US-Botschaft soll von Tel Aviv nach Jerusalem

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US-Botschaft soll von Tel Aviv nach Jerusalem

Donald J. Trump (70) sprach am Sonntag mit Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu, dem Mann, der so sehr mit der Administration von Barack Obama im Clinch gelegen hatte.

Ein Schritt, der wegen seiner symbolischen Bedeutung den Nahen Osten weiter polarisieren dürfte. Denn sowohl Israel als auch die Palästinenser betrachten Jerusalem als ihre Hauptstadt. Und so rufen die Gegner: Dies ist ein Verstoß gegen internationale Gesetze.

Dagegen sagen die Befürworter: Dieser Schritt war überfällig.

Und auch am Sonntag lief Trump auf Hochtouren.

Um 13.30 Uhr Ortszeit (19.30 UHR MEZ) griff er im Oval Office des Weißen Hauses zum Telefon und sprach mit Israels Staatsoberhaupt Benjamin Netanjahu.

Und plötzlich sprach auch seine Pressesprecher Sean Spinner wieder mit der Presse.

Er sagte zum Nachrichten-Sender CNN: „Die Diskussion, die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, ist hiermit eröffnet.“

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Der neue Israel Botschafter der USA, David Friedman, sprach sich als Erster für die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem aus

Netanjahu und viele konservative Israelis und Juden rund um die Welt begrüßen diese Entscheidung frenetisch.

Denn für sie bedeutet dies nicht nur, daß die USA Jerusalem offiziell als ihre ungeteilte Hauptstadt akzeptiert, sondern auch eine zusätzlich Anerkennung ihres Staates.

Die Gegner sind derweil entsetzt.

Zum Hintergrund: Israel hatte den Osten der Stadt während des Sechs-Tage-Krieges 1967 besetzt. Eine Aktion, die von der internationalen Gemeinde NICHT anerkannt wurde.
Am 23. Oktober 1995 hatte der 104. US-Kongreß ein Gesetz verabschiedet, das die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem einleiten sollte. Doch die Präsidenten Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama hatten den Schritt abgelehnt und blockiert, weil er die nationalen Sicherheitsinteressen gefährde.

Denn Jerusalem ist die Heimat aller drei großen Religionen Judentum, Islam und Christentum.

Es gilt deshalb als sicher, daß die muslimische Welt, dies als Affront und einen Schritt der Trump Administration gegen den Islam betrachten wird. Und es wird befürchtet, daß dies zu einer Eskalation der Gewalt in der Region führen wird.

Entsprechend gab es gestern in Jerusalem Proteste von Gegnern der Trump-Linie.

Hunderte Amerikaner und Israelis mit amerikanischer Staatsbürgerschaft waren vor der US-Botschaft in Tel-Aviv auf die Straße gegangen, um ihre Sorgen auszudrücken.

Sie protestierten gegen Trumps Kandidaten als US-Botschafter in Israel, dem Immobilien-Juristen David Friedman, der liberale amerikanische Juden als „Kapos“ verunglimpft hatte.

Kapos wurden Gefangene in Hitlers Konzentrations-Lagern (KL) genannt, die von der SS abgestellt worden waren, um die Zwangsarbeiter zu überwachen.

„Der rechte Flügel in Israel hat eine Allianz mit Trump gebildet, die sie glauben läßt, dass sie nun noch weiter nach rechts abdriften können“, sagt Evan Kent (56), ein ehemaliger Kantor des Isaiah Tempels in West Los Angeles gegenüber der „LA Times“. „Die Leute, die glauben, daß Trump gut für Israel ist, sind wahnsinnig.“

Die Regierung in Israel reagierte ganz anders. In den Stunden vor dem Telefonat genehmigte sie den Bau von Hunderten neuer Siedlungs-Einheiten im Osten Jerusalems. Eine klare Absage an die UN-Resolution, die vor rund einem Monat die Siedlungen für illegal erklärt hatte.

Bereits am Tag Trumps Vereidigung war am Skelett eines im Bau befindlichen Hochhauses in Jerusalem ein Riesen-Poster aufgehängt worden, auf dem es heißt:

„Mazeltov on your decision to move your Embassy to Jerusalem.“

Alles Gute zur Entscheidung, eure Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Dazu ein Post Skriptum:

„Suchst du ein Bauprojekt? Rufe Johny an, 0522-635-148.“

Die Reaktionen der Palästinenser folgten umgehend. Ihr Verhandlungs-Chef Saeb Erekat sprach von einer „roten Linie“, die hier überschritten wird:

„Dies könnte die Zwei-Staaten-Lösung zerstören, den Einfluß der Amerikaner im Friedensprozeß reduzieren und möglicherweise eine Serie neuer Gewalt auslösen.“

Eine Stunde nach dem Telefonat mit Netanjahu setzte Trump seinen Arbeits-Sonntag fort. Er vereidigte im „East Room“ des Weißen Hauses zusammen mit Vize-Präsident Mike Penne Mitglieder seiner Administration. Darunter sein Stabs-Chef Reince Priebus, sein Schwiegersohn und Chef-Berater Jared Kushner und sein hoch umstrittenen Chef-Stratege Steve Bannon.

Trump präsentierte sich in bester Laune und zeigte den Vertretern der Presse einen Brief, den Präsident Barack Obama für ihn im Weißen Haus hinterlassen hat.

„Ein sehr, sehr netter Brief“, erklärte Trump versöhnlich. Und dann: „Aber ich werde euch nicht sagen, was drin steht.“

Auch über sein Gespräch mit Netanjahu sagte er nichts. Doch aus dem Weißen Haus sickerte durch:

Es ging nicht nur um die US-Botschaft, sondern auch darum, was gegen den Nuklear-Deal zwischen Teheran und der Administration von Barack Obama getan werden kann.

Also kein Zweifel: Die Nah-Ost-Politik der USA steht vor einer radikalen Wende.

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19 responses to “US-Botschaft soll von Tel Aviv nach Jerusalem”

  1. Reichsbürger aber kein keltischer Druide says :

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/razzien-in-sechs-bundeslaendern-reichsbuerger-soll-terroristische-vereinigung-gebildet-haben-14752214.html

    „Reichsbürger“ soll terroristische Vereinigung gebildet haben
    Die Polizei ist bundesweit gegen mutmaßliche Rechtsextremisten vorgegangen. Im Fokus der Ermittler steht wohl ein „Reichsbürger“, der Angriffe auf Asylbewerber, Polizisten und Juden geplant haben soll. Zwei Männer wurden festgenommen.

    Ja, das kann ich bestätigen, denn auch ich bin Vierteljude und israelischer Staatsbürger und damit Reichsbürger nach ReichsbürgerVO unseres geliebten Oberjuden Adolf Hitler, des Begründers unseres Terrorjudenstaates Israel.
    Wir beschäftigen uns auch mit einem Zwischenfall in der Budapester Straße 41, dem Sitz der Terrorjudenschacher-Organisation Keren hayesod des Saustaates Israel, der Merkelschen Staatsraison.

    Sicherheitskreise bestätigten Medienberichte, wonach der Hauptverdächtige sich als „keltischen Druiden“ bezeichnet.

    Aber ein keltischer Druide bin ich nicht. Das wäre mir zu dämlich.

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  2. Juden raus aus der UNO und aus Palästina ! says :

    https://en.wikipedia.org/wiki/United_Nations_Security_Council_Resolution_2334

    Warum gibts diese Resolution bei Wikipedia nur auf englisch ? Sind die deutschen Wikipedia-Admins zu feige dazu ?

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