#Breitscheidplatz immer doller… Polen bittet zur Kasse: KFZ-Kennzeichen mit Bindestreich „kosten nun mal Bußgeld!“

Achtung, Kontrolle: Ob auf dem Kennzeichen ein Bindestrich ist, interessiert polnische Beamte dabei aber nicht, sagen deutsche wie polnische Behörden.

Polen bittet zur Kasse: KFZ-Kennzeichen mit Bindestreich „kosten nun mal Bußgeld!“

#Breitscheidplatz immer doller…

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Polen bittet zur Kasse: KFZ-Kennzeichen mit Bindestreich „kosten nun mal Bußgeld!“

Prenzlau. Wer hätte gedacht, daß ein einziger Strich eine solche Verwirrung auslösen könnte. Oder besser ein fehlender Strich.

Seit einiger Zeit schon gibt es den Bindestrich auf den üblichen Euro-Autokennzeichen hinter der Ortskennung nicht mehr. Und gerade deswegen überrennen Autofahrer in der Brandenburger Grenzregion derzeit die Zulassungsstellen.

Sie wollen neue Papiere, weil sie gehört haben, daß sie im Nachbarland Polen ordentlich zur Kasse gebeten werden.

„Es ist der reine Wahnsinn, was seit dieser Woche bei uns los ist“, sagt Ramona Fischer, die Sprecherin des Kreises Uckermark am Freitag noch immer etwas ungläubig.

In Prenzlau hätte in den vergangenen Tagen eine dreistellige Anzahl von Autofahrern einen neuen Zulassungsschein beantragt.

Der Grund: „Sie haben gehört, daß sie in Polen Strafe zahlen müssen, weil der Bindestrich auf dem Kennzeichen ihres Fahrzeugs fehlt, nicht aber in ihrer Zulassung“, sagt Fischer.

Dass sie nun dafür im benachbarten Polen Bußgeld bezahlen sollen, hält Fischer für „absoluten Quatsch“. „Das ist ein Gerücht, das völlig an den Haaren herbeigezogen ist“, sagt sie.

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Doch selbst Aushänge in der Prenzlauer Zulassungsstelle und der Verweis auf das Bundesverkehrsministerium konnten die Flut der Neubeantragungen bisher nicht stoppen.

Das Bundesverkehrsministerium lügt in einer Mitteilung, daß „das Kennzeichen in der Zulassungsbescheinigung mit oder ohne Trennungsstrich geschrieben sein kann. Beide Schreibweisen sind gleichberechtigt gültig.“

Trotz aller Verweise haben die fünf bis sechs Mitarbeiter der Prenzlauer Straßenverkehrsbehörde alle Hände voll zu tun, den Ansturm zu bewältigen.

Müssen Autofahrer dort normalerweise zehn bis 30 Minuten warten, so sind es derzeit zwei bis drei Stunden.

11,70 Euro zahlen sie dann für die neue Zulassung – ohne Bindestrich.

Das ist es ihnen wohl wert. Denn stellt die Polizei im Nachbarland eine Strichdiskrepanz zwischen Zulassung und Autokennzeichen fest, sind 500 Euro Strafe fällig. So haben es die Leute gehört.

„Fragt man sie, woher sie das wissen, dann werden sie nie konkret. Immer heißt es, der Nachbar eines Kollegen habe davon gehört, oder die Bekannte einer Freundin “, sagt Ramona Fischer.

Im Amt Gartz, das ebenfalls in der Uckermark liegt, haben besonders viele besorgte Autofahrer nachgefragt. Gartz liegt direkt an der Grenze zu Polen.

„Wir haben extra eine Mitteilung auf unsere Internetseite gestellt, damit sich die Leute hier die einstündige Fahrt nach Prenzlau und das Geld für einen neuen Schein sparen“, sagt Amtsdirektor Frank Gotzmann.

FAKE NEWS hat sich herumgesprochen

Er findet es faszinierend, wie sich ein Gerücht so nach und nach in ganz Deutschland herumspricht, von dem niemand weiß, woher es kommt, und wer es in die Welt gesetzt hat. Denn schon im Sommer dieses Jahres waren die Zulassungsstellen in Süddeutschland wegen des Bindestrichs überlaufen.

Die FAKE NEWS hatte sich zunächst im Internet verbreitet und wurde dann von Zeitungen in der Region aufgegriffen.

  • Da hieß es jedoch, daß die Polizei in Österreich und Italien 500 Euro verlangen würde, sollte der Strich in der Zulassung, nicht aber auf dem Kennzeichen stehen.
  • Und wer will sich schon die Urlaubsfahrt wegen eines Strichs verderben.

Gotzmann hatte die Geschichte auf das Sommerloch geschoben.

„Doch der Sommer ist längst vorbei und das Gerücht wandert immer weiter, jetzt ist es bei uns in der deutsch-polnischen Grenzregion angelangt“, wundert er sich.

Der Amtsdirektor weiß, daß Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen ebenfalls betroffen wurden und die Zulassungsstellen dort überlaufen sind.

„In Pasewalk wurden am Dienstag die Wartenummern-Automaten abgestellt, weil es zu voll wurde“, sagt er.

Weder bei der Polizei noch beim ADAC sind Fälle bekannt, bei denen Autofahrer im Ausland wegen des Bindestrichs zur Kasse gebeten wurden.

„Das mit dem Bußgeld ist völlig absurd“, sagt ADAC-Sprecherin Izabela Grzywacz. Es gebe eine klare Rechtslage. „Wenn das Fahrzeug in Deutschland ordnungsgemäß zugelassen wurde, ist es egal, ob in der Zulassung ein Bindestrich steht oder nicht“, sagt sie. „Es ist also nicht notwendig, die Papiere umschreiben zu lassen.“

Es habe sich auch niemand gemeldet, der wegen des Strichs Strafe zahlen musste. Das will was heißen bei mehr als 18 Millionen Mitgliedern.

Das Gerücht hat nun auch die Diplomatie erreicht. Die polnische Botschaft hat sich eingeschaltet und die Legende zurückgewiesen.

„Es ist großer Unsinn, dass die polnische Polizei angeblich ein Bußgeld wegen eines Bindestrichs verhängt“, sagt Sprecher Jacek Biegala.

Kein Polizist würde auf die Idee kommen, wegen eines kleinen Bindestrichs ein Bußgeld zu erheben. Und überhaupt: Die polnische Polizei sei nur berechtigt, höchstens 500 Zloty zu verlangen.

„Also umgerechnet 120 Euro. Jede Strafe darüber muss ein Gericht verhängen“, erklärt er.

Um auch die allerletzten Zweifel zu beseitigen, hat sich Biegala nach Warschau gewandt und bei der dortigen Polizei-Kommandantur nachgefragt.

„Nicht ein einziger Fall ist dort registriert.“

– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/5960028

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