Rußland: Putin kündigt Aufrüstung bei Atomwaffen an

Rußlands Präsident Wladimir Putin hat eine Stärkung der militärischen Atom-Kapazitäten des Landes angekündigt

Rußlands Präsident Wladimir Putin hat eine Stärkung der militärischen Atom-Kapazitäten des Landes angekündigt.

Er sagte am Donnerstag bei einem Treffen mit Armeevertretern im Verteidigungsministerium, das „militärische Potenzial der strategischen nuklearen Kräfte“ in Rußland müsse im kommenden Jahr ausgebaut werden.

  • Vor allem sei wichtig, daß sämtliche existierende und künftige Raketenabwehrsysteme „durchbrochen“ werden könnten, sagte Putin laut russischen Nachrichtenagenturen und AFP.

Putin reagiert damit auf die Ausweitung der NATO-Präsenz in Osteuropa.

Rußland hat immer gesagt, daß es die Präsenz von NATO-Truppen bis an die russische Grenze nicht tatenlos hinnehmen werde.

  • Rußland vertritt die Auffassung, daß die USA der damaligen Sowjetunion versprochen hätten, als Gegenzug zu einer friedlichen Wiedervereinigung Deutschlands die NATO nicht bis an die russischen Grenzen zu schicken.
  • Im Zuge de Wiedervereinigung hatte sich das sowjetische Militär-Bündnis Warschauer Vertragsstaaten-Organisation aufgelöst und damit den Weg für eine Entmilitarisierung in Mitteleuropa freigemacht.

Mitgliedstaaten des Warschauer Pakts

Putin sagte: „Wir müssen sämtliche Änderungen im Kräfteverhältnis und bei der politisch-militärischen Lage weltweit genau beobachten, besonders entlang der russischen Grenzen“. Pläne zur „Neutralisierung der Gefahren für unser Land“ müssten rasch ausgearbeitet werden.

Der russische Präsident nahm auch Bezug auf den Einsatz des Militärs im Syrien-Konflikt, wo Moskau die Führung in Damaskus unterstützt. Die syrische Armee habe eine „bedeutende Unterstützung“ erhalten und so „erfolgreiche“ Einsätze gegen militante Kämpfer ausführen können.

Verteidigungsminister Sergej Schoigu

Verteidigungsminister Sergej Schoigu sagte den Angaben zufolge, Rußland habe in Syrien viele moderne Waffen sowie Ausrüstung getestet. Diese hätten sich als „hoch effektiv“ herausgestellt.

Tatsächlich nützen die Spannungen zwischen Ost und West der Rüstungsindustrie und den Militärs in beiden Blöcken: Sie können den jeweils anderen als Gefahr adressieren, um in Zeiten von knapperen Budgets Kürzungen bei den Verteidigungsetats zu vermeiden.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte am Donnerstag gesagt, daß es faktisch keine Gesprächsstruktur zwischen Washington und Moskau mehr gebe.

Der designierte Präsident Donald Trump hat in einem internen Papier Rußland immerhin schon einmal von der Liste der größten Bedrohungen für die USA gestrichen.

  • Der designierte Präsident Donald Trump hat in einem internen Papier Rußland immerhin schon einmal von der Liste der größten Bedrohungen für die USA gestrichen.

Moskau traut den Auguren allerdings noch nicht und setzt offenkundig auf eigene Stärke.

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