900 Eisenbahnwaggons mit US-Panzern rollen nach Polen

Der Oberbefehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa, General Hodges (l) mit dem Stellvertreter des Inspekteurs der Streitkräftebasis, Generalleutnant Bohrer.

Die USA machen ernst mit ihren Truppenverlegungen nach Osteuropa. Am Dienstag hat der Oberbefehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa erstmals Details genannt, wie die Panzer nach Polen kommen sollen.

Ein gigantischer Materialtransport wird in Kürze durch Brandenburg rollen.

„Atlantic Resolve“ (Atlantische Entschlossenheit) heißt die Militäraktion, mit der die USA ihre Nato-Partner in Osteuropa unterstützen will.

4.000 US-Soldaten mit ihren Panzern sollen dazu in Polen, im Baltikum und anderen Staaten stationiert werden und an gemeinsamen Nato-Manövern teilnehmen. Die Osteuropäer hatten um die Stationierung gebeten, weil sie nach der Rückkehr der Krim in die Russische Förderation und den Ereignissen in der Ukraine russische Einmischungen oder Militär-Aktionen fürchten.

Die USA und die NATO-Staaten wie Deutschland haben mit Versprechungen reagiert.

Jetzt folgen Taten. Am Dienstag gab der Oberbefehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa, General Frederick Hodges, in Osterholz-Scharmbeck bei Bremen erstmals bekannt, wie die Truppenverlegungen funktionieren sollen. Bekannt ist, dass die Einschiffung der 3. Brigade der 4. Infantry Division von Fort Carson, Colorado, bereits erfolgt ist. Panzer und weiteres militärisches Gerät sind per Schiff unterwegs nach Bremerhaven. Von dort soll der Transport per Bahn und über die deutschen Straßen geschehen.

Militärkonvois sind durch Niedersachsen, Hamburg, Sachsen-Anhalt und Brandenburg geplant.

Anaconda-16 NATO military exercises

Abrams M1 Panzer

Etwa 900 Waggons mit militärischem Material werden per Eisenbahn von Bremerhaven nach Polen gebracht.

„Bildlich gesprochen entspräche dies einer Gesamtzuglänge von zirka zehn Kilometern“, heißt es in einer Pressemitteilung, die das Landeskommando Mecklenburg-Vorpommern der Bundeswehr am Dienstag zur PK in Osterholz-Scharmbeck verbreitete.

Hinzu kommen ungefähr 600 Frachtstücke, die vom Truppenübungsplatz Bergen-Hohne ebenfalls per Bahn nach Polen transportiert werden. Knapp 40 Fahrzeuge sollen direkt über die Straße nach Polen bewegt werden.

In Polen wird vor allem Zagan, etwa 70 Kilometer vor den Toren der Lausitz, ein Dreh- und Angelpunkt des Aufmarsches sein. Von dort werden die Truppen dann weiter ins Baltikum und nach Südosteuropa verlegt.

In Norddeutschland hilft die Bundeswehr bei der Logistik für die Panzerverlegung der US-Verbündeten.

 „Deutschland hat als Drehscheibe eine besondere Bedeutung, diese wollen wir wahrnehmen. Die Streitkräftebasis stellt dafür alle erforderlichen Fähigkeiten bereit“, betonte Generalleutnant Peter Bohrer bei der Pressekonferenz in Osterholz-Scharmbeck.

Deutschland stellt für die US-Armee Lagerkapazität und Betriebsstoffe, Unterkunft und Verpflegung, Instandsetzung, Transport- und Umschlag, Anlagen und Einrichtungen der Bundeswehr, Feldjägerunterstützung sowie die Transportsicherung innerhalb Deutschlands bereit.

Ein erster Schritt in Richtung Krieg ist die Operation „Atlantic Resolve“ aus Sicht von US-General Frederick Hodges nicht. Aber: Russland verhalte sich nicht wie ein Land, das Frieden möchte.

Dabei verwies der General auf den „leider“ erfolgreichen Coup des Oberbefehlshabers der Russischen Streitkräfte, dem vormaligen FSB-Geheimdienstchef Wladimir Putin, mit der Integration der bereits im Zarenreich zu Rußland gehörenden Halbinsel Krim in 2014.

Abschreckungsmaßnahmen gegen Rußland seien notwendig. Daß der gewählte US-Präsident Donald Trump den Einsatz-Plan ändern werde, glaube er nicht, sagte er mit Verweis auf zahlreiche Gespräche. Die ersten Schiffe mit militärischer Ausrüstung seien unterwegs.

Operation „Bison Drawsko“

Noch im Januar wird im Rahmen der Operation „Bison Drawsko“ eine niederländische Brigade durch Deutschland Richtung Polen bewegt.Dabei übernimmt die Bundeswehr logistische Aufgaben.

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2 responses to “900 Eisenbahnwaggons mit US-Panzern rollen nach Polen”

  1. Polen erobert die Ukraine zurück. says :

    Polen ist doch der vorgeschobene Brückenkopf gegen das Reich des Bösen, aber sind denn die Panzer auch schlammtauglich ? Die Ukraine gehört Polen.

    Konjews Blitzkrieg im Schlamm
    Den ukrainischen Frühjahrsschlamm muß man erlebt haben. Das ganze Land ist aufgeweicht, die Straßen sind ein einziger bodenloser Morast. Tiefe Löcher machen es noch schwieriger, mit irgendeinem Fahrzeug voranzukommen, es sei denn mit einem russischen T-34. Die meisten deutschen Panzer wurden mit dem Schlamm nicht fertig.
    Am 5. März 1944, als die Straßenverhältnisse am schlechtesten waren, startete Konjew seinen phantastischen „Blitzkrieg durch den Schlamm“. Die russischen Operationen begannen mit einem Trommelfeuer.
    Innerhalb von sechs Tagen waren die Deutschen 70 Kilometer zurückgewichen und hatten Uman aufgeben müssen. Hunderte von Panzern, Lastwagen und Geschützen mußten sie im Morast zurücklassen. An einer Bahnstation fiel den Russen ein soeben eingetroffener Zug mit vielen fabrikneuen Panzern in die Hände.
    In der Regel allerdings gelang es den Deutschen, Panzer und Lastwagen, die aufgegeben werden mußten, zu verbrennen oder in die Luft zu sprengen.
    Die russischen Panzer wurden zwar mit dem Schlamm fertig, aber die Artillerie blieb zurück. So war es oft nur die russische Infanterie – manchmal von Panzereinheiten unterstützt, oft aber auch auf sich allein gestellt -, die der deutschen Infanterie auf den Fersen bleiben mußte.
    Konjews Offensive zu dieser Jahreszeit war eine Operation gegen alle Regeln der Kriegskunst, und die Deutschen hatten sie sicher nicht erwartet.

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    • Schlau Meir says :

      Die Panzerarmee der Wehrmacht ist weitgehend ein Mythos. Die Bestimmungen des Vertrages von Versailles, die dem Deutschen Volk aufgezwungen wurden, verboten die Panzerwaffe. Allerdings nahm bereits die Reichswehr die geheime Zusammenarbeit mit der Roten Armee auf, und so kam die erste Erprobung von Prototypen von Panzern in der Sowjetunion zustande.

      Die Panzerwagen im Krieg von 1914/18 wirken geradezu grotesk im Vergleich zum rasanten Fortschritt dann im Verlauf von 1939/45.

      Zwar hatten ausgerechnet britische Spitzenmilitärs die Notwendigkeit und die Strategie der Tanks nach dem WWI in Büchern publiziert, doch wurden diese Theorien in England ignoriert. Ausgerechnet ein deutscher General las sie, und er erkannte die Wichtigkeit dieser Waffe.

      Dennoch verhinderterte Versailles die Entwicklung vollwertiger Produktionskapazitäten und folgerichtig den Aufbau einer Panzertruppe. Die Prototypen erhielten Tarnbezeichnungen als landwirtschaftliche Sondermaschinen.

      In der Nomenklatur der Panzerarmee existiert ein gigantisches Tohuwabohu in Bezug auf die eingesetzten Modelle.

      Tohuwabohu (hebräisch תהו ובהו tōhū ṿāṿōhū meist übersetzt mit ‚wüst und leer‘) bezeichnet ein heilloses Durcheinander und wird modernisiert mit „Wirrwarr“ und/oder „Chaos“ übersetzt.

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Tohuwabohu

      Nennenswert bestückte sich die Wehrmacht erst durch Beutepanzer, vor allem im sehr erfolgreichen Frankreichfeldzug. Die spätere Produktion des Elitepanzers Tiger vollzog sich weitgehend chaotisch und unstrukturiert. Zu viele Fehler wurden trotz der für Spitzentechologie bekannten Rüstungsunternehmen nicht oder nur unzureichend beseitigt: vielfach waren sie bereits konstruktiv bedingt.

      Denn ein Panzer ist immer ein Kompromiß aus Zielvorgaben!

      Diese sind (Auszug):
      Geländegängigkeit
      Reichweite durch Treibstoff
      Material (teure Spezialstähle, Legierungen)
      Bewaffnung
      Panzerung
      Eigengewicht
      Besatzung
      Tarnung (damit ist nicht Tarnfarbe gemeint, sondern speziell Aufsätze wie Antennen usw.)

      Zweifelsohne bildet die Panzerarmee eine wichtige Funktion in der operativen Kriegsführung ab, gerade ihre verheerende psychologische Wirkung auf die unbewaffnete Zivilbevölkerung (Budapest 1956, Berlin am 27. Oktober 1961, Prag 1968, „Jelzin steigt auf Panzer und verliest Proklamation“ Moskau 1991) muß immer im Auge gehalten bleiben, doch gehört die Etappe zur Domäne des Heeres: der Besetzung fremder Gebiete und deren militärischer Beherrschung zur Kontrolle der Zivilbevölkerung.

      Zudem gehört es zu den weiteren Mythen, daß in strategischen Aufgabenstellungen stets der Supertank vonnöten sei. Das ist geradezu kontraproduktiv, weil nur kriegswichtige Ressourcen verschleudert werden. Den Durchbruch bei Stalingrad erreichte der Befehlshaber der Roten Armee Schukow mit Billigpanzern. Diese produzierten die Gulags mit den zahlreich konzertiert in Lagerhaltung geführten Kritiker am Personenkult von Stalin.

      Väterchen Stalin indes bewahrte seine Liebe zum ganzen Volk und selbst zu den jüdischen Volksfeinden: er gab ihnen Brot und Arbeit als Vollzeitstellen, und er bewahrte sie so auch noch vor den Konzentrationslagern seines seiner Zeit wichtigsten Verbündeten: Hitler!

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