#GeorgeMichael ist tot

Rob, Phil and Michael Lippman, manager extraordinaire

Als Solokünstler und zuvor auch mit dem Duo „Wham!“ feierte er Welthits – nicht zuletzt „Last Christmas“.

Jetzt, an Weihnachten, ist George Michael mit 53 Jahren gestorben. Hochs und Tiefs prägten sein Leben.

Selbst ganz zu Anfang seiner Karriere, als er in den 80er Jahren mit dem Popduo Wham! ebenso glatt und sauber wie seine Musik wirkte, rumorte es in ihm.

  • Denn während er seine Rolle als Frauenschwarm nach Außen perfekt spielte,
  • haderte er damit, seine Homosexualität verstecken zu müssen.

Musikalische Erfolge auf der einen Seite, private Skandale und Gesundheitsprobleme auf der anderen – seine Fans waren häufig in großer Sorge um ihn.

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Jetzt starb der Popsänger im britischen Goring-on-Thames – genau am ersten Weihnachtstag.

Sein Hit „Last Christmas“ ist gerade in diesen Tagen wieder überall zu hören.

Er sei friedlich im Alter von 53 Jahren eingeschlafen, teilte sein Agent am Sonntag mit. Die Todesursache war in der Nacht zum Montag noch unklar, sein Manager Michael Lippman sprach von Herzversagen. Eine Obduktion soll Klarheit schaffen. Hinweise auf ein Fremdverschulden fand die Polizei nicht.

Last Christmas: Sein größter Hit – erschienen 1984 – ist ein Klassiker zum Weihnachtsfest. Ein Ohrwurm sondergleichen, fast ebenbürtig mit Stille Nacht. Der Videoclip wurde gedreht in den Schweizer Alpen. Eingängiger Text:

„Last Christmas, I gave you my heart

But the very next day, you gave it away

This year, to save me from tears

I’ll give it to someone special.“

„Karma-Rechnung bezahlt“

Eine Lungenentzündung brachte den Superstar bereits 2011 in Wien dem Tode nahe. Wochen lag er auf der Intensivstation, Tage im Koma. Eigentlich hatte er sich wieder erholt, seine Erfahrungen sogar im Song „White Light“ verarbeitet und war unter anderem bei der Abschlußfeier der Olympischen Spiele in London 2012 aufgetreten.

  • Doch dann wieder ein Schock: Der Sänger fiel aus einem fahrenden Auto auf die Autobahn.
  • Augenzeugen berichteten, Michael habe während der Fahrt die Tür geöffnet.
  • Was genau passiert war, wurde aber nie richtig geklärt.
  • Er kam mit Kratzern und blauen Flecken davon.
  • Viele fragten sich: Was ist bloß mit ihm los?

Michael war schon mehrfach mit Drogen im Blut hinter dem Steuer unterwegs, mußte deshalb seinen Führerschein abgeben, Sozialstunden ableisten und 2010 sogar acht Wochen ins Gefängnis.

Er bezeichnete die Strafe als gerecht. Er habe seine „Karma-Rechnung“ bezahlt und wolle von vorn anfangen. Vorübergehend schienen sich dann die Wogen zu glätten.

Leben in Extremen

In die Schlagzeilen geriet er vor allem durch seine Begegnung mit der Polizei in den USA im Jahr 1998.

Er hatte sich einem Polizisten in Beverly Hills auf einer öffentlichen Toilette, die als Schwulentreff bekannt war, „unsittlich“ gezeigt. Das brachte ihm eine Geldstrafe und 80 Sozialstunden ein.

George Michael lebte schon immer in Extremen – doch den Sympathien für ihn tat das keinen Abbruch. Rund um sein Haus im Norden Londons hatte sich zwischenzeitlich eine bunte Gemeinde von berühmten Freunden angesiedelt, darunter Model Kate Moss. Der Sänger hatte fast sein ganzes Leben in London verbracht.

Als Sohn eines „griechisch-zypriotischen Einwanderers“ und einer Engländerin wurde er in der britischen Hauptstadt auch geboren.

„Es war fast bizarr“

Nach den großen Wham!-Erfolgen mit Schulfreund Andrew Ridgeley erlebte er in den 90er Jahren viele persönliche Schicksalsschläge – vor allem der Tod seiner Mutter und seines Lebensgefährten stürzten ihn in tiefe Krisen. Michael verfiel in Depressionen und begann, Drogen zu nehmen. „So vielen Menschen, die ich liebte, passierten schreckliche Sachen. Es war fast bizarr“, erzählte er einst.

In Interviews äußerte sich Michael offen über seine Probleme. Einmal sagte er dem Guardian, die Leute sähen ihn wegen seiner sexuellen Vorlieben und seiner Drogenprobleme gerne als „tragisch“ an; er glaube, seine Schwächen sorgten dafür, daß sie weniger neidisch auf ihn seien.

„Ich selbst betrachte sie nicht mehr als Schwächen – das ist einfach, wie ich bin“, fügte er hinzu.

#traurig, #traurig, #traurig

Trotz seiner Achterbahnfahrt im Leben war er einer der ganz Großen im Musikgeschäft. Songs wie „Faith“ und „Freedom“ machten ihn weltweit berühmt, er verkaufte Millionen Platten. Als sie von seinem Tod erfuhren, würdigten ihn zahlreiche Künstler noch in der Nacht zum Montag in den sozialen Netzwerken.

Elton John nannte ihn auf Instagram einen geliebten Freund und brillanten Künstler.

Michaels früherer Bandkollege Ridgeley erklärte, er sei „untröstlich“.

US-Sängerin Madonna äußerte sich erschüttert: „Leb wohl, mein Freund! Ein weiterer großartiger Künstler verläßt uns.“

Und Martin Fry von der Band ABC twitterte, er sei am Boden zerstört und einfach nur #traurig, #traurig, #traurig.

Seine eigene Biografie auf seiner Internetseite eröffnete Michael mit symbolträchtigen Worten:

„Alle wissen, wer George Michael ist. Oder zumindest denken sie, sie wissen es.“

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