#Breitscheidplatz GPS-Daten des Todes-Lkw geben Rätsel auf: „Als hätte jemand geübt“

Ein Foto vom Ort des Anschlags in Berlin.

GPS-Daten des Todes-Lkw geben Rätsel auf: „Als hätte jemand geübt“. TOD DES POLNISCHEN FAHRERS MITTLERWEILE BESTÄTIGT

GPS-Daten des Todes-Lkw geben Rätsel auf: „Als hätte jemand geübt“

Berlin – Ein Lkw rast auf einem Berliner Weihnachtsmarkt in eine Menschenmenge, zwölf Menschen sterben. Die Polizei vermutet einen Terroranschlag. Die genauen Hintergründe sind noch unklar.

Nach der Todesfahrt eines Lkw auf einem Berliner Weihnachtsmarkt deutet vieles auf einen Terroranschlag hin.

Die Polizei sprach am Morgen nach der Tat von einem „vermutlich terroristischen Anschlag“, einen Unfall schlossen die Ermittler aus.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte bereits in der Nacht gesagt: „Ich möchte im Moment noch nicht das Wort Anschlag in den Mund nehmen, obwohl viel dafür spricht.“

Bei der Tat im Herzen Berlins raste am Montagabend ein Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche und tötete mindestens zwölf Menschen. Weitere 49 Menschen lagen am Morgen zum Teil schwer verletzt in Krankenhäusern.

Der mutmaßliche Fahrer des Lkw, der auf der Flucht vom Tatort festgenommen worden war, kommt nach Informationen des RBB-Inforadios aus Pakistan.

Er sei am 31. Dezember 2015 in Passau nach Deutschland eingereist, berichtete der Sender unter Berufung auf Sicherheitskreise.

  • Nach dpa-Informationen soll der Mann mehrere Identitäten genutzt haben.

  • Er wurde am Morgen verhört.

Der für den Staatsschutz zuständige Generalbundesanwalt in Karlsruhe übernahm die Ermittlungen.

Der dunkle Lastwagen mit polnischem Kennzeichen fuhr laut Polizei gegen 20.00 Uhr auf einer Strecke von 50 bis 80 Metern über den Markt und zerstörte dabei mehrere Buden. Ein weiterer Mann, der auf dem Beifahrersitz saß, starb laut Polizei vor Ort. Er war Pole.

Polnischer Speditionsbesitzer bestätigt Tod seines Fahrers: „Foto ist sehr drastisch.“

Der Lastwagen gehörte einer polnischen Spedition, wie deren Eigentümer Ariel Zurawski dem polnischen Sender TVN 24 sagte.

Der Fahrer, sein Cousin, sei seit etwa 16.00 Uhr am Montag nicht mehr zu erreichen gewesen. Für ihn könne er die Hand ins Feuer legen, dass er kein Attentäter sei.

„Ihm muß etwas angetan worden sein“, mutmaßte Ariel Zurawski .

Mittlerweile hat Zurawski den Tod seines Fahrers bestätigt.

Er habe seinen Cousin auf einem Polizeifoto identifiziert, sagte Ariel Zurawski im polnischen Fernsehen. „Das Foto ist sehr drastisch.“

Er habe es zunächst nicht sehen wollen.

Der Frau des Lkw-Fahrers, die am Montag als letzte gegen 15.00 Uhr mit ihrem Mann telefonisch gesprochen haben soll, wurde es demnach nicht gezeigt.

In den Stunden vor der Tat war der Pole nicht mehr zu erreichen.

„Er war ein guter Fahrer, einer der letzten guten auf dem Markt“, sagte Zurawski.

Der Verstorbene hinterläßt seine Frau und ein 17-jähriges Kind.

  • Der Lastwagen hatte Stahlkonstruktionen aus Italien nach Berlin transportiert, berichtete Zurawski.
  • Wegen einer Verzögerung habe der Fahrer bis zum Dienstag warten müssen und den Lastwagen in Berlin geparkt.
  • Die Berliner Polizei teilte dagegen mit, es bestehe der Verdacht, dass der Sattelschlepper in Polen von einer Baustelle gestohlen worden sei.

Rätselhafte GPS-Daten: „Als hätte jemand geübt“

  • Der Laster wurde nach vorläufiger Einschätzung der Polizei nicht von dem Polen gesteuert, der tot in dem Fahrzeug gefunden wurde.

„Der im Lkw tot aufgefundene Mann steuerte nach bisherigen Erkenntnissen nicht den Lkw“, als dieser in die Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gefahren sei, teilte die Polizei am Dienstag über den Kurzmitteilungsdienst Twitter mit.

Ein Vertreter des Lkw-Unternehmens hat zudem die Vermutung geäußert, daß jemand am Montag mehrfach geübt hat, das Fahrzeug zu starten.

Der leitende Speditionsmitarbeiter Lukasz Wasik sagte dem Internetportal money.pl, jemand habe den Laster am Montag mehrfach gestartet.

„Es ist, als hätte jemand geübt, ihn zu fahren“, sagte Wasik.

Eigentlich habe der Laster am Montag stehen bleiben sollen, um auf seine Entladung am Dienstag zu warten, führte Wasik aus.

  • Nach den von ihm überprüften GPS-Daten aus dem Lastwagen habe jemand um 15.44 Uhr den Motor gestartet und
  • weitere Male um 16.52 Uhr und um 17.37 Uhr.
  • Der Lastwagen sei nicht weggefahren.

Um 19.34 Uhr habe sich der Lkw dann in Gang gesetzt.

Gegen 20.00 Uhr war das Fahrzeug in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast.

Polnische Medien sprechen von möglicher Entführung

Nun berichten polnische Medien, dass der Lastwagen am Montagnachmittag in Berlin entführt worden sein könnte.

  • GPS-Daten hätten gezeigt, daß der Wagen ab etwa 16 Uhr mehrmals gestartet worden sei, berichtete der Sender TVN24 unter Berufung auf die betroffene polnische Spedition bei Gryfino in der Nähe von Stettin.
  • Dabei könnte es sich um Versuche eines mutmaßlichen Entführers gehandelt haben, den Lkw zu steuern, vermuteten polnische Medien.

  • Gegen 19.45 Uhr habe der Wagen seinen Standort in Berlin endgültig verlassen, hieß es
  • Demnach hatte der Lkw seit etwa Montagmittag vor einer Berliner Firma geparkt.
  • Es sei geplant gewesen, aus Italien transportierte Stahlkonstruktionen Dienstagfrüh dort auszuladen, sagte der Spediteur dem Sender.
  • Nach dem Unglück am Abend wurde der Fahrer tot im Wagen aufgefunden.
  • Der Lastwagen war am Montagabend gegen 20 Uhr in den Weihnachtsmarkt gerast.

Pressekonferenz am Mittag

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Innensenator Andreas Geisel wollten am Mittag (13.00 Uhr) auf einer Pressekonferenz die Öffentlichkeit informieren.

  • Der Berliner „Tagesspiegel“ berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, der Verdächtige sei den Ermittlern bekannt,
  • allerdings nicht wegen eines terroristischen Hintergrundes,
  • sondern wegen kleinerer krimineller Delikte.

Nach Worten von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) war die Situation am Abend unter Kontrolle.

Der Regierungschef reagierte geschockt. „Was wir hier sehen, ist dramatisch“, sagte Müller auf dem Breitscheidplatz.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich bestürzt.

„Wir trauern um die Toten und hoffen, daß den vielen Verletzten geholfen werden kann“, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit.

Merkel sei mit de Maizière und Berlins Bürgermeister Müller in Kontakt.

Bundespräsident Joachim Gauck äußerte sich ebenfalls betroffen.

„Das ist ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land, der mich wie zahllose Menschen sehr bestürzt“, teilte Gauck mit.

Ähnlich äußerten sich Frankreichs Präsident François Hollande, Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker.

Frankreich erhöhte die Sicherheitsvorkehrungen auf seinen Weihnachtsmärkten.

Der designierte US-Präsident Donald Trump sprach schon von einem „schrecklichen Terrorangriff“.

Die Polizei schaltete ein Portal frei, über das Augenzeugen des möglichen Anschlags in Berlin Fotos und Videos hochladen können. Zuvor hatte die Polizei gebeten, kein Bildmaterial über Soziale Medien zu verbreiten oder es per Twitter an die Behörden zu senden. Auf Handy-Fotos und -Videos könnten Hinweise zu sehen sein, die den Ermittlern bei ihrer Arbeit helfen.

Bei einem Anschlag im Juli in Nizza waren 86 Menschen ums Leben gekommen, als ein Terrorist mit einem Lastwagen über die Uferpromenade der Mittelmeermetropole fuhr. Für den Anschlag hatte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Verantwortung übernommen.

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10 responses to “#Breitscheidplatz GPS-Daten des Todes-Lkw geben Rätsel auf: „Als hätte jemand geübt“”

  1. Ja, der BND weiß wie man sowas macht. says :

    Keine Hinweise auf einen Kampf, keine Schmauchspuren

    Nach SPIEGEL-Informationen gibt es im Fall des Lkw-Attentats auf einen Berliner Weihnachtsmarkt zumindest Ungereimtheiten. Denn die Polizei geht davon aus, dass der polnische Mann, der im Führerhaus des Lkw gefunden wurde, erschossen wurde.
    Bei dem festgenommenen Tatverdächtigen sollen sich jedoch kaum Spuren gefunden haben, die auf einen Kampf hindeuten. Zudem fand man keine typischen Schmauchspuren an seinem Körper, die auf eine Schussabgabe schließen lassen. Das erfuhr der SPIEGEL aus hochrangigen Ermittlerkreisen.
    Gegen den Mann, der gestern Abend festgenommen wurde, war bis zum Nachmittag kein Haftbefehl erlassen worden. Er soll sich nicht in Karlsruhe, sondern in Berlin in Polizeigewahrsam befinden. Der Mann bestreitet die Tat.
    Der Verdächtige war noch in der Nacht von Montag auf Dienstag festgenommen worden. Berichten zufolge gelang das durch den Einsatz eines Augenzeugen, der den Mann verfolgte und den Notruf wählte.

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  2. Das mußte vorher geübt werden. says :

    Der Fahrer des Wagens war nach dem Vorfall geflüchtet. Die Polizei hatte anschließend einen Mann festgenommen. Sie klärt derzeit, ob es sich um den Fahrer des Lastwagens handelt. Der Mann streitet die Tat ab. Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt sagte, es sei in der Tat unsicher, ob der Mann der Fahrer war. Die Berliner Polizei twitterte: „Der festgenommene Tatverdächtige streitet derzeit die Tat am Breitscheidplatz ab. Wir sind daher besonders wachsam. Seien Sie es bitte auch.“

    Zurowski sagte, daß der LKW vor einer Firma abgestellt werden sollte, bis er Dienstag teilentladen werden sollte.
    Wo wurde das Fahrzeug abgestellt ? Bis zu diesem Zeitpunkt muß der Fahrer noch gelebt haben. Wer hat ihn dort überrumpelt und erschossen ?

    Vielleicht war es so, daß der Pakistani durch sein Wegrennen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen sollte und dann verhaftet wurde, während der andere aussteigen und ruhig weggehen konnte.

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  3. WEISSE WÖLFE says :

    Hat dies auf Manfred O. rebloggt.

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