Keine richtigen Polen, keine richtigen Deutschen?

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Oppeln im Jahr 1920. Die Stadt ist immer noch ein Zentrum der deutschen Minderheit in Polen. / CC BY-SA 3.0

Noch immer leben 150.000 Deutschstämmige in Polen. Vor 25 Jahren bekamen sie grundlegende Rechte zugesprochen.

Doch vor allem die Jüngeren fühlen sich immer weniger deutsch.

Der Grenzvertrag war der Durchbruch: Nach langen Verhandlungen fanden die BRD und das nicht mehr kommunistische Polen im Spätsommer 1990 eine Einigung.

  • Deutschland erkannte nach der Wiedervereinigung die lange umstrittene Oder-Neiße-Grenze endgültig an.
  • Zwar hatte die DDR bereits im Jahr 1950 seine Ost-Grenze zu Polen anerkannt.
  • Faktisch tat das auch die BRD unter Bundeskanzler Willy Brandt im Warschauer Vertrag von 1970.
  • Doch erst im Grenzvertrag, am 14. November 1990 in Warschau von den Außenministern beider Länder signiert, wurde die Oder-Neiße-Grenze völkerrechtlich als „unverletzlich“ und endgültig erklärt.

Der Vertrag war zugleich Bedingung für die weitere Annäherung. Schon acht Monate später schlossen beide Länder einen Freundschaftsvertrag, der die Aussöhnung vorbereitete, die gemeinsamen Beziehungen vertiefte – und auch den Status der deutschen Minderheit in Polen regelte.

Denn nach dem Zweiten Weltkrieg waren nicht alle Deutschen aus den Polen zugeschlagenen Gebieten geflüchtet oder vertrieben worden.

  • Insbesondere in der Region Oberschlesien blieben viele, auch wenn in mehreren Wellen viele als Spätaussiedler in die BRD zogen – alleine in den Jahren 1985 bis 1990 etwa 650.000 Menschen.

Alles Deutsche war verbannt

  • In Polen durften sich die Deutschen bis 1989 nicht als Minderheit organisieren.
  • Alles Deutsche, auch die Sprache, war aus dem öffentlichen Raum verbannt.
Datei:German Minority Upper Silesia.png

English: Map showing geographical spreading of the German minority in Upper Silesia (Poland) according to the National Census in Poland of 2002 (Polish Statistical Office).
Deutsch: Geografische Verteilung der Deutschen Minderheit in Oberschlesien basierend auf den Ergebnissen der letzten Volkszählung in Polen 2002 (Polnisches Statistikamt).
Polski: Mniejszość niemiecka na Górnym Śląsku według Narodowego Spisu Powszechnego w Polsce 2002 (Główny Urząd Statystyczny).

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/35/Deutsche_Minderheit_Masuren_Ermland.png

Deutsche Minderheit in Masuren und Ermland (Südhälfte Ostpreußens)
Nach der Volkszählung 2002
Quellen der Prozentzahlen: Polnisches Statistikamt

Doch heute ist fast alles anders.

Ihre rechtliche Situation in Polen bewerten Vertreter der deutschen Minderheit positiv. Rund 150.000 Menschen gehören heute noch dazu.

„Es gibt in Polen eines der besten Gesetze für Minoritäten in Europa, es garantiert uns alle Rechte“, sagt Norbert Rasch.

Der 44jährige war mehrere Jahre Vorsitzender der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD), wo das Gros der Deutschen lebt.

Das Gesetz regelt die Verwendung der deutschen Sprache in Gemeindeämtern mit starker Minderheit und gewährt die privilegierte Vertretung im polnischen Parlament (Sejm). Bei den letzten Wahlen im Oktober hat der Deutsche Ryszard Galla wieder einen Sitz erobert – als einziger Vertreter einer Minderheit.

In der Wojewodschaft Oppeln sind die Deutschen sogar Koalitionär am Regierungstisch. Hinzu kommen eigene Medien, finanzielle Zuschüsse aus deutschen und polnischen Ministerien und rund 330 deutsche Freundschaftskreise (DFK) mit über 50.000 Mitgliedern.

Doch vor allem die deutsche Jugend in Polen, sagt Aktivist Rasch, gehe heute mit ihren nationalen Wurzeln anders um als die Älteren.

„Wir haben früher eine ideologische Motivation gehabt, es war auch eine Reaktion auf die frühere Diskriminierung.“

Heute seien die Grenzen offen, und die Jungen sähen ihr Deutschsein pragmatisch – Fahrten ins Ausland, bessere Berufschancen. Diese Einschätzung bestätigt auch Rene Wodarz. Der 18jährige Schüler ist beim Bund der Jugend der Deutschen Minderheit (BJDM) aktiv.

„Wir lernen hier, an konkreten Projekten zu arbeiten und können das später beruflich nutzen.“

Minderheit quasi ausgestorben

Der BJDM hat dennoch Schwierigkeiten, Jugendliche dazu zu bringen, ihre deutschen Wurzeln zu pflegen.

„Bei mir im Ort ist die Minderheit quasi ausgestorben“, sagt Manuela Leibig vom BJDM. Womöglich liege eine der Ursachen in der Elterngeneration, so die 24jährige.

Einer Generation, die diskriminiert wurde und ihre deutschen Wurzeln weitgehend verwarf. Die Jüngeren könnten kaum gewonnen werden. Auch die 17jährige Melania Smykala, BJDM-Aktive, berichtet von solchen Barrieren. Sich selbst sieht die Schülerin zu gleichen Teilen als Polin und als Deutsche.

„Leider akzeptieren viele Polen noch nicht, daß man beides sein kann“, sagt sie.

Womöglich ist auch dies einer der Gründe, warum gerade in der Region Oppeln die Zahl der Menschen, die sich als Deutsche bezeichnen, laut Volkszählungen zwischen 2002 und 2011 deutlich gesunken ist…

…zugunsten der schlesischen Nationalität, die der Staat nicht als nationale Minderheit anerkennt.

Rene Wodarz sagt von sich:

„Ich bin kein richtiger Pole und auch kein richtiger Deutscher. Ich bin ein Schlesier, also etwas in der Mitte.“ Er kenne und schätze beide Sprachen und Kulturen. „Ich muß mich nicht auf ein Land beschränken. Und das Schlesische“, sagt er und lacht, „das vereint das Beste von beiden“.

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5 responses to “Keine richtigen Polen, keine richtigen Deutschen?”

  1. Putin, der Jesuiten-Schauspieler der Juden und Farage, der Jesuiten-Schauspieler von UKIP/AfD says :

    Schlau Meir says : 26. April 2016 um 21:26
    van Rompuy wird sterben. Insofern bleibt jede Kommentierung zu seiner Person überflüssig; Nigel Farage von der UKIP hat das bereits vortrefflich erledigt. Es kostete ihn eine Strafe von 3.000€.

    Buzek gehört zu den 89 Personen aus der Europäischen Union, gegen die Russland im Mai 2015 ein Einreiseverbot verhängt hat.

    Der frühere tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg sieht sich auf der Liste in guter Gesellschaft: „Als ich die anderen Namen sah, fand ich, dass ich mich in einem ehrbaren Klub befinde. Ich betrachte das als Belohnung“, sagte er laut „Guardian“.

    Von September 1980 an engagierte sich Buzek in der Gewerkschaft Solidarność,1981 als Vorsitzender des ersten Solidarność-Kongresses. Während des Kriegszustandes bis 1983 unter General Wojciech Jaruzelski entging er der Verhaftung und wirkte im Untergrund in führenden Positionen der Solidarność, unter anderem als Herausgeber der illegal gedruckten Zeitung Biuletin S, bis er sich wegen einer schweren Erkrankung seiner Tochter 1987 in die wissenschaftliche Arbeit zurückzog, der er sich auch nach dem Systemumbruch 1989 widmete.

    Am 17. Januar 2012 wurde der deutsche Sozialdemokrat Martin Schulz zu Buzeks Nachfolger als Parlamentspräsident gewählt. Buzeks persönlich zurückgenommene, staatsmännische Amtsführung fand Zustimmung im Urteil der meisten europäischen Journalisten, während Martin Schulz ihn als „Grüßaugust“ und Daniel Cohn-Bendit ihn als „anständig, ein netter Mensch, aber auch nicht mehr“ bezeichnete.

    http://theunhivedmind.com/wordpress/the-meeting-with-the-president-of-the-european-parliament-jerzy-buzek/

    https://www.jochen-roemer.de/Gottes%20Warnung/Hintergrund/Archiv/Beitraege/Warnung%20vor%20Putin.pdf

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukip-chef-farage-nennt-merkel-kalt-und-elend-lob-fuer-putin-a-961659.html

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  2. Wie soll man sich von dem Juden-Jesuiten-System freimachen ? says :

    …zugunsten der schlesischen Nationalität, die der Staat nicht als nationale Minderheit anerkennt.

    Da kommt man also auch nicht aus dem Juden-Jesuiten-System Rothschild raus.

    Dieser Jude aus Krakau soll die Jesuiten ausgebootet haben ???

    http://www.faz.net/aktuell/politik/die-wahl-des-papstes/der-jesuiten-orden-wer-mit-dem-teufel-kaempft-muss-die-seiten-schnell-wechseln-koennen-12115124.html

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    • Schlau Meir says :

      Auch die Jesuiten bilden eine, wenn wirkungsmächtige Minderheit; allerdings machten 50 Ostjuden aus New York die Bolschewistische Revolution mit dem Bankiersgeld vor allem von Schiff und Aschberg.

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      • Wir sind alle Jesuiten und Juden. says :

        Jan van Eppink (MdEP, Vizepräsident der ECR-Fraktion ): In einer Ansprache vor dem interreligiösen Dialog kündigte EU-Ratspräsident Van Rompuy an: “Wir sind alle Jesuiten. Er bezog sich auf die führenden europäischen Führer, mit denen er die Architektur für die Zukunft Europas entwickelt. “Es schafft unzerbrechliche Bindungen. Somit gibt es eine “Internationale der Jesuiten”. Wer sind diese Menschen, von denen van Rompuy, der selbst von den Jesuiten in Saint-Jan Berchman College in Brüssel geschult wurde, gesprochen hat?

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        • Schlau Meir says :

          van Rompuy wird sterben. Insofern bleibt jede Kommentierung zu seiner Person überflüssig; Nigel Farage von der UKIP hat das bereits vortrefflich erledigt. Es kostete ihn eine Strafe von 3.000€.

          Hier ein Video, das die übliche Zensur des Westjudentums aus New York bemängelt. Immerhin mußten diese Macher der Bolschewistischen Revolution ausnahmsweise einmal „klein beigeben“.

          In Zukunft werden diese Westjuden noch öfters die große Bühne bekommen, um immer wieder einmal „klein beizugeben“.

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