehme ihnen alle Baarschaft und Kleinod an Silber und Gold“,
  • schließlich „daß man den jungen starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel und lasse sie ihr Brod verdienen im Schweiß der Nasen“.

Kann man heute noch einen Menschen feiern und verehren, der die hier zitierten – neben vielen anderen, höchst fragwürdigen – Äußerungen von sich gab?

Nicht ohne Grund stand Luther bei Hitler in hohem Ansehen.

Nach unserem heutigen Verständnis würde Luther heute als Theologe und Politiker gesellschaftlich geächtet und als Volksverhetzer angeklagt werden.

Aus dem Buchtext wird deutlich, wie eng sich Luther an den Bibeltexten orientierte, heute würde man seine Interpretationen wohl als kreationistisch bezeichnen. Auch spricht er immer wieder ohne den geringsten Zweifel von den vielen Wundern, die Jesus vollbracht habe. Sein ganzes gottergebenes, bibeltreues Denken offenbart sich hier. Ich denke, dass es für die interessierte Öffentlichkeit, die ja nicht nur aus Theologen besteht, wichtig ist zu erfahren, was und wie dieser Mann wirklich gedacht hat. Seine Verachtung und sein Hass auf die Juden ist geradezu krankhaft zu nennen. Um seinen Abscheu diesen Menschen gegenüber noch zusätzlich zum Ausdruck zu bringen, lässt er keine noch so verächtliche Bezeichnung aus.

 

Propagandaministerium des Zentralrats der Juden noch in Deutschland. Denn die Reformierten wollen Auschwitz für alle Juden.

Zu dem fünftägigen Glaubensfest unter dem Motto «Du siehst mich» erwarten die Veranstalter 140 000 Dauerteilnehmer sowie zusätzlich mehrere 10 000 Tagesbesucher.

2500 Veranstaltungen stehen auf dem Programm, darunter Gottesdienste, Bibelarbeiten, Diskussionsrunden mit Politikern, Vorträge, Konzerte und Ausstellungen. Zum Abschluss fahren am Sonntag viele Gläubige in das 100 Kilometer entfernte Wittenberg, um einen gigantischen Gottesdienst zu feiern.

Prediger des Judenhasses: „Immer wieder geht von Berlin der Judenhaß aus!“

Eröffnet wird das Treffen zum Reformationsjubiläum am Mittwochabend gleich mit drei Gottesdiensten vor dem Reichstag, dem Brandenburger Tor und auf dem Gendarmenmarkt. Anschließend steigt ein Straßenfest.

Am Donnerstag (11.00 Uhr) gibt es auf der Straße des 17. Juni vor dem Brandenburger Tor eine besondere «Fanmeile»: Der frühere US-Präsident Barack Obama diskutiert mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über das Thema «Engagiert Demokratie gestalten». Bis zu 80 000 Zuschauer können die Debatte, die live im Fernsehen übertragen wird, vor Ort mitverfolgen. Direkt im Anschluss fliegt Merkel nach Brüssel, um beim Nato-Gipfel Obamas Nachfolger Donald Trump zu treffen.

Kirchentag 2017. Wir fahren vom 24. Mai bis zum 28. Mai zum Kirchentag nach Berlin

Kirchentag 2017
Posted on 5. Januar 2017 by Helma
Wir fahren vom 24. Mai bis zum 28. Mai zum Kirchentag nach Berlin. Dieser Kirchentag wird bunter und aufregender als je ein Kirchentag war, denn wir feiern auch 500 Jahre Reformation. Alle Informationen findet ihr unter kirchentag.de und die Anmeldungen findet ihr in unserem Downloadbereich!

Die Einbindung Wittenbergs in den Kirchentag war der Kirche deshalb wichtig, weil Martin Luther (1483-1546) hier der Überlieferung nach am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel veröffentlichte. Er gab so den Anstoß für die Reformation, die in eine Spaltung der Kirche mündete.

Von den

Juden

und ihren

Lügen.

von

D. Martin Luther

Erstmals gedruckt zu Wittenberg.
Durch Hans Lufft.

M.D.XLIII.

Gescannt von cOyOte.

A

lies ängstliche Seufzen und Sehnen und
Hoffen ihres Herzens geht dahin, daß sie
einmal mit uns Heiden umgehen könnten,
wie sie zur Zeit Esthers in Persien mit den Heiden
umgingen. O wie lieb haben sie das Buch Esther, das so
fein zu ihrer blutdürstigen, rachgierigen, mörderischen
Begier und Hoffnung stimmt! Kein blutdürstigeres und
rachgierigeres Volk hat die Sonne je beschienen, als die
sich dünken lassen, sie seien darum Gottes, daß sie sollen
und müssen die Heiden morden und würgen. Und es ist
auch das vornehmste Stück, das sie von ihrem Messias
erwarten, er solle die ganze Welt durch ihr Schwert
ermorden und umbringen. Wie sie denn im Anfang an uns
Christen in aller Welt wohl erwiesen und noch gerne täten,
wenn sie es könnten, habens auch oft versucht und darüber
auf die Schnauze weidlich geschlagen worden sind.

Sie haben solchen giftigen Haß wider die Gojim
von Jugend auf von ihren Eltern und Rabbinern
eingesoffen und saufen ihn noch ohne Unterlaß in sich,
daß es ihnen durch Blut und Fleisch, durch Mark und Bein
gegangen, ganz und gar Natur und Leben geworden ist.
Und so wenig sie Fleisch und Blut, Mark und Bein ändern
können, so wenig können sie solchen Stolz und Neid

ändern, sie müssen so bleiben und verderben, wenn Gott
nicht besondere hohe Wunder tut.

WoUen am Ende auch ihre Lügen wider die
Personen sehen, welche doch die Lehre weder ärger noch
besser machen, sie seien fromm oder böse. Nämlich was
Sie von der Person unsers Herrn, von seiner lieben Mutter
und von uns und allen Christen lügen. Das sind solche
Lügen, wenn der Teufel der Lehre nichts anhaben kann, so
legt er sich wider die Person, lügt, schmäht, flucht und
tobt wider sie. Gleich wie der Papisten Beelzebub mir tat:
da er meinem Evangelium nicht widerstehen konnte,
schrieb er, ich hätte den Teufel, wäre ein Wechselbalg,
meine liebe Mutter eine Bademagd, flugs da er das
geschrieben hatte, ward mein Evangelium zunichte und
hatten die Papisten gewonnen. Also mußte Johannes der
Täufer und Christus selbst den Teufel haben und Samariter
heißen, flugs darauf ward Johannes‘ und Christus‘ Lehre
unrecht und der Pharisäer Lehre recht, so ists allen
Propheten ergangen. Neulich jetzt auch, als der Meuchel-
mordbrenner von Wolfenbüttel, der heiligen römischen
Kirche nach dem Kardinal zu Mainz einziges Heiligtum
und Kleinod, die Person des Kurfürsten zu Sachsen und
des Landgrafen zu Hessen aufs schändlichste geschmäht
und geschändet hatte, da waren sie flugs beide verloren, er
aber, der heilige Mann, König über alle Könige, ward mit
Rautenkranz und Gold gekrönt, so schwer, daß ers nicht
ertragen konnte und fliehen mußte.

Darum, wer eine böse Sache gewinnen will, der
tue auch so, wie die losen Zungendrescher vor Gericht tun,
wenn sie die Silbersucht und das Guldenfieber befällt,
schelte und lüge getrost auf die Person, welche die Sache
gewonnen hat. Wie jene Mutter ihr Kind lehrte: kannst du

nicht gewinnen, so trag Hader ein. Das heißen solche
Lügen, wo der Lügner nicht in der Hauptsache wähnt noch
irrt (wie in Glaubenssachen auch geschieht), sondern
selbst wohl weiß, daß er wider die Person lügt und lügen
will, auch nicht, weder mit Schein noch mit Wahrheit, zu
beweisen gedenkt, wie er auch nicht kann.

So tuns die Juden in diesem Falle auch, getrost
schelten sie, lügen und fluchen der Person, wider ihr
eigenes Gewissen, damit haben sie die Sache längst
gewonnen, so daß sie Gott hat erhören müssen, sitzen zu
Jerusalem in einer goldenen Stadt, nun wohl 1500 Jahre,
wie wir vor Augen sehen, sind Herren der Welt, laufen
alle Heiden zu mit ihrem Hemd, Röcken, Hosen und
Schuhen, lassen sich würgen von den edlen Fürsten und
Herrn von Israel, geben ihnen Land und Leute und alles,
was sie haben, wie sie den Gojim fluchen, speien und
maledeien.

Und wenn sie nicht so schändlich lögen, fluchten,
Spelten, lästerten, schmähten die Personen, kannst du
denken, so hätte sie Gott nicht erhört, und sie hatten ihre
Sache längst verloren, dürften nicht zu Jerusalem Herrn
sein, sondern in der Welt zerstreut sein, Jerusalem nicht
sehen, sich mit Lügen, Trügen, Stehlen, Rauben, Wuchern
und allerlei Untugend unter den verfluchten Gojim nähren.
Solch gewaltig Ding ists, wenn einer der Person fluchen
kann, nachdem die Sache verloren ist. Darum laß dir der
Juden Exempel nicht ein schlecht Ding sein, wenn du eine
böse Sache hast. Sie sind die edlen Fürsten von Israel, die
alles vermögen, wenn sie die Sache verloren haben, und
den Gojim mehr fluchen können.

Darum wisse du, lieber Christ, und zweifle nicht
daran, daß du nächst dem Teufel keinen bittereren.

giftigeren, heftigeren Feind hast als einen rechten Juden,
der mit Ernst ein Jude sein will. Es mögen wohl unter
ihnen sein, die da glauben, was die Kühe oder Gänse
glauben, doch hängt ihnen allen das Geblüt an. Daher gibt
man ihnen oft in den Historien Schuld, daß sie die
Brunnen vergiftet, Kinder gestohlen und zerpfriemt haben.
Sie sagen wohl nein dazu. Aber, es sei oder nicht, do weiß
ich wohl, daß am vollen, ganzen, bereiten Willen bei ihnen
nichts fehlt, wenn sie mit der Tat, heimlich oder offenbar,
dazu kommen könnten. Des versieh dich gewißlich und
richte dich danach!

Tun sie aber etwas Gutes, so wisse, daß es nicht
aus Liebe noch dir zugute geschieht, sondern weil sie
Raum haben müssen, bei uns zu wohnen, müssen sie aus
Not etwas tun, aber das Herz bleibt und ist, wie ich gesagt
habe.

Es möchte ein Mensch, der den Teufel nicht kennt,
sich wohl verwundern, daß sie den Christen vor andern so
feind sind, da sie doch nicht Ursache dazu haben, weil wir
ihnen alles Gute tun. Sie leben bei uns zu Hause, unter
unserm Schutz und Schirm, brauchen Land und Straßen,
Markt und Gassen; dazu sitzen die Fürsten und Obrigkeit,
schnarchen und haben das Maul offen, lassen die Juden
aus ihrem offenen Beutel nehmen, stehlen und rauben, was
sie wollen, das ist: sie lassen sich selbst und ihre Unter-
tanen durch der Juden Wucher schinden und aussaugen
und mit ihrem eigenen Gelde sich zu Bettlern machen.
Denn die Juden als Fremdlinge sollten wahrlich und
gewißlich nichts haben, und was sie haben, das muß
gewißlich unser sein. So arbeiten sie nicht, verdienen uns
nichts ab, auch schenken oder geben wir ihnen nichts,
dennoch haben sie unser Geld und Gut und sind damit

unsere Herren in unserm eigenen Lande und in ihrer
Verbannung. Wenn ein Dieb zehn Gulden stiehlt, so muß
er hängen, raubt er auf der Straße, so ist der Kopf verloren.
Aber wenn ein Jude zehn Tonnen Goldes durch seinen
Wucher stiehlt und raubt, so ist er lieber als Gott selbst.

Zum Wahrzeichen: sie rühmen es getrost und
stärken ihren Glauben und giftigen Groll wider uns,
sprechen untereinander: Halte fest, siehe, wie Gott mit uns
ist und sein Volk auch in der Verbannung nicht verläßt.
Wir arbeiten nicht, haben gute faule Tage, die verfluchten
Gojim müssen für uns arbeiten, wir aber kriegen ihr Geld,
damit sind wir ihre Herren, sie aber unsere Knechte.

Sie sind eitel Diebe und Räuber, die täglich nicht
einen Bissen essen noch einen Faden am Leibe tragen, den
sie uns nicht gestohlen und geraubt hätten durch ihren
verdammten Wucher, leben also täglich von eitel
Diebstahl und Raub mit Weib und Kind, als Erzdiebe und
Landräuber, in aller unbußfertigen Selbstsicherheit. Denn
ein Wucherer ist ein Erzdieb und Landräuber, der billig
am Galgen siebenmal höher als andere Diebe hängen
sollte.

Nun sieh, welch eine feine, dicke, fette Lüge das
ist, daß sie klagen, sie seien bei uns gefangen. Es sind über
1400 Jahre, daß Jerusalem zerstört ist, und wir Christen
sind zu der Zeit schier 300 Jahre lang von den Juden in
aller Welt gemartert und verfolgt worden, daß wir wohl
klagen möchten, sie hätten uns Christen zu der Zeit
gefangen und getötet, wie es die helle Wahrheit ist. Dazu
wissen wir noch heutigentags nicht, welcher Teufel sie her
in unser Land gebracht hat; wir haben sie zu Jerusalem
nicht geholt. Zum Beweise sind sie oft mit Gewalt
vertrieben worden, geschweige, daß wir sie halten sollten;

aus Frankreich als einem feinen sonderlichen Nest sind sie
vertrieben worden. Jetzt neulich sind sie von dem lieben
Kaiser Karolus aus Hispanien, dem allerbesten Nest,
vertrieben worden. Und dies Jahr aus der ganzen
böhmischen Krone, wo sie doch zu Prag auch der besten
Nester eines hatten. Ebenso aus Regensburg, Magdeburg
und mehr Orten bei meinen Lebzeiten vertrieben.

Zudem hält sie noch jetzt niemand, Land und
Straßen stehen ihnen offen, sie mögen in ihr Land ziehen,
wann sie wollen, wir wollten gerne Geschenke dazugeben,
daß wir ihrer loswären, denn sie sind uns eine schwere
Last, wie eine Plage, Pestilenz und eitel Unglück in
unserm Lande.

Heißt das gefangenhalten, wenn man einen nicht
leiden kann im Lande oder Hause? Jawohl, sie halten uns
Christen in unserm eigenen Lande gefangen, sie lassen uns
arbeiten im Nasenschweiß, Geld und Gut gewinnen,
während sie derweil hinter dem Ofen sitzen, faulenzen
und Birnen braten, saufen, leben sanft und wohl von
unserm erarbeiteten Gut, haben uns und unsere Güter
gefangen durch ihren verfluchten Wucher, spotten dazu
und speien uns an, daß wir arbeiten und sie faule Junker
sein lassen von dem Unsern und in dem Unsern, sind also
unsre Herren, wir ihre Knechte mit unserm eignen Gut,
Schweiß und Arbeit, fluchen danach unserm Herrn und
uns zu Lohn und Dank. Sollte der Teufel hier nicht lachen
und tanzen, wenn er solch fein Paradies bei uns Christen
haben kann, daß er durch die Juden, seine Heiligen, das
Unsre frißt und uns zum Lohne Maul und Nase voll tut,
spottet und flucht Gott und den Menschen dazu.

Aus diesem allen sehen wir Christen (denn die
Juden könnens nicht sehen), welch ein schrecklicher Zorn

Gottes über dies Volk gegangen ist und ohne Aufhören
geht, welch ein Feuer und Glut da brennt, und was die
gewinnen, die Christus und seinen Christen fluchen oder
feind sind. O liebe Christen, laßt uns solch greulich
Exempel zu Herzen nehmen und Gott fürchten, daß wir
nicht auch zuletzt in solchen oder noch ärgern Zorn fallen,
sondern sein göttlich Wort ehren und die Zeit der Gnade
nicht versäumen, wie sie bereits Mahomet und der Papst
versäumt haben und nicht viel besser als die Juden
geworden sind.

Was wollen wir Christen nun mit diesem
verworfenen, verdammten Volk der Juden tun? Zu
ertragen ist es uns nicht, seitdem sie bei uns sind und wir
solch Lügen, Lästern und Fluchen von ihnen wissen, damit
wir uns nicht aller ihrer Lügen, Flüche und Lästerungen
teilhaftig machen. So können wir das unlöschbare Feuer
des göttlichen Zorns (wie die Propheten sagen) nicht
löschen noch die Juden bekehren. Wir müssen mit Gebet
und Gottesfurcht eine scharfe Barmherzigkeit üben, ob wir
doch etliche aus der Flamme und Glut erretten könnten;
rächen dürfen wir uns nicht, sie haben die Rache am
Halse, tausendmal ärger als wir ihnen wünschen mögen.
Ich will meinen treuen Rat geben.

Erstlich, daß man ihre Synagogen oder Schulen
mit Feuer anstecke und, was nicht verbrennen will, mit
Erde überhäufe und beschütte, daß kein Mensch einen
Stein oder Schlacke sehe ewiglich. Und solches soll man
tun unserm Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit
Gott sehe, daß wir Christen seien und solch öffentlich
Lügen, Fluchen und Lästern seines Sohnes und seiner
Christen wissentlich nicht geduldet noch gewilligt haben.
Denn was wir bisher aus Unwissenheit geduldet haben

(ich habs selbst nicht gewußt), wird uns Gott verzeihen;
nun wirs aber wissen und sollten darüber frei vor unserer
Nase den Juden ein solches Haus schützen und schirmen,
worin sie Christum und uns verleumden, lästern, fluchen,
anspeien und schänden, wie droben gehört, das wäre
ebensoviel, als täten wirs selbst und viel ärger, wie man
wohl weiß.

Moses schreibt, daß, wenn eine Stadt Abgötterei
triebe, man sie mit Feuer ganz zerstören und nichts davon
übriglassen sollte. Und wenn er jetzt lebte, so würde er der
erste sein, der die Judenschulen und -häuser ansteckte.
Denn er hat gar hart geboten, sie sollen nichts zu- noch
abtun von seinem Gesetze, und es sei Abgötterei, Gott
nicht gehorchen. Nun ist der Juden Lehre jetzt nichts
andres als eitel Zusätze der Rabbinen und Abgötterei des
Ungehorsams, gleichwie bei uns unter dem Papsttum die
Bibel unbekannt geworden ist.

Zum zweiten: daß man ihre Häuser desgleichen
zerbreche und zerstöre, denn sie treiben ebendasselbe
darin, das sie in ihren Schulen treiben. Dafür mag man sie
etwa unter ein Dach oder Stall tun wie die Zigeuner, auf
daß sie wissen, sie seien nicht Herren in unserm Lande,
wie sie rühmen, sondern in der Verbannung und gefangen,
wie die ohne Unterlaß vor Gott über uns Zeter schreien
und klagen.

Zum dritten: daß man ihnen alle Betbüchlein und
Talmudisten nehme, worin solche Abgötterei, Lügen,
Fluch und Lästerung gelehrt wird.

Zum vierten: daß man ihren Rabbinen bei Leib
und Leben verbiete, hinfort zu lehren, denn solches Amt
haben sie mit allem Recht verloren, weil sie die Juden mit
dem Spruch Moses‘ gefangenhalten, wo er gebietet, sie

sollen ihren Lehrern bei Verlust Leibes und der Seelen
gehorchen, wahrend doch Moses klar beisetzt: was sie
dich lehren nach dem Gesetz des Herrn. Solches
übergehen die Bösewichter und brauchen des armen Volks
Gehorsam zu ihrem Mutwillen wider das Gesetz des
Herrn, gießen ihnen solches Gift, Fluch und Lästerung ein.

Zum fünften: daß man den Juden das Geleit und
Straße ganz und gar aufhebe, denn sie haben nichts auf
dem Lande zu schaffen, weil sie nicht Herrn noch
Amtleute noch Händler noch desgleichen sind; sie sollen
daheim bleiben. Ich lasse mir sagen, es solle ein reicher
Jude jetzt mit zwölf Pferden reiten und wuchert Fürsten,
Herren, Land und Leute aus, daß große Herren scheel dazu
sehen. Werdet ihr Fürsten und Herrn solchen Wucherern
nicht die Straße ordentlicherweise verlegen, so möchte
sich etwa eine Reiterei wider sie sammeln, weil sie aus
diesem Büchlein lernen werden, was die Juden sind und
wie man mit ihnen umgehen und ihr Wesen nicht schützen
solle. Denn ihr sollt und könnt sie auch nicht schützen, ihr
wolltet denn vor Gott alles ihres Greuels teilhaftig sein.
Was daraus Gutes kommen möchte, das wolltet wohl
bedenken und verhüten.

Zum sechsten: daß man ihnen den Wucher
verbiete und ihnen alle Barschaft und Kleinod an Silber
und Gold nehme und zur Verwahrung beiseitelege. Und
dies ist die Ursache: alles, was sie haben, haben sie uns
gestohlen und geraubt durch ihren Wucher, weil sie sonst
kein andres Gewerbe haben. Solches Geld sollte man dazu
brauchen (und nicht anders), wenn ein Jude sich ernstlich
bekehrte, daß man ihm davon vor die Hand hundert,
zweihundert, dreihundert Gulden je nach der Person gebe,
womit er ein Gewerbe für sein arm Weib und Kindlein

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anfangen möge und die Alten und Gebrechlichen damit
unterhalte, denn solch böse gewonnenes Gut ist verflucht,
wenn man’s nicht mit Gottes Segen zu gutem nötigem
Gebrauche wendet.

Zum siebenten: daß man den jungen starken Juden
und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten,
Rocken, Spindel und lasse sie ihr Brot verdienen im
Schweiß der Nase. Denn es taugt nicht, daß sie uns
verfluchte Gojim im Schweiß unseres Angesichts wollten
arbeiten lassen, und sie, die heiligen Leute, wolltens hinter
dem Ofen mit faulen Tagen und Feisten verzehren und
darauf lästerlich rühmen, daß sie der Christen Herrn wären
von unserm Schweiß, sondern man müßte ihnen das faule
Schelmenbein aus dem Rücken vertreiben.

Sorgen wir uns aber, daß sie uns an Leib, Weib,
Kind, Gesind, Vieh usw. Schaden tun möchten, wenn sie
uns dienen oder arbeiten sollten, weil es wohl zu vermuten
ist, daß solch edle Herrn der Welt und bittre Wurme,
keiner Arbeit gewohnt, gar ungern sich so hoch demütigen
würden unter die verfluchten Gojim, so laßt uns bei
gemeiner Klugheit der andern Nationen, wie Frankreich,
Hispanien, Böhmen usw., bleiben und mit ihnen rechnen,
was sie uns abgewuchert und danach gütlich geteilt, sie
aber für immer zum Lande ausgetrieben. Denn, wie
gehört, Gottes Zorn ist so groß über sie, daß sie durch
sanfte Barmherzigkeit nur ärger und ärger, durch Schärfe
aber wenig besser werben. Darum immer weg mit ihnen.

Ich höre sagen, dass die Juden große Summen
Geldes geben und damit den Herrschaften nütze sind. Ja,
wovon geben sie es? Nicht von dem Ihren, sondern von
der Herrschaft und Untertanen Güter, die sie durch
Wucher stehlen und rauben. Und also nehmen die

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Herrschaften von ihren Untertanen, was die Juden geben,
d.i. die Untertanen müssen Geld dazu geben und sich für
die Juden schinden lassen, damit diese im Lande bleiben,
getrost und frei lügen, lästern, fluchen und stehlen können.
Sollten die verzweifelten Juden sich des nicht in die Faust
lachen, daß wie uns so schändlich äffen und narren lassen
und unser Geld geben, daß sie im Lande bleiben und alle
Bosheit treiben können, überdaß noch reich dazu werden
von unserm Schweiß und Blut, wir aber arm und von
ihnen ausgesogen werden? Wenn das recht ist, daß ein
Knecht, ja ein Gast seinem Herrn oder Wirt jährlich zehn
Gulden geben und dafür tausend stehlen möge, so ist der
Knecht und Gast leicht und bald reich, der Herr und Wirt
in Kürze ein Bettler geworden.

Und wenngleich die Juden von ihrem Eignen der
Herrschaft solche Summen geben könnten, was nicht
möglich ist, und sie sollten uns damit Schutz und Schirm
abkaufen, um öffentlich und frei in ihren Schulen unsern
Herrn Christum so schändlich verleumden, zu lästern,
verspeien, verfluchen, dazu uns auch alles Unglück, daß
wir alle erstochen werden und umkommen mit unserm
Kaiser, Fürsten, Herrn, Weib und Kindern, zu wünschen,
das hieße wahrlich Christum unsern Herrn, die ganze
Christenheit mitsamt dem ganzen Kaisertum, uns mit
Weib und Kindern schändlich wohlfeil verkauft. Wie gar
ein größerer Heiliger würde hier der Verräter Judas gegen
uns geschätzt werden? Ja wenn ein jeglicher Jude, soviel
ihrer ist, jährlich hunderttausend Gulden geben könnte, so
sollten wir doch nicht dafür gestatten, daß sie einen
einzigen Christen so frei zu lästern, zu fluchen, zu
verspeien, auszuwuchern Macht haben sollten; es wäre
noch viel zu wohlfeil verkauft. Wieviel unerträglicher ists.

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daß wir den ganzen Christum und uns alle mit unserm
eignen Gelde kaufen lassen sollten, den Juden zu lästern
und zu fluchen, und sie zum Lohne dafür noch reich und
zu unsern Junkern machen, die uns dazu noch verlachten
und sich in ihrem Mutwillen kitzelten. Das möchte dem
Teufel und seinen Engeln ein rechtes Freudenspiel sein,
dessen sie durch die Nase lachen könnten, wie eine Sau
ihre Ferkel anlacht, aber vor Gott einen gerechten Zorn
verdienen.

Summa, ihr lieben Fürsten und Herrn, die Juden
unter sich haben, ist euch solcher mein Rat nicht genehm,
so trefft einen bessern, daß ihr und wir alle der
unleidlichen, teuflischen Lift der Juden entladen werden
und nicht vor Gott all der Lügen, des Lästerns, Speiens,
Fluchens schuldig und teilhaftig werden, die die rasenden
Juden wider die Person unsers Herrn Jesu Christ, seiner
lieben Mutter, aller Christen, aller Obrigkeit und unserer
selbst so frei und mutwillig treiben, keinen Schutz noch
Schirm noch Geleit noch Gemeinschaft sie haben lassen,
auch nicht eure und eurer Untertanen Geld und Güter
durch den Wucher ihnen dazu dienen und helfen lassen.
Wir haben ohnedies eigner Sünde genug auf uns, noch
vom Papsttum her, tun täglich viel dazu mit allerlei
Undankbarkeit und Verachtung seines Worts und aller
seiner Gnaden, daß nicht not ist, auch diese fremden
schändlichen Laster der Juden auf uns zu laden und ihnen
dann noch Geld und Gut zu geben. Ich will hiermit mein
Gewissen gereinigt und entschuldigt haben, da ich’s
treulich angezeigt und gewarnt habe.

Und euch, meine lieben Freunde, die Pfarrherrn
und Prediger sind, will ich ganz treulich eures Amtes
hiermit erinnert haben, daß auch ihr eure Pfarrleute vor

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ihrem ewigen Schaden warnt, wie ihr wohl zu tun wißt,
nämUch sie sich vor den Juden hüten und sie meiden, wo
sie können. Nicht daß sie ihnen viel fluchen oder
persönliches Leid tun sollten, denn sie haben sich selbst
allzu hoch verflucht und beleidigt, wenn sie den Mann
Jesum von Nazareth, Mariens Sohn, verfluchen, wie sie
leider nun über 1400 Jahre tun. Die Obrigkeit lasse man
hier mit ihnen gebaren, wie ich eben gesagt habe. Es tu
aber die Obrigkeit dazu oder nicht, so nehme dennoch ein
jeder vor sich selbst seines Gewissens wahr.

Insonderheit wenn ihr Prediger seid, wo Juden
sind, da haltet an mit Fleiß bei euren Herrn und Regenten,
daß sie ihr Amt bedenken, wie sie Gott schuldig sind, und
die Juden zur Arbeit zwingen, den Wucher verbieten und
ihrem Lästern und Fluchen steuern. Leiden wir doch mehr
von ihnen als die Welschen von den Spaniolen! Die
nehmen den Hauswirt Küche, Keller, Kasten, Beutel ein,
fluchen ihnen dazu und drohen ihnen den Tod. Ebenso tun
uns die Juden, unsre Gäste, auch; wir sind ihre Hauswirte.
So rauben sie und saugen uns aus, liegen uns auf dem
Halse, die faulen Schelme und müßigen Wänste, saufen,
fressen, haben gute Tage in unserem Hause, fluchen zum
Lohne unserm Herrn Christus, Kirchen, Fürsten und uns
allen, drohen und wünschen uns ohne Unterlaß den Tod
und alles Unglück. Denke doch, wie kommen wir armen
Christen dazu, daß wir solch faules, müßiges, unnützes,
böses, schädliches Volk, solche lästerlichen Feinde Gottes
umsonst nähren und reich machen sollen, wofür wir nichts
kriegen als ihr Fluchen, Lästern und alles Unglück, das sie
uns tun und wünschen können? Sind wir doch wohl so
blinde und starre Klötze in diesem Stücke wie die Juden in
ihrem Unglauben, daß wir solche große Tyrannei von den

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heillosen Schelmen leiden, solches nicht sehen noch
fühlen, wie sie unsre Junker, ja unsere wütenden Tyrannen
sind, wir aber ihre Gefangenen und Untertanen, klagen
noch, sie seien unsre Gefangenen, spotten unser dazu, als
müßten wirs von ihnen leiden.

Wollen aber die Herren sie nicht zwingen noch
solchem ihrem teuflischen Mutwillen steuern, so möge
man sie, wie gesagt, zum Lande austreiben und ihnen
sagen, daß sie in ihre Lande und Güter gen Jerusalem
hinziehen und daselbst Lügen, Fluchen, Lästern, Speien,
Morden, Stehlen, Rauben, Wuchern, Spotten und alle
solche lästerliche Greuel treiben, wie sie bei uns tun, und
uns unsre Herrschaft, Land, Leib und Gut lassen. Wenn sie
Freiheiten und Rechte vorgeben sollten, die dürfen ihnen
nichts helfen, denn es kann niemand Freiheit geben, solche
Greuel zu üben, und alle Freiheiten sind dadurch ungültig
geworden und verloren.

Wenn ihr Pfarrherrn und Prediger, neben mir,
solch treulich Warnen ausgerichtet habt und weder Herr
noch Untertan etwas dazu tun will, so laßt uns, wie
Christus spricht, den Staub von den Schuhen schütteln und
sagen: Wir sind unschuldig an eurem Blut. Denn ich sehe
wohl und habs oft erfahren, wie gar barmherzig die
verkehrte Welt ist, wo sie billigerweise scharf sein sollte,
und wiederum scharf, wo sie barmherzig sein sollte. Also
werden sie jetzt auch barmherzig sein wollen über die
Juden, die blutdürftigen Feinde unsers christlichen und
Menschennamens, um damit den Himmel zu verdienen.
Aber daß die Juden mit all den genannten teuflischen
Greueln uns arme Christen fangen, plagen, martern und
alles Herzeleid antun, das soll man ertragen und ist
christlich wohlgetan, vor allem, wenn Geld da ist, das sie

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uns gestohlen und geraubt haben.

Darum wollte ich gerne, sie wären, wo keine
Christen sind. Der Türke und andre Heiden leiden das
nicht von ihnen, was wir Christen von den giftigen
Schlangen und jungen Teufeln leiden; sie tuns auch
niemand als uns Christen. Das ists, was ich droben gesagt
habe daß ein Christ nächst dem Teufel keinen giftigeren,
bitterern Feind als einen Juden habe, während wir doch
niemand so viel Gutes tun, noch von jemand so viel leiden
als eben von solchen bösen Teufelskindern und
Schlangengezüchte.

Ja wie wollen wir nun handeln? Wenn wir gleich
den Juden ihre Synagogen verbrennen und ihnen ver-
bieten, öffentlich Gott loben, beten, lehren, seinen Namen
zu nennen usw., so werden sie es doch heimlich nicht
lassen. Und weil wir wissen, dass sie es heimlich tun, so
ists ebensoviel, als täten sie es öffentlich. Denn es heißt
doch nicht heimlich, wenn man weiß, daß etwas heimlich
geschieht und geduldet wird, und unser Gewissen ist
gleichwohl damit vor Gott beschwert. Wohlan, da mögen
wir uns vorsehen!

Meines Bedünkens wills doch darauf hinaus,
sollen wir der Juden Lästerung rein bleiben und nicht
teilhaftig werden, so müssen wir geschieden sein und sie
aus unserm Lande vertrieben werden. Sie mögen in ihr
Vaterland gedenken; dann dürfen sie nicht mehr vor Gott
über uns schreien und lügen, daß wir sie gefangenhalten,
wir auch nicht klagen, daß sie uns mit ihrem Lästern und
Wuchern beschweren. Dies ist der nächste und beste Rat,
der beide Teile in solchem Falle sichert.

Aber hier werden sie, da sie das Land ungern
räumen, getrost alles und alles leugnen, dann auch Geldes

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genug der Herrschaft bieten, daß sie bleiben möchten.
Wehe aber denen, die solches Geld nehmen, und verflucht
sei solches Geld, das sie verfluchterweise durch Wucher
uns gestohlen haben. Denn sie leugnen ja so sehr, wie sie
lügen, und wo sie uns Christen heimlich fluchen, giften
oder Schaden tun können, des machen sie sich kein
Gewissen. Werden sie aber darüber ergriffen oder sonst
bezichtigt, so wagen sie es getrost zu leugnen, auch bis in
den Tod, weil sie uns nicht wert achten, uns die Wahrheit
zu bekennen, und da die heiligen Gotteskinder gewiß
dafürhalten, mit dem, was sie uns Böses fluchen und tun
können, einen großen Gottesdienst zu tun. Ja, wenn sie uns
das tun könnten, was wir ihnen tun können, würde unser
keiner eine Stunde leben müssen. Weil sie es aber
öffentlich nicht zu tun vermögen, bleiben sie gleichwohl
im Herzen unser täglicher Mörder und blutdürstige Feinde.
Solches beweisen ihr Beten und Fluchen und so viele
Historien, wo sie Kinder gemartert und allerlei Laster
geübt haben und dafür oft verbrannt und verjagt worden
sind.

Darum glaube ich wohl, daß sie viel Ärgeres reden
und tun, als die Historien und andere von ihnen schreiben,
während sie sich aufs Leugnen und ihr Geld verlassen.
Aber wenn sie gleich alles leugnen könnten, so können sie
das nicht leugnen, daß sie uns Christen öffentlich fluchen
und daß sie bei uns gefangen sein müssen, während sie
doch wohl wissen, daß sie daran lügen, und daß vielmehr
sie uns in unserm Lande durch ihren Wucher gefangen,
jedermann aber ihrer gern los wäre.

Weil sie aber uns verfluchen, verfluchen sie
unsern Herrn auch; verfluchen sie unsern Herrn, so
verfluchen sie auch Gott den Vater, Schöpfer Himmels

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und der Erden, so daß also ihr Leugnen sie nichts helfen
kann. Sie sind allein mit dem Fluchen überführt, so daß
man alles wohl glauben muß, was man Böses von ihnen
schreibt; sie tuns gewißlich mehr und ärger, als wir wissen
oder erfahren. Denn Christus lügt und trügt nicht, der sie
Schlangen und Teufelskinder urteilt, d. i. seine und aller
und aller der Seinen Mörder und Feinde, wo sie können.

Unsern Oberherrn, die Juden unter sich haben,
wünsche ich und bitte, daß sie eine scharfe Barmherzigkeit
gegen diese elenden Leute üben wollten, obs doch etwas,
wiewohl es mißlich ist, helfen wollte, wie die treuen Ärzte
tun: wenn das heilige Feuer in die Knochen gekommen ist,
fahren sie mit Unbarmherzigkeit zu und schneiden, sägen,
brennen Fleisch, Adern, Knochen und Mark ab. Also tue
man hier auch. Verbrenne ihre Synagogen, verbiete alles,
was ich droben erzählt habe, zwinge sie zur Arbeit und
gehe mit ihnen nach aller Unbarmherzigkeit um, wie
Moses in der Wüste tat, der dreitausend totschlug, daß
nicht der ganze Haufe verderben mußte. Sie wissen
wahrlich nicht, was sie tun, wollens dazu wie die
besessenen Leute nicht wissen, hören noch lernen. Darum
kann man hier keine Barmherzigkeit üben, sie in ihrem
Wesen zu stärken. Will das nicht helfen, so müssen wir sie
wie die tollen Hunde ausjagen, damit wir nicht, ihrer
greulichen Lästerung und aller Laster teilhaftig, mit ihnen
Gottes Zorn verdienen und verdammt werden. Ich habe
das Meine getan; ein jeglicher sehe, wie er das Seine tue.

Martin Luther

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