Beweise für „Lügenpresse“! Trump wirft Medien Desinformation vor

Beweise für „Lügenpresse“! Trump wirft Medien Desinformation vor

US-Präsident Trump hat die Medien erneut scharf angegriffen.

Die „verlogene Presse“ würde nicht ausreichend über Terroranschläge berichten.

  • Als Beleg veröffentlichte das Weiße Haus eine Liste mit 78 Anschlägen.
  • Journalisten wiesen die Vorwürfe als „haarsträubend“ zurück.

Trump – Das Weiße Haus hat eine Liste von 78 Terroranschlägen veröffentlicht, über die Journalisten nicht genug berichtet hätten – darunter Attentate mit vielen Toten wie die von Paris, Nizza oder Berlin.

Das Weiße Haus hat eine Liste von 78 Terroranschlägen veröffentlicht, über die Journalisten nicht genug berichtet hätten – darunter Attentate mit vielen Toten wie die von Paris, Nizza oder Berlin.

Aber auch die Messerattacke von der Hamburger Alster taucht auf der Liste auf, obwohl bis heute nicht geklärt ist, ob es sich dabei um einen Anschlag handelte.

„Es ist ein Punkt erreicht, an dem gar nicht mehr darüber berichtet wird“, hatte US-Präsident Trump zuvor in einer Rede vor Vertretern des amerikanischen Militärs in Tampa, Florida gesagt. „Und in vielen Fällen will die sehr, sehr verlogene Presse gar nicht darüber berichten.“

„Es ist ein Punkt erreicht, an dem gar nicht mehr darüber berichtet wird“, hatte US-Präsident Trump zuvor in einer Rede vor Vertretern des amerikanischen Militärs in Tampa, Florida gesagt. „Und in vielen Fällen will die sehr, sehr verlogene Presse gar nicht darüber berichten.“

Konkrete Beispiele dazu, welche Medien er beschuldigt oder um welche Anschläge es sich gehandelt haben soll, nannte Trump nicht.

  • Er erwähnte in seiner Rede Anschläge in Paris und Nizza, über die allerdings ausführlich berichtet wurde.

Trump wollte mit der Aussage seine Position im Rechtsstreit um sein Einreiseverbot für Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern stärken. Zur Bekräftigung brachte das Weiße Haus nun die Liste mit Anschlägen in verschiedenen Ländern zwischen September 2014 und Dezember 2016 heraus.

Nach Angaben des Trump-Sprechers Sean Spicer wurde über sie nicht ausreichend berichtet.

Al Tompkins vom Poynter Institute, einer Journalistenschule aus Florida

Medienwissenschaftler wiesen Trumps Anschuldigungen zurück.

„Anzudeuten, Journalisten hätten ihre Gründe, nicht über IS-Angriffe zu berichten, ist haarsträubend“, sagte Al Tompkins vom Poynter Institute, einer Journalistenschule aus Florida.

Hannover, Würzburg, Ansbach

Die Washington Post veröffentlichte das Papier anschließend, auf dem weltweit beachtete Anschläge in Orlando, Brüssel und Istanbul stehen, sowie auch der Messerangriff der 16-jährigen Safia S. auf einen Polizisten in Hannover und die Attentate von Würzburg und Ansbach im vergangenen Jahr.

  • Auf der Liste fehlen allerdings große Anschläge ohne westliche Opfer, wie etwa ein Selbstmordattentat mit einem Laster in Bagdad, bei dem im vergangenen November mehr als 70 Menschen ums Leben kamen.
  • Gewalt durch Rechtsradikale, etwa der Amoklauf eines Weißen mit neun Toten in einer von Afroamerikanern besuchten Kirche im US-Staat South Carolina im Juni 2015, kommt darin nicht vor.

Die Washington Post verwies zugleich in einer Analyse darauf, daß die Liste nach Einschätzung der Zeitung mehreren Zwecken diene.

Die Washington Post verwies zugleich in einer Analyse darauf, daß die Liste nach Einschätzung der Zeitung mehreren Zwecken diene.

  • Es gehe der neuen US-Administration nicht nur darum, den umstrittenen Einreisebann zu rechtfertigen und zugleich die Medien anzugreifen.
  • Zugleich ziele die Liste auch darauf ab, eine umfangreiche Berichterstattung zu provozieren und damit das Thema der Bedrohung durch den Terror und die notwendigen Reaktionen in den Köpfen der Bürger festzusetzen.
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