Alle Jahre wieder: „Mehr als nur Kristallkugel“

AstronomieWie wird 2017 aus Sicht der Sterne? Jahres-Horoskope sind in diesen Tagen überall zu lesen, natürlich variantenreich formuliert.

Damit habe professionelle Astrologie aber nichts zu tun, sagt Klemens Ludwig, Vorsitzender des Astrologenverbandes, im heute.de-Interview.

Damit habe professionelle Astrologie aber nichts zu tun, sagt Klemens Ludwig, Vorsitzender des Astrologenverbandes, im heute.de-Interview.

heute.de: Herr Ludwig, welches Sternzeichen sind Sie?

Klemens Ludwig: Ich bin Steinbock. Und damit rational, diszipliniert, strukturiert. Typische Steinböcke wissen um ihr Können und um ihre Verdienste für die Gemeinschaft, sind aber nicht die, die sich in den Vordergrund drängen.

heute.de: Soviel zur Theorie. Und wie sind Sie wirklich?

Ludwig: Da ist schon was dran. Aber natürlich bin ich nicht nur Steinbock, sondern verbinde – wie alle Menschen – mehrere Elemente des Tierkreises zu einer Einheit. Bei mir wirken vor allem noch Krebs, Widder und Jungfrau. Das macht für mich die Astrologie so sympathisch: Sie ist ein komplexes System, das nicht alle Typen über einen Kamm schert und die Menschheit in zwölf Schubladen steckt, sondern das Individuum in den Blick nimmt. Jedes Horoskop ist anders. Selbst biologische Zwillinge unterscheiden sich.

heute.de: Warum? Sie haben doch den gleichen Geburtstag…

Ludwig: …ja, allerdings sind nicht nur Tag und Ort entscheidend, sondern auch der exakte Zeitpunkt. Das heißt: Ein paar Minuten Differenz können da schon ein anderes Horoskop ergeben.

heute.de: Warum sind Horoskope so beliebt?

Ludwig: Weil sie den Menschen offensichtlich Orientierung bieten – und das schon sehr lange. Die Astrologie blickt auf eine große kulturgeschichtliche Tradition zurück. Bereits vor 8.000 Jahren gab es Kultstätten, die nach Sonne und Gestirnen ausgerichtet wurden. Schon die alten Babylonier haben die Sterne intensiv studiert. Deren Erkenntnisse, verbunden mit dem mathematischen Geist der alten Griechen, bilden die Basis der heutigen Horoskope. Pythagoras etwa wollte mit seinen Arbeiten nicht in erster Linie mathematische Formeln erstellen, sondern das Wesen der Welt erkunden. Dabei waren die Sterne eine wichtige Orientierung.

heute.de: Mathematik hat mit den Horoskopen aus den Illustrierten aber wenig zu tun.

Ludwig: Wir müssen klar unterscheiden zwischen seriöser Astrologie und Unterhaltung. Sprüche wie „Nutzen Sie Ihre Chance, die kommt nie wieder“ haben keine Substanz. Jeder Mensch hat ein individuelles Horoskop, das genau bestimmt werden muss. Dafür brauche ich Zeit, da geht es so richtig in die Details. Von Profis gemacht, kann die Astrologie Orientierung bieten.

heute.de: Orientierung ist in unübersichtlichen Zeiten wie diesen sehr gefragt. Was sagen die Sterne denn über Donald Trump?

Ludwig: Donald Trump ist Zwilling und im Aszendent Löwe. Der Löwe erklärt seinen Drang zur Selbstdarstellung und sein überbordendes Ego. Für einen Zwilling ist Trump insofern untypisch, weil der Zwilling eigentlich weltoffen ist. Was der Zwillingsprägung jedoch völlig entspricht, ist die Flexibilität – bei Trump auch in Bezug auf die Wahrheit und harte Fakten sowie eine gewisse Oberflächlichkeit: Trump ist an vielem interessiert, geht aber nicht in die Tiefe.

heute.de: Angela Merkel ist Krebs und im Aszendent Schütze.

Ludwig: Das könnte typischer nicht sein. Sie hat die Energie des Krebses, der etwas Mütterliches hat: Der Krebs will nähren, versorgen, sich kümmern, beschützen. Merkel als Mutti, das passt. Der Krebs hat auch ein hohes Empathie-Vermögen, deswegen kann er gut analysieren, sich in andere hinein versetzen und auch manipulieren. Dazu passt Merkels Macht-Instinkt. Vom Schützen hat Merkel ihr Visionäres. Wie der Schütze will sie hoch hinaus.

heute.de: Wer hat die besseren Chancen, die Kanzlerin zu schlagen? Martin Schulz oder Frank-Walter Steinmeier?

Ludwig: Als Bürger sage ich: keiner von beiden (lacht). Und als seriöser Astrologe sage ich: Dafür müsste ich mir das Horoskop von beiden und die Sternumlaufbahnen, die sogenannte Transite, zum Zeitpunkt der Bundestagswahl genau anschauen. Dafür müsste ich also erst tiefgründig recherchieren.

heute.de: Sie sprechen von seriöser Astrologie – allerdings haben die führenden amerikanischen Astrologen einen Wahlsieg für Hillary Clinton vorausgesagt. Was ist da schief gelaufen?

Ludwig: Auch Astrologen machen Fehler, und wahrscheinlich war hier der Wunsch Vater des Gedankens. Das ist ohnehin der Hauptvorwurf an die Astrologie: Dass man manchmal nur das interpretiert, was man unbedingt hören will.

heute.de: Was sagen Sie Ihren Kritikern, die Astrologen für gut bezahlte Schwätzer halten?

Ludwig: Wir gucken nicht in die Kristallkugel, sondern berechnen Horoskope genau – orientiert an den Gestirnen und nach mathematischen Regeln. Bei der Deutung blicken wir auf eine lange Tradition zurück, auf die wir stolz sein können.

heute.de: Worauf fußen die Erkenntnisse der Astrologen?

Ludwig: Es gibt unter den Astrologen zwei große Denkschulen: Die eine sagt, was am Himmel passiert, beeinflusst das, was sich auf der Erde abspielt. Es gibt also eine Kausalität zwischen Himmel und Erde. Die andere geht eher von einer Analogie aus: Sterne und Planeten sind Spiegel dessen, was sich auf der Welt abspielt.

heute.de: Was war die krasseste Erfahrung in Ihrem Leben, die die Sterne vorausgesagt haben?

Ludwig: Mit zehn Jahren war ich auf einem sechswöchigen Kuraufenthalt. Ich wurde gehänselt, gemobbt, richtig fertig gemacht, auch von der Erzieherin. Es war eine schreckliche Zeit. Ich habe mir mal rückwirkend den Zeitpunkt, an den ich mich gut erinnere, genauer angeschaut – wir nennen das astrologische Biographie-Arbeit. Dabei habe ich festgestellt, dass damals Pluto und Uranus direkt beieinander standen und genau über meinen Aszendenten liefen, eine Zeit heftiger Erschütterungen auf allen Ebenen. Das trifft die Erfahrung dieser sechs Wochen ganz genau.

heute.de: Naja, rückwirkend etwas deuten ist das eine. Wie sieht’s mit dem Voraussagen aus?

Ludwig: Ich war mal in einer Beziehung, die uns beiden nicht gut getan hat. Wir konnten aber nicht voneinander lassen. Ich habe daher auf eine gute Konstellation gewartet: Die kam durch Uranus. Er ist der Revolutionäre unter den Planeten und steht für Aufbruch, Ehrlichkeit und Authentizität. Uranus war dabei, über meinen Mond zu laufen, und ich wusste, den Übergang wird die Beziehung nicht überdauern. So war es auch.

heute.de: Horoskope klingen nach Esoterik. Wie halten‘s die Astrologen mit der Religion?

Ludwig: Christentum und Astrologie schließen sich nicht aus, auch wenn die Kirche uns im Laufe ihrer Geschichte oft verteufelt hat. Aber die großen Theologen Thomas von Aquin und Albertus Magnus waren große Anhänger der Astrologie. Sie vertraten die These: Die Sterne sind ein Instrument Gottes und helfen uns, seinen Willen zu deuten. Letztlich ist auch die Astrologie ein Glaubenssystem, das wir wie christliche Glaubenssätze nicht beweisen können. Unter den Astrologen sind viele gläubige Christen.

heute.de: Wer denn zum Beispiel?

Ludwig: Am bekanntesten war Pater Gerhard Voss, ein Benediktiner-Mönch. Er ist 2013 gestorben und hat sich lange Jahre mit Astrologie und Horoskopen beschäftigt. Er hat das Buch „Astrologie christlich“ geschrieben, in dem er die Sterne zum Zeitpunkt von Jesu Geburt und seinem Tod gedeutet hat.

heute.de: Wenn ich für Astrologie kein Geld ausgeben möchte: Welche Website empfehlen Sie?

Ludwig: Unter astrodata.ch kann man sich kostenlos ein Horoskop erstellen lassen.

Das Interview führte Raphael Rauch.

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3 responses to “Alle Jahre wieder: „Mehr als nur Kristallkugel“”

  1. Tierkreiszeichen sind für die Tiere (Gojim) gemacht - wie der Honigtopf vom BND. says :

    Wußtest du, daß der Honigmann als Honigtopf des BND die Terroristenszene beliefert ?

    Nur Honig in der Terror-Tasche
    Die Polizei durchsuchte damals eine Moschee in Charlottenburg, verhaftete in Britz einen Syrer (28) und den Kurierfahrer (47). Doch in der mutmaßlichen Terror-Tasche aus Tunesien befand sich nur Honig und Gewürzpaste.

    http://www.bz-berlin.de/berlin/charlottenburg-wilmersdorf/auf-den-spuren-der-berliner-terror-zelle

    Viele Rabbiner sagen ja, daß die Tierkreiszeichen des Zodiac für Juden nicht gelten, weil Juden immer unter dem Einfluß Jahwes stehen. Die Tierkreiszeichen sind für die Tiere (Gojim) gemacht, denn so ergibt sich die Möglichkeit Gojim kreativ zu lenken. Das entspricht dem Christentum und Islam als Judentum für Nichtjuden.

    Astrology is not specifically mentioned in the Torah, but there are two commandments which have been used by some authorities as a basis to forbid the practice.

    „You shall not practice divination or soothsaying.“ (Leviticus 19:26)

    „When you enter the land that the LORD your God is giving you, you shall not learn to imitate the abhorrent practices of the nations. Let no one be found among you who…is an auger, a soothsayer, a diviner, a sorcerer, one casts spells…..For anyone who does these things is abhorrent to the LORD…“ (Deuteronomy 18:9-12)

    https://en.wikipedia.org/wiki/Jewish_views_on_astrology

    Für die Juden gibt es keine höheren Mächte als Jahwe und die Mossad-Ofanim.

    Quoting the Talmudic dictum in Sanhedrin 156a – „for Israel, there is no mazal („luck“, literally „planet“ or „constellation“)“, he also states that higher powers (i.e. God or angels) may overcome the influences of this system, and that they typically do so for Jews.

    Wenn nun aber ein Jude weder an Jahwe noch an Zodiac glaubt – was ist dann ?

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    • Schlau Meir says :

      Ein Jude, der weder an JHWH noch an ZODIAC glaubt, glaubt möglicherweise auch nicht an den Osterhasen. Von solchen Positionen des GLAUBENS ist es dann nur noch ein „kleiner Schritt für einen Juden“, in letzter Konsequenz der Verleugnung auch noch den Holocaust mit einem „?“ zu versehen.

      Diese Maniriertheiten des Denkens sollen dem Zweifler oder Ungläubigen eine Erhöhung unter den Menschen verschaffen, indem sich der „Denker“ zu einem Auserwählten unter Doofen erklärt. Wenn der Auserwählte jedoch durch einen Wink des Schicksals ins Koma fällt und nie wieder aus dem Koma erwacht, hat sich sein Auserwähltsein insofern erledigt.

      Sehr viele Menschen neigen dazu in eine Art Klugscheißertum zu verfallen, und daraus das Leben als Theorie der Praxis zu beschreiben – wie etwa Karl Marx. Am Ende erwartet sie der Tod. Dann ist auch das Klugscheißertum am Ende (angelangt).

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      • Soll sie weiter hängen ? Noch höher und schöner ? says :

        Von solchen Positionen des GLAUBENS ist es dann nur noch ein „kleiner Schritt für einen Juden“, in letzter Konsequenz der Verleugnung auch noch den Holocaust mit einem „?“ zu versehen.

        Darauf kommt es an, wenn man bedenkt, was alles an dieser Frage dranhängt, denn am Holocaust hängt die BRD.

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