taz-Therapie zusammen mit Merkel und CDU gegen die #Trump Herrschaft: „Widerstand gegen Trump. Ausflippen! Jetzt!“

taz-Therapie zusammen mit Merkel und CDU gegen die #Trump Herrschaft: „Widerstand gegen Trump. Ausflippen! Jetzt!“

So verständlich das Entsetzen über Trump ist, es bleibt erstens auf empörende Weise naiv. Und es lenkt zweitens von eigenen Schwächen ab. Die Kritik wäre überzeugender, wenn die EU stark und geeint wäre.

Ein liberal denkender Mensch wahrt die Formen, meidet im Umgang mit Menschen Tiervergleiche und beleidigt nicht. Der Schauspieler Robert De Niro ist ein liberal denkender Mensch, unterstützt die Demokratische Partei und ist zivilgesellschaftlich engagiert. Donald Trump hat ihn jedoch derart in Rage gebracht, dass er nicht mehr an sich halten konnte.

Ein Auszug aus dem Video von Robert de Niro: „Er ist offensichtlich dumm. Er ist ein Mistkerl, er ist ein Hund, er ist ein Schwein, ein Betrüger, ein notorischer Lügner, ein Köter, der nicht weiß, wovon er spricht. Er ist ein Idiot.“

In einem millionenfach bei YouTube aufgerufenen Video überschüttete Robert De Niro, äußerlich vollkommen ruhig, Trump im vergangenen Oktober mit einem Schwall wüster Beschimpfungen.

Ein Auszug aus dem Video von Robert de Niro: „Er ist offensichtlich dumm. Er ist ein Mistkerl, er ist ein Hund, er ist ein Schwein, ein Betrüger, ein notorischer Lügner, ein Köter, der nicht weiß, wovon er spricht. Er ist ein Idiot.“

Es wird ein Rätsel bleiben, wie der Schauspieler meinen konnte, mit einer solchen Suada könne er zur Verhinderung von Trump beitragen.

De Niro hatte in diesem Augenblick die Sprache seines Gegners adaptiert. Er versuchte, Trump mit den Mitteln Trumps zu übertrumpfen.

 

Kluge Menschen verlieren die Fassung

Trump ist das schiere Gegenteil eines liberalen, verantwortlichen, nachdenklichen und vom Respekt gegenüber der Verfassung, den Gesetzen und den Institutionen getragenen Politikers. Daß er damit Präsident der USA werden konnte, macht fassungslos. Und es verleitet viele kluge Menschen dazu, die Fassung zu verlieren.

Bis heute haben die Intellektuellen Amerikas und der ganzen Welt kaum ernsthaft versucht, sich damit auseinanderzusetzen. In fast allen Aussagen dominiert der Aufschrei, die immer rabiater werdende Empörung. In den „sozialen Medien“ kann man gut beobachten, wie das funktioniert und was dabei herauskommt.

Täglich, stündlich, minütlich schicken liberale Transatlantiker immer neue Alarmrufe in den medialen Orbit. Hier ein unanständiges Dekret, dort ein unsägliches Bannon-Zitat oder eine Rüpelhaftigkeit des Sprechers des Präsidenten: Alles bestätigt die Katastrophe, von der man sich bis zur Inauguration Trumps nicht vorstellen wollte, daß sie eintreten könnte.

Nichts ist ewig, auch die Demokratie nicht

Dieses Jonglieren mit Empörungsware ist sicher gemeinschaftsbildend. Wie alle inbrünstige Gemeinschaftsbildung hat sie aber etwas Schales. Sie schafft emotionale Sicherheit nach innen. Zu mehr taugt sie kaum. Die Teilnehmer am Wettlauf im Trump-Entlarven sind selbstgenügsam.

So verständlich das Entsetzen über Donald Trumps Dekretismus ist, es bleibt erstens auf empörende Weise naiv. Und es lenkt zweitens von eigenen Schwächen ab. Man muss nicht den Zivilisationsbruch des Holocaust anführen, um zu wissen, dass Unsicherheit wahrscheinlicher als Sicherheit und Optimismus eine fahrlässige Haltung ist.
Nichts ist ewig, auch die Demokratie, auch die Gewaltenteilung nicht. Keine Festrede, in der das gute neue Deutschland der Bundesrepublik gepriesen wird, kommt ohne den Hinweis aus, daß die Demokratie nicht selbstverständlich ist, sondern immer wieder neu erkämpft werden muß.

Frieden ist nicht der Normalfall

Wer an die Demokratie denkt, muss nach den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts immer die Möglichkeit im Auge haben, dass sie scheitern kann. Wer aus allen Wolken fällt, wenn die schöne neue Welt der Herrschaft von Recht und Freiheit Risse bekommt, der hat bislang in einem politischen und geistesgeschichtlichen Disneyland gelebt. Man muß schon sehr weltvergessen und auf egoistische Weise eurozentrisch sein, um trotz der vielen Kriege, Bürgerkriege, Massaker, Revolutionen, Stammesfehden und politisch erzeugten Hungersnöte nach 1945 zu glauben, Westeuropas Nachkriegsglück sei so etwas wie der Normalfall.

Das alte Europa soll sich nicht überschätzen.

Natürlich ist Europa nicht schuld daran, daß Trump Präsident geworden ist. Es hat aber auch nicht genug getan, um es zu verhindern.

Seitdem Amerika von 1943 an zum zweiten Mal nach Europa zurückkehrte, hing der freie Westteil des alten Kontinents am Rockschoß der USA. Sein Friede, sein Wohlstand, seine Freiheit wären ohne Amerika nicht möglich gewesen.

Wir haben das für zu selbstverständlich gehalten. Wir gingen davon aus, daß die transatlantische Brücke ewig während sei. Wir haben übersehen, dass es schon immer einen Teil Amerikas gab, dem Europa egal war, der es oft auch nicht mochte. Wir waren Schützlinge, in denen mancher Amerikaner noch immer die verknöcherten, aber hochmütigen Geschöpfe der europäischen Tyrannei sah.

Daß Europa für Amerika nach 1989 weniger wichtig werden würde, war ebenso abzusehen wie der Umstand, dßs das Verteidigungsbündnis NATO nach 1989 einer Neuausrichtung bedurft hätte.

Europa hat Amerika, das sich nach Asien hin zu orientieren begann, nicht für sich eingenommen.

Europa hat nicht geliefert

Die EU ist eine wunderbare, in ihrer inneren Konstruktion aber schwer verstehbare Sache. Sie hätte in den USA Eindruck machen können, wenn sie sich zum international handlungsfähigen Akteur gemausert hätte. Zu einem Europa, das sich selbst verteidigen kann. Zu einem Europa aber auch, das in der Lage ist, seine eigenen Angelegenheiten zu regeln und vom Dissens zum Kompromiss und zum Konsens zu finden.
In der Euro- wie der Flüchtlingsfrage hat Europa tatsächlich aber bewiesen, dass es in Uneinigkeit vereint ist und politisch gelähmt verharrt. Auch haben es die europäischen Nato-Staaten versäumt, aus eigenem Antrieb, aber auch vertragsgetreu ihren finanziellen Beitrag zur Nato so zu erhöhen, dass man sie in Amerika als verantwortliche Partner hätte wahrnehmen können.
All das ist nicht geschehen, und das hat mit dazu beigetragen, Europa und den Multilateralismus vielen Amerikanern als eine unnötige Last erscheinen zu lassen.

Mehr Geld für die NATO

Europa wird Trump nicht impeachen können.

Statt empört über den Atlantik zu blicken und angesichts der jeweils neuen Tollheiten der US-Administration in wohligem Schaudern zu baden, sollte es besser die sprichwörtlichen Hausaufgaben machen: Europa dort zügig zu einen, wo es nötig ist, also in der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Zu einer gemeinsamen europäischen Flüchtlingspolitik finden. Und der Nato den nötigen finanziellen Respekt zollen.

Zugegeben, das klingt – wie die Dinge nun einmal liegen – vermessen. Für alle, die den Siegeszug des Trumpismus, gerade auch des europäischen, verhindern wollen, führt aber kein Weg daran vorbei.

Eine der wertvollsten Errungenschaften der europäischen Einigung ist die praktisch gewordene Einsicht, dass Multilateralismus (wörtlich: Vielseitigkeit) besser und ertragreicher ist als Unilateralismus (wörtlich: Einseitigkeit). Es liegt nicht zuletzt an Europa, die Zukunftsfähigkeit des multilateralen Weges erneut unter Beweis zu stellen. Ohne Zeit zu verlieren.

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5 responses to “taz-Therapie zusammen mit Merkel und CDU gegen die #Trump Herrschaft: „Widerstand gegen Trump. Ausflippen! Jetzt!“”

  1. Schlau Meir says :

    Das genügt einem Psychiater für eine Einweisung in die Geschlossene Unterbringung. Er schreibt ein Gutachten über 88 Seiten und erhält rund 10.000 Euro Vergütung für die wissenschaftliche Begründung.

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  2. Schlau Meir says :

    Der beste Vergleich ist: Arschloch.

    Dabei ist es gar keine Beleidigung für die meisten. Erst recht nicht um Umgang mit Juden.

    Schließlich handelt es sich um das beliebteste Geschlechtsorgan für viele Menschen. Das hebt ihn von der Tierwelt ab, macht ihn in der Evolution Darwins erst zum Menschen.

    Je mehr sich jemand mit der wahren und wirklichen Natur eines beliebigen Menschen befaßt, desto mehr müßte er sich vom Menschen abwenden.

    Die meisten Philosophen begehen hier einen Fehler, weil sie Denken mit der conditio humanum verwechseln.

    Sehr viele Theologen der Romkirche verbinden beides, was immer wieder in Sexskandalen jeglicher, meist pädophiler Art an das Tageslicht drängt.

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    • Schlau Meir says :

      Transkription des altgriechischen Namens Ἀριστoτέλης, der für die beste Absicht steht
      https://de.wiktionary.org/wiki/Aristoteles

      Wer kann mit Sicherheit belegen, daß Ἀριστoτέλης eine authentische Person gewesen ist? Niemand. Gleiches gilt für viele andere „berühmte Figuren“ der Weltliteratur und Weltgeschichte.

      Die Frage, ob im Menschen die Idee des Staates bereits genetisch verankert ist, läßt sich aus der Praxis heraus beantworten, und auch im Tierreich parallel beobachten.

      Die Antwort bleibt mehrdeutig. Ja, es gibt diese Staaten, aber. Dieses Aber bezieht sich auf ihre Existenz in Dauer und Territorium, und aus ihrer Zusammensetzung. Vom Grundgedanken her (Ἀριστoτέλης) müßten alle Menschen in einem Staat leben. Das war nie der Fall. Ob das in Zukunft der Fall sein wird, läßt sich heute weder belegen, noch ausschließen.

      Die Organisationsstrukturen der Staaten erweisen sich als so amoroph und disparat, daß daraus nur schwer vereinheitlichende Theorien entwickelt werden können.

      Die Bedeutung des Staates für Menschen, die in Rußland leben mit einer Dichte von 8 Menschen auf den Quadratkilometer, dürfte am größten in Moskau und Sankt Petersburg, und am geringsten in Sibirien sein. Daher der Spruch: Rußland ist groß, und der Zar ist fern.

      Das administrative Stadtgebiet Shanghais – im Norden die Kernstadt (Puxi)


      Shanghai, Landsat-7 near natural colors image, 30 m resolution

      Beweisbar ist, daß an bestimmten Punkten, vornehmlich an Flüssen oder eher Flußmündungen oder Zusammenflüssen (Ko-Fluenz = Koblenz) Städte entstehen, und je nach weiteren Einflüssen schnell agglomerieren.


      Shanghai, Skyline Pudong am Morgen, August 2016


      The Bund ist der international bekanntere englische Name einer langen Uferpromenade in der chinesischen Stadt Shanghai, am westlichen Ufer des Huangpu-Flusses gegenüber der Sonderwirtschaftszone Pudong. Ihr chinesischer Name ist Waitan (chinesisch 外灘 / 外滩, Pinyin Wàitān).

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    • Schlau Meir says :

      Wenn Juda ha-Levi Ἀριστoτέλης zitiert in dieser Hinsicht als Ἀριστoτέλης, so gilt für Marx, daß er aus der einen Rabbinerfamilie der Katzenellenbogen stammt, so wie die Milliardärin Helena Rubinstein (Chaja Rubinstein) aus dem Judenviertel in Krakau (wo sich mindestens 7 Synagogen auf geschätzten 1.000 Quadratmetern befinden.


      Geburtshaus von Helena Rubinstein (Krakau)

      Marx befaßte sich mit dem weltlichen Geschehen, und auch mit der Judenfrage, zu der er einen Essay schrieb.

      Auf welchen Titel hin begehrt ihr Juden also die Emanzipation? Eurer Religion wegen? Sie ist die Todfeindin der Staatsreligion. Als Staatsbürger? Es gibt in Deutschland keine Staatsbürger. Als Menschen? Ihr seid keine Menschen, sowenig als die, an welche ihr appelliert.

      Welches ist der weltliche Kultus des Juden? Der Schacher. Welches ist sein weltlicher Gott? Das Geld.

      Nun wohl! Die Emanzipation vom Schacher und vom Geld, also vom praktischen, realen Judentum wäre die Selbstemanzipation unsrer Zeit.

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    • Schlau Meir says :

      Die gesamte Kontradiktion des Wahrheitsbegriffs wird in der Rechtswissenschaft auf die Spitze getrieben oder zugespitzt.

      Im Allgemeinen gilt, daß sich Sachverhalte als wahr oder unwahr feststellen lassen; meist ist das der Fall, weil bestimmte Regeln angewendet oder nachvollzogen werden. Doch der Satz „Morgens geht die Sonne auf“ stimmt nicht in jedem Fall. Instinktiv oder spontan wird jeder Mensch erst einmal sagen: Ja, dieser Satz ist wahr oder richtig.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrheit#Wahrheit_in_der_Rechtswissenschaft

      Die Parteien im Zivilprozess stehen unter Wahrheitspflicht, ebenso Zeugen und Sachverständige; unwahre Angaben können als Betrug bzw. Aussagedelikt strafbar sein. Der Angeklagte darf dagegen im Strafprozess nicht nur schweigen, sondern auch lügen (Nemo tenetur se ipsum accusare).


      Polartag nahe Jamburg

      Am geografischen Nordpol und Südpol dauert die Polarnacht fast ein halbes Jahr, an den Polarkreisen genau einen Tag (wobei die Sonne aber noch teilweise über den Horizont steigt, nur der untere Rand nicht). Je näher man dem Nord- oder Südpol kommt, desto länger dauert die Polarnacht. Die Polarnacht entsteht durch die Neigung der Erdachse um etwa 23,4°.


      Polartag nahe Skibotn

      Der Polartag ist in den Polargebieten ein Zeitraum um die Sonnenwenden, in der nördlichen Polarregion um die Sommersonnenwende im Juni. Während mindestens eines Tages sinkt die Mitternachtssonne nicht unter den Horizont. Es ist also den ganzen Tag hell, abgesehen von einer kleinen Mitternachtsdämmerung in den Randzonen der Polargebiete.
      Am geographischen Nordpol und Südpol dauern Polartage ein halbes Jahr, an den Polarkreisen ist es genau ein Tag, an dem die Sonne nicht untergeht. Wegen der astronomischen Refraktion ist er auch noch knapp außerhalb der Polargebiete zu erleben.

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