Schnee bis nach Mittel- und Süditalien: Eine Katze läuft zwischen den mit Schnee bedeckten Trümmern der eingestürzten Häuser in Amatrice. (5. Januar 2017)

Schnee bis nach Mittel- und Süditalien: Eine Katze läuft zwischen den mit Schnee bedeckten Trümmern der eingestürzten Häuser in Amatrice. (5. Januar 2017)

Der Winter hat Europa fest im Griff. Die Kälte hat bereits mehrere Todesopfer gefordert: In Polen sind in den letzten zwei Tagen nach aktuellen Kenntnissen zehn Menschen erfroren. Auch in der Ukraine sind vier Personen der Kälte zum Opfer gefallen.

An der bulgarisch-türkischen Grenzen haben Anwohner in einem Waldgebiet derweil die Leichen zweier erfrorener Iraker gefunden – offensichtlich Flüchtlinge.

Eisbrocken an den Ufern des Balaton-Sees in der Nähe von Balatonberény in Ungarn. (7. Januar 2017)

Der Winter behindert auch den Personen- und Güterverkehr: In der türkischen Millionenmetropole Istanbul mußten seit Freitag wegen der heftigen Schneestürme am Flughafen Atatürk derweil Hunderte Flüge gestrichen werden. Der Bosporus – eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt – wurde am Samstagmorgen für den Schiffsverkehr gesperrt. Auch in Serbien türmte der Wind den Schnee am Freitag bis zu zwei Meter hoch. Selbst in Neapel schneite es.

Auf den griechischen Inseln hat es Schnee: Ein Kind spielt mit der weißen Pracht in einen Flüchtlingscamp auf Lesbos.

Polen erleidet «den tragischsten Tag dieses Winters»

In Teilen Polens liegen die Temperaturen seit Donnerstag bei minus 20 Grad und darunter. Nach Angaben der Wetterexperten dürfte sich die Kältewelle am Wochenende fortsetzen. Neben mindestens zehn Kältetoten starben zwei weitere Menschen, weil sie an Kohlenmonoxid aus defekten Heizungen erstickten.

Viele Flüchtlinge müssen in klirrender Kälte in ihren Zelten ausharren: Ein NEGER in einem Flüchtlingscamp auf Lesbos schaut nicht länger SCHWARZ einen „Service der BRD GmbH“ von Mutti-hat-mich-eingeladet Lügenpresse ARD ZDF BETRUGSSERVICE, sondern sieht WEISS wie Kokain…

Der Freitag sei bislang «der tragischste Tag in diesem Winter», sagte die Sprecherin des Regierungszentrum für nationale Sicherheit (RCB), Bozena Wysocka.

Der Wintersturm tobte am Freitag mit bis zu 90 Kilometern pro Stunde durch die Gebirge im Süden des Landes.

In der Region Rybnik fiel bei mehr als 2.000 Menschen die Heizung aus. In der westukrainischen Region Lwiw, dem deutschen Lemberg, starben vier Menschen an den Folgen der Kälte.

Der Frost hat auch Tschechien fest im Griff. In Prag fand eine Polizeistreife am Samstag unter einer Brücke die Leiche eines Obdachlosen, der in der Nacht erfroren war. In der Gemeinde Hradistko in Mittelböhmen brachen zwei Männer auf dem Eis eines Sees ein. Für einen der beiden kam die Hilfe der Rettungskräfte zu spät, er starb an Unterkühlung. Es soll Alkohol im Spiel gewesen sein.

Hunderte Flüge gestrichen: Der Schneesturm behinderte den Flugverkehr am Atatürk International Airport stark. (7. Januar 2017)

Gouverneur von Istanbul – Krisenzentrum in Istanbul eingerichtet

In Istanbul ist die Sichtweite auf dem Bosporus zeitweise unter 100 Meter gefallen.

  • Die Bosporusfähren zwischen der europäischen und der asiatischen Seite Istanbuls stellten den Verkehr ein.
  • Turkish Airlines allein mußte Hunderte Flüge vom Flughafen Atatürk streichen.
  • Dutzende weitere Airlines waren betroffen.

Trittbrettfahrer in Istanbul – Schwarzfahrende Passagiere stehen auf dem Trittbrett eines Trams! (7.Januar 2017)

Anadolu berichtete am Samstag, stellenweise seien in Istanbul über Nacht bis zu 40 Zentimeter Schnee gefallen.

Die heftigen Niederschläge bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt führten zu starken Verkehrsbehinderungen in der hügeligen Stadt. Der Gouverneur von Istanbul richtete ein Krisenzentrum ein.

Während das Gestöber für die einen eine Last ist, freuen sich andere daran: Freunde veranstalten eine Schneeschlacht auf dem Taksim-Platz in Istanbul. (7. Januar 2017)

Eine Kaltfront hatte bereits am Freitag zu einem Temperatursturz in der Stadt geführt. Am Abend hatte zusätzlich zu stürmischen Winden dichter Schneefall eingesetzt, der den Vorhersagen zufolge noch den Samstag über andauern sollte.

Spaß am Schnee: Ein Kind rutscht eine vereiste Straße in Istanbul hinunter.

Für kommende Woche wurde weiterhin Neuschnee vorhergesagt.

Eine Kaltfront hatte bereits am Freitag zu einem Temperatursturz in der Stadt geführt: Ein Bub wirft einen Schneeball in der Nachbarschaft Eyub. (6. Januar 2017)

Windgeschwindigkeiten bis 160 Stundenkilometer in der Adria

In Italien traf der Sturm die im Sommer von einem Erdbeben verwüsteten Gegenden. Auf Sizilien und in Neapel mußten Fähren im Hafen bleiben. In der Stadt am Vesuv schneite es zum ersten Mal seit langer Zeit wieder. Züge fielen aus, Straßen wurden gesperrt.

In der Hauptstadt Italiens Rom hält der Winter Einzug: Der vereiste Najaden-Brunnen auf der Piazza della Repubblica

Segen von Papst Franziskus zum Dreikönigstag

In Rom trotzten rund 35.000 Gläubige der Kälte und warteten auf dem Petersplatz auf den Segen von Papst Franziskus zum Dreikönigstag.

Eine Frau fotografiert die Eispracht beim Tisza-Fluss in Szolnok, 98 Kilometer südöstlich von Budapest.

In der Adria wütete der Sturm mit Spitzengeschwindigkeiten von 160 Stundenkilometern. Kroatien stoppte den Fährverkehr zu einigen Inseln. Auch Brücken wurden gesperrt.

Verkehrschaos und abgeschnittene Dörfer in Südosteuropa

In Rumänien blieben am Freitag zahlreiche Autos im Schnee stecken. Rettungskräfte holten 90 Menschen aus liegen gebliebenen Fahrzeugen. Rund 30 weitere Personen harrten noch in ihren Autos aus. Die Behörden evakuierten 622 Dialysepatienten und 126 Schwangere. Wegen zugeschneiter Gleise fielen mehr als 40 Züge aus.

Der Theiss-See in Ungarn ist gefroren – kein Hindernis für die Eissegler.

In Bulgarien schnitt der Schneesturm die Stromversorgung für rund 650 Dörfer ab. Im Norden Albaniens arbeiteten sich die Rettungsdienste durch bis zu 120 Zentimeter hohen Schnee in abgeschnittene Dörfer vor. Auch der Strom fiel vielerorts aus.

Weitere Opfer wird es wohl in Ungarn geben. Da gab es im vergangenen Jahr bereits doppelt so viele Kältetote wie im Jahr zuvor!

  • Im vergangenen Jahr seien mindestens 80 Personen erfroren, gab das Ungarische Sozialforum in einer ersten Bilanz am Freitag bekannt.
  • Darunter seien viele Obdachlose.
  • Und in dieser Bilanz ist die aktuelle Kältewelle noch nicht eingerechnet.

Schnee auf griechischen Inseln

Im Norden Griechenlands herrscht seit Freitag Dauerfrost. Die Thermometer in der Hafenstadt Thessaloniki zeigten am Samstag um die Mittagszeit minus sieben Grad Celsius. Am schlimmsten leiden Tausende Flüchtlinge auf den Inseln, die in Zelten ausharren müssen.

Zahlreiche Landstraßen waren nur mit Schneeketten befahrbar, wie die Polizei mitteilte. Eine dünne Schneedecke lag auf den Stränden zahlreicher Touristeninseln. Auch im Zentrum Athens herrschten Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Die Balkanstaaten meldeten Temperaturen von bis zu 27 Grad Minus.

Selbst in der kroatischen Hafenstadt Split lagen sie nach Angaben des Wetterdiensts bei minus sieben Grad – und waren damit so niedrig wie seit 50 Jahren nicht mehr.

In den Niederlanden wurden bei rund 330 Glätteunfällen am Samstag mehrere Menschen verletzt: Fahrradfahrer bahnen sich den Weg durch die verschneiten Straßen.

Glatteis in Frankreich und den Niederlanden

  • In Frankreich gaben die Behörden vor allem für den Norden Glatteiswarnung aus.
  • Selbst in der Pariser Region wurden bis zu elf Grad Minus gemessen.
  • In mehr als 30 Departements galt erhöhte Alarmstufe.
  • Mehrere Städte hatten in Turnhallen Schlafplätze für Obdachlose eingerichtet.

In den Niederlanden wurden bei rund 330 Glätteunfällen am Samstag mehrere Menschen verletzt.

  • Ein Autofahrer kam ums Leben, wie die Polizei mitteilte. Er sei nahe der Ortschaft IJzendoorn in der Provinz Gelderland mit seinem Wagen in einen Graben neben der Autobahn A15 gestürzt.

Eisregen habe Straßen in weiten Teilen des Landes in Rutschbahnen verwandelt, sagte ein Sprecher des Ministeriums für Infrastruktur und Umwelt. Im Bahnverkehr sorgte Eisregen für Störungen.

Der Deutsche Wetterdienst warnte am Samstag ebenfalls vor «unwetterartiger Glatteisbildung» in Nordrhein-Westfalen und Unwettergefahren durch Glatteis auch im Nordwesten. Er rief die Menschen auf, zu Hause zu bleiben und nach Möglichkeit Autofahrten zu vermeiden.

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