Und jetzt iCH! Trump im Härtetest der „Dämonen“!

Donald Trump US-Präsident

Und jetzt iCH! Trump im Härtetest der „Dämonen“!

Vor ein paar Tagen hat das Internet die Unterschrift von Donald Trump entdeckt. Seither wird sie unter anderem verglichen mit…

… dem Ergebnis eines Lügendetektortests, dem Schattenriß von Mordor, den EKG-Aufzeichnungen von Kammerflimmern – oder den „Frequenzausschlägen kreischender Dämonen“.

Dringend Zeit also, Klarheit in die Diskussion zu bringen.

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„Sir, könnten Sie …“ – „Nein, Sie bekommen keine Frage!“ Donald Trump hat sein eigenes Verständnis von Pressefreiheit.

Katarina Rehm ist geprüfte Graphologin und Vorstandsmitglied des Centrums für Graphologie. Sie wird unter anderem zu Rate gezogen, wenn Unternehmen wichtige Stellen besetzen müssen, und dafür eine Persönlichkeitsanalyse der Bewerber auf Grundlage von deren Handschrift brauchen.

  • Sie hat sich die Signaturen von Donald Trump, Barack Obama, George W. Bush und Bill Clinton angesehen. Ein Gespräch über dicht gedrängte Buchstaben, manischen Durchsetzungswillen und die Frage, warum Obama „seltsam zweigeteilt“ ist.

SZ.de: Frau Rehm, mit Blick auf die Unterschriften der drei letzten und des amtierende US-Präsidenten: Wem würden Sie am ehesten einen Führungsjob geben?

Katarina Rehm: Von der Schrift her würde ich Bill Clinton bevorzugen. Der erscheint mir in Summe am berechenbarsten. Bei den anderen kann es eher Überraschungen geben.

Woran sehen Sie denn, dass Bill Clinton berechenbar ist?

Seine Unterschrift ist wie aus einem Guß. Und die „Ls“ in „Bill“ und die „Ns“ von „Clinton“, der Fachmann spricht da von Girlanden, lassen vermuten, daß er in seiner Kommunikation offen und verbindlich ist. Es geht bei ihm weitgehend sachlich zu. Diese Berechenbarkeit erscheint mir für eine Führungsposition sehr sinnvoll.

Die Unterschrift von Clinton, aber auch die des neuen Präsidenten Donald Trump verlaufen sehr plan auf einer Linie.

Da haben Sie recht. Das spricht tendenziell dafür, dass ein Mensch seine Pläne sehr konsequent verfolgt. Dass er seinen Weg geht.

Aber es sagt noch nichts darüber aus, wie er das tut, oder?

Das läßt noch alle Möglichkeiten offen – von großer Lockerheit bis zu heftigem Nachdruck. Wobei ich betonen möchte, dass es natürlich gewagt ist, nur von einer Unterschrift auf das ganze Leben zu schließen. Wir sprechen da ausdrücklich von einer Tendenz. Es ist in etwa so, wie wenn ein Mensch niest: Vermutlich ist so ein Mensch erkältet. Er könnte aber auch allergisch sein. Und wenn eine Unterschrift gerade ist, sind die Menschen in der Tendenz realistisch und gehen ihren Weg.

Das Internet vergleicht Trumps Unterschrift gerade wahlweise mit den EKG-Aufzeichnungen von Kammerflimmern, dem Schattenriß von Mordor oder den Frequenzausschlägen kreischender Dämonen.

(lacht) Das paßt schon zu seinem Wesen. Die Unterschrift sieht, vor allem im oberen Bereich, ja tatsächlich ein bisschen aus wie ein Zaun – oder wie ein Stacheldraht.

Was lesen Sie also aus dieser Schrift?

Zunächst vor allem, daß sich die Buchstaben sehr eng drängen. Die Unterschrift hat extreme Winkel, Spitzen und deutliche Senkrechten – sie neigt sich also nicht nach links oder rechts, sondern geht deutlich von oben nach unten. Die positive Emotionalität ist bei solchen Menschen häufig nicht vorhanden oder zumindest in sehr geringem Maße ausgeprägt.

Das klingt, mit Verlaub, nach einer recht simplen Übersetzung.

Sie müssen sich Graphologie als eine Form der Körpersprache vorstellen – absolut vergleichbar mit der Gestik. Redet jemand viel mit den Händen? Unterstützt er seine Argumente mit zackigen Armbewegungen? Trumps Hoch und Runter in der Schrift entspricht sehr seinen Bewegungen beim Reden. Und ein Mensch, der mit vielen Spitzen schreibt, ist oft sehr beharrlich. Er gibt nicht gleich auf, holt sich keine Hilfe. Der macht’s.

Das sehen Sie, weil jeder Buchstabe wie ein Ausrufezeichen gesetzt ist?

Ja, und zwar mit Gewalt! Trump schreibt mit einer enormen Energie.

Und die eng gesetzten Buchstaben?

Eine eng gedrängte Schrift spricht dafür, daß ein Mensch vorwiegend nur sich vertraut, daß er sich sehr sicher ist, bei dem, was er denkt und tut. Wer offener schreibt, der läßt Platz für den Einfluss und die Ideen seiner Umgebung. Trump hingegen glaubt zu wissen, was gut und richtig ist. Er braucht niemanden. Schlimmer noch: Wahrscheinlich nimmt er Einflüsse von außen in vielen Fällen überhaupt nicht wahr. Wenn ich mich noch etwas weiter aus dem Fenster lehne, würde ich sogar sagen: Seine Unterschrift weist auf einen fast manischen Durchsetzungswillen hin.

Sehen wir uns seinen Vorgänger Barack Obama an. Das ist selbst in einzelnen Buchstaben noch Raum und Luft.

Absolut. Die Unterschriften von Obama und Trump scheinen wie das absolute Gegenteil voneinander. Wobei Obama seltsam zweigeteilt ist.

Bitte?

Machen Sie mal den Test: Halten Sie mit der Hand das Wort „Obama“ zu, damit Sie nur das „Barack“ sehen.

Okay.

Das ist sehr schwungvoll und mit seinen Winkeln und der Offenheit sehr, sehr ansprechend. Das enthält alles, was zumindest wir Europäer an ihm schätzen: Lockerheit, Schwung, Dynamik, Durchsetzungsvermögen – aber ohne Härte. Wenn Sie jetzt aber das „Barack“ abdecken, sieht das ganz anders aus. Der Nachname Obama wirkt für sich suchend, vielleicht sogar unsicher. Das ist jetzt etwas weit hergeholt, aber: Es wirkt fast, als habe sich dieses Obama, dieser Teil seiner Persönlichkeit, erst später in seinem Leben geformt.

„Ich würde davon abraten, diesen Mann als Chef einzustellen“

Vielleicht durch die Kämpfe, die er in verschiedenen Lebensphasen austragen mußte?

Möglich. Er ist jedenfalls kein entschiedener Kämpfer wie Trump. Er hatte früher vielleicht eher mit strukturellen Problemen zu tun. Dafür könnte das „Barack“ sprechen. Das ist sehr sympathisch. Aber der Präsident „Obama“ hat die Macht noch nicht verinnerlicht. Da wirkt er noch unfertig, ohne Entschiedenheit. Um aber noch mal auf Trump zurückzukommen: Da sind noch ein paar Dinge ganz außergewöhnlich. Schauen Sie sich mal das „O“ und das „A“ bei Donald an.

Ja?

Die sind deutlich ineinander verschlungen. Fast so, als würde er sich in sich selbst verlieren. Seine Schrift strebt sehr nach innen. Zu sich selbst.

Könnte man also sagen: Trump kreist lang um sich, bevor er zu Lösungen kommt? Er macht vieles mit sich selbst aus?

Nein, seine Entschlüsse kommen rasch. Aber er macht sie tatsächlich nur mit sich selbst aus. Um also auf Ihre Eingangsfrage zurückzukommen: Würde ich, wie ich es oft tue, ein Gutachten für eine Firma erstellen, mit der Frage, ob ich diesen Mann als Chef einstellen würde, ich würde dringend davon abraten. Es sei denn, er ist absolut alleine Chef. Aber dann geht es den Mitarbeitern eher nicht gut. Ich halte es jedenfalls für sehr unwahrscheinlich, dass ein solcher Mensch andere mit einbindet.

Wo immer ein Mensch mit einer solchen Schrift sich also in einem hierarchischen Gefüge abstimmen müsste, würde es schwierig.

Absolut. Vor allem, weil noch etwas auffällt, das ich bei einer Unterschrift so noch nie gesehen habe: der Abschluß, der letzte Buchstabe.

Dieses kaum als solches zu erkennende „P“ von Trump?

Die Unterschrift der meisten Menschen endet abrupt oder schwingt nach außen. Das steht, könnte man interpretieren, für Diplomatie, für Verbindlichkeit. Man öffnet sich zu Anderen hin. Wie eine ausgestreckte Hand. Das „P“ am Ende von Trump bildet dazu einen scharfen Kontrast. Erst kommt dieser erstaunliche Bogen nach oben, der eigentlich keinerlei Sinn hat. Und statt auszugleiten, macht der Strich eine deutliche Rückwärtsbewegung. Alles führt auf ihn zurück.

Er reißt alles an sich?

Und zwar komplett.

Ein Unterschrift gewordenes „America first“?

Ein Unterschrift gewordenes „Trump first“. Die ganze Unterschrift schreit förmlich: „Ich zuerst! Alles zu mir!“

Und das war bei seinen Vorgängern anders?

Es scheint mir aus einem anderen Selbstverständnis zu kommen: Bill Clintons Unterschrift zeigt deutlich, daß er immer sicher war. Und die Art, wie George Bush das „G“ schreibt, spricht meiner Meinung nach für ein großes Selbstbewußtsein. Es zieht sich tief nach unten und mit Schwung und Energie wieder nach oben. Das wirkt dominant, allerdings auf eine bodenständige Art – vielleicht verwurzelt in seiner Familie, seinem Besitz oder auch in der Religion. Das wirkt auf mich kreativ und dynamisch – wenn auch nicht so berechenbar wie bei Clinton. Im abschließenden Vergleich meine ich: Clinton ist umgänglich und staatsmännisch. Und Obama ist ein toller Typ. Den würde ich in der Freizeit besuchen, aber nicht als Präsidenten.

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One response to “Und jetzt iCH! Trump im Härtetest der „Dämonen“!”

  1. Damit kann man Idioten beeindrucken. says :

    Seit dem Ende des letzten Jahrhunderts wird die Graphologie von den Kritikern als unwissenschaftlich abgelehnt. Dazu beigetragen hat insbesondere die 1992 von Dean vorgelegte Metaanalyse, die – verschiedene Untersuchungen zusammenfassend – der Graphologie bezüglich ihrer Validität ein schlechtes Zeugnis ausstellt.

    Objektivität, Reliabilität und Validität, also die üblichen Anforderungen an eine Testmethode, ließen sich für die Graphologie (wie auch für andere psychodiagnostische Methoden) nur empirisch nachweisen. Dieser Nachweis ist nicht gelungen.

    Der Psychologieprofessor Peter Uwe Kanning tritt in Deutschland als Kritiker unseriöser Verfahren in der Eignungsdiagnostik auf und kritisiert neben [NLP] und Schädeldeutung vor allem die Grafologie, Als Diagnostikexperte fasst er die Kritik wie folgt zusammen:

    „Fassen wir unsere Analyse zum Status quo der Graphologie zusammen, so ergibt sich ein eindeutiger Schluss: Die Graphologie ist zwar unterhaltsam und mag als Gesellschaftsspiel ihre Berechtigung haben, sie kann aber in keiner Weise die vollmundigen Versprechungen ihrer Anhänger einlösen.

    Der zugeschriebene Nutzen würde auf Wunschdenken, Wahrnehmungsverzerrungen, Unwissenheit und Zufall basieren.

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