Der Wrestling-Präsident

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Wrestling ist provokativ, vulgär, inszeniert, postfaktisch. Kurz: der perfekte Sport für Donald Trump. Er überträgt dessen Logik erfolgreich auf die Politik.

Wrestling ist provokativ, vulgär, inszeniert, postfaktisch. Kurz: der perfekte Sport für Donald Trump. Er überträgt dessen Logik erfolgreich auf die Politik.

Wrestling verstehen heißt Politik verstehen. Alexander Clarkson machte keinen Witz, als er den ratlosen Politexperten Erkenntnisse aus dem amerikanischen Showkampfspektakel ans Herz legte, um die Wahl Donald Trumps zu erklären.

„Politische Wissenschaftler würden über Trumps Wähler mehr lernen“, sagte der Londoner Universitätsdozent für kulturelle und europäische Studien, „wenn sie sich Wrestling ansehen würden, statt über das Deutschland der zwanziger Jahre zu schwadronieren.“

Trump hat ein Faible für Wrestling. Er hat diverse Showauftritte im Ring hingelegt, ist sogar in die Hall of Fame des weltgrößten Profiringerunternehmens World Wrestling Entertainment (WWE) berufen worden.

Die WWE-Aktie stieg am Tag nach Trumps Wahl um fünf Prozent. Am Mittwoch ist bekannt geworden, dass Trump Linda McMahon, die Ehefrau des WWE-Chefs Vince McMahon, zur Leiterin des Small Business Administration, einer Behörde zur Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen, machen wird. McMahon hatte Trumps Kampagne mit sechs Millionen Dollar unterstützt.

Der entscheidende Punkt der Verwandtschaft zwischen Trump und Wrestling allerdings ist ein anderer, ein kultureller: Wrestling ist kein Wettkampf, sondern Fiktion. Die Beteiligten und Verantwortlichen sprechen es inzwischen auch offen aus, sobald der Vorhang gefallen ist. Die Wrestlingshow ist abgesprochen und inszeniert: Dramaturgie, Rollenverteilung, Ergebnis.

Wrestling ist eine athletische Leistung, aber kein richtiger sportlicher Wettbewerb.

Wrestling ist postfaktisch – und damit perfekt für Trump.

Der hat sehr viele der Mechanismen verstanden, mit denen das Wrestling wöchentlich ein Millionenpublikum bewegt. Und im Wahlkampf hat er sie sehr erfolgreich angewandt.

Der Regelbrecher wird geliebt

Im Wrestling wie im Wahlkampf geht es um Emotionen, um Sympathien und Antipathien. Das war bisher schon immer so. Bloß sollte im Prä-Trump-Zeitalter im Wahlkampf der Gute bejubelt werden, der Böse ausgebuht. Im zurückliegenden Wahlkampf fand jedoch eine Angleichung an die Regeln des Wrestling statt. Dort hat es der Böse leichter, der Heel, wie es im Szenejargon heißt, der die ihm zugedachte Rolle freiwillig spielt. Er hilft seinem Widerpart, die Reaktionen der Zuschauer zu steuern. Er beleidigt es, pikst dem Kontrahenten in die Augen, provoziert, lügt, betrügt, bricht Regeln und Tabus, tut alles, um die Gefühle der Masse hochzuschaukeln.

Klingt vertraut? Donald Trump hat in seinem Wahlkampf ganz bewusst nicht den Guten gespielt. Er war der Heel, in Wrestlingmaßstäben ein überaus schlauer Ansatz. Die Erfahrung lehrt, dass es Wrestlingstars weit einfacher haben, sich als Böser zu etablieren. Ein Publikum mit Beleidigungen gegen sich aufzubringen, klappt besser und schneller als von ihm geliebt zu werden.

Die Heel-Rolle ist auch die dankbarere, weil sie mehr Freiraum zur Kreativität lässt: Wer auf Regeln keine Rücksicht nehmen muss, für wen auch negative Reaktionen gute Reaktionen sind, kann sich ausprobieren und austoben. Er darf sich auch mal geschmacklose Ausfälle leisten und auf die diebische Freude zählen, die ein Regelbruch beim Zuschauer auslösen kann. Aus vielen Wrestlingschurken wurden am Ende Publikumslieblinge. Dieses Prinzip kopierte unter anderem Muhammed Ali, der sich erklärtermaßen viel abgeschaut hat von Gorgeous George, einer frühen Heel-Legende des Wrestling.

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One response to “Der Wrestling-Präsident”

  1. RIF = reines Judenfett = die Seifenoper = der Jude seift die Welt ein says :

    Der Ringrichter kann das Match auch abbrechen, wenn er denkt, dass ein Wrestler das Match nicht mehr fortsetzen kann.

    Und wer ist der Ringrichter ? Natürlich der internationale Jude, der auch die Rolle Putins bestimmt. Vgl. Hitler, Stalin etc.

    Wrestling ist eine Mischung aus Show und Sport. Das Ziel ist nicht der Wettkampf, sondern die Zuschauer bestmöglich zu unterhalten („Entertainment“). Die Storylines, die um das Match geschehen und um die Akteure herum erfunden werden, kann man mit Seifenopern vergleichen.

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