Schulz in Bocholt: Solidarität mit Haßmail-Opfern

Schulz in Bocholt: Solidarität mit Haßmail-Opfern

Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat am Montagabend (06.02.2017) den Parteitag der Bocholter Sozialdemokraten besucht.

  • Eigentlich hatte Sigmar Gabriel nach Bocholt kommen wollen – mittlerweile ist jedoch Schulz designierter Kanzlerkandidat und Bundesvorsitzender der SPD.
  • Deshalb setzte er das Versprechen Gabriels um.

Der Lokalpolitiker Thomas Purwin war nach Morddrohungen gegen ihn und seine Familie im Dezember zurückgetreten

Im Interview mit der WDR-Lokalsendung Aktuelle Stunde sagte Schulz, er wolle mit seinem Besuch seine Solidarität mit dem bisherigen Chef der Bocholter SPD, Thomas Purwin, demonstrieren.

Der Lokalpolitiker Thomas Purwin war nach Morddrohungen gegen ihn und seine Familie im Dezember zurückgetreten.

Purwin mit viel Beifall verabschiedet

SPD-Politiker sehen vor einer Bühne. Der Mittlere hält einen roten Umschlag. Ex-SPD-Chef Thomas Purwin wird verabschiedet

  • Unbekannte hatten per Mail üble Beschimpfungen und Drohungen gegen Purwin ausgesprochen.
  • Auf dem Parteitag wurde Purwin von seinen Parteikollegen mit stehenden Ovationen verabschiedet.

Purwin war sichtlich bewegt und begründete noch einmal seinen Rücktritt: „Es garantiert mir keiner, daß der Hassmailschreiber nur ein Schreibtischtäter ist. Was wäre, wenn wirklich etwas passiert wäre? Ich hätte mit der Schuld nicht leben können.“

Zum neuen SPD-Vorsitzenden des Bocholter Stadtverbandes wählten die 43 Delegierten Bernhard Pacho, und zwar einstimmig. Der 65-Jährige war einziger Kandidat. Der Rentner sitzt seit sieben Jahren für die SPD im Bocholter Stadtrat.

Zum neuen SPD-Vorsitzenden des Bocholter Stadtverbandes wählten die 43 Delegierten Bernhard Pacho, und zwar einstimmig. Der 65-Jährige war einziger Kandidat. Der Rentner sitzt seit sieben Jahren für die SPD im Bocholter Stadtrat.

Er sagte dem WDR: „Es ist nicht auszuschließen, daß ich auch Haßmails kriege, aber ich sehe das gelassen. Wenn ich so was kriege, schicke ich das zur Kripo, erzähle niemandem davon und lösche sie dann.“

Haßmails gegen Bürgermeister

Ein Mann mit Anzug und Krawatte sitzt an einem schwarzen Schreibtisch. Er sieht zerknirscht aus.Bocholts SPD-Bürgermeister Peter Nebelo erhielt auch Haßmails.

Stadtkämmerer Ludger Triphaus (links) war immer wieder das Ziel von Haßmails. Insgesamt gibt es dazu jetzt 23 Strafanzeigen.

 

  • Wegen der Morddrohungen an Purwin war im Oktober ein SPD-Ortsparteitag kurzfristig abgesagt worden.
  • In den Monaten zuvor waren Bocholts SPD-Bürgermeister Peter Nebelo und Stadtkämmerer Ludger Triphaus immer wieder das Ziel von Haßmails. Insgesamt gibt es dazu jetzt 23 Strafanzeigen.
  • Bislang sucht die Polizei erfolglos nach dem oder den Absendern der E-Mails.

Bocholts SPD-Bürgermeister Peter Nebelo war immer wieder das Ziel von Haßmails. Insgesamt gibt es dazu jetzt 23 Strafanzeigen.

Staatsschutz und Polizei werten die Mails derzeit aus und Spezialisten des Landeskriminalamtes NRW erstellen ein Täter-Profil.

Zwischenzeitlich hatte die Polizei einen 46jährigen Mann aus Bocholt verdächtigt. Die weiteren Ermittlungen ergaben jedoch, daß er nicht der Täter sein kann. Bocholts Bürgermeister Peter Nebelo und Kämmerer Ludger Triphaus erhalten weiterhin Haßmails, bei Thomas Purwin sind seit seinem Rücktritt keine mehr eingetroffen.

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