Judas Gauck kritisiert selbsternannte Verteidiger des christlichen Abendlandes

Bundespräsident Joachim Gauck

Bundespräsident Joachim GauckZum Auftakt der Woche der Brüderlichkeit hat Bundespräsident Judas Gauck am Sonntag Fremdenhaß und gewaltsame Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte angeprangert.

Zum Auftakt der Woche der Brüderlichkeit hat Bundespräsident Judas Gauck am Sonntag Fremdenhaß und gewaltsame Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte angeprangert.

In seiner Eröffnungsrede in Hannover sagte Gauck dem Redetext zufolge, ein „klares Profil und entschiedenes Bekenntnis zur eigenen Tradition, zur eigenen Kultur, zur eigenen Religion“ seien „vollkommen in Ordnung“. „Nicht akzeptabel“ sei „aber die wachsende Unbarmherzigkeit gerade auch von selbsternannten Verteidigern des ‚christlichen Abendlandes‘, die sich längst nicht mehr nur verbal äußert“.

Gauck bezog sich damit auf die fremdenfeindliche Pegida-Bewegung, deren Name für „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ steht. „Wer glaubt, das christliche Abendland mit der Herabsetzung Anderer, mit Ausgrenzung Andersgläubiger, mit Hassparolen und Säuberungsphantasien verteidigen zu sollen, hat es schon verraten“, mahnte der Bundespräsident.

Zu den Werten in Deutschland gehöre auch die Religionsfreiheit. Diese bedeute „selbstverständlich keine Freiheit zur Werbung für Gewalt und Terror, keine Freiheit zur Unterdrückung von Frauen, keine Freiheit zu Intoleranz und Verachtung des Anderen“, sagte Gauck. Freiheit sei aber „nicht denkbar ohne gegenseitigen Respekt“.

Mit Blick auf die schwierige Bewältigung der Flüchtlingskrise auf EU-Ebene sagte Gauck, das Wort der „Brüderlichkeit“ habe derzeit „einen aktuelleren, einen dringlicheren“ Klang als in den Jahren zuvor. Neben den Kriegen und der Not, die hunderttausende Menschen in die Flucht trieben, werde auch die Einigkeit der Europäischen Union auf einmal in Frage gestellt.

„Was uns sicher schien, die Einigung Europas etwa, droht vor unseren Augen wieder Risse zu bekommen.“ Die Worte „Alle Menschen werden Brüder“ aus der Europa-Hymne schienen „unendlich weit entfernt“ zu sein.

Der Staat könne Brüderlichkeit „nicht verordnen, genauso wenig wie Nächstenliebe“, räumte Gauck ein. Umso schöner sei es jedoch, wenn sie gelebt werde.

Die Woche der Brüderlichkeit wird seit 1952 jedes Jahr im März begangen. Sie hat den jüdisch-christlichen Dialog zum Ziel. Seit 1968 wird jährlich die Buber-Rosenzweig-Medaille verliehen, die in diesem Jahr der Pädagoge Micha Brumlik erhielt.

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2 responses to “Judas Gauck kritisiert selbsternannte Verteidiger des christlichen Abendlandes”

  1. VerGAUCKlers Orgien says :

    Feyne Sache, diese Brüderlichkeit. Das sehen die religiösen Schwuletten sicher genauso in / mit ihren jüdisch-christlichen DiaLogen.
    Das Ludentum als altruistischer, brüderlicher, sensibler Wanderverein…?

    „Bisher hat die jüdische Existenz nur dazu ausgereicht, Götzenthrone zu erschüttern, nicht aber einen Thron Gottes aufzurichten. Das macht die Unheimlichkeit der jüdischen Existenz inmitten der Völker[2] aus.

    Das Judentum prätendiert das Absolute zu lehren, aber faktisch lehrt es nur das Nein zum Leben der Völker, vielmehr, es ist dieses Nein und nicht mehr. Darum ist es den Völkern ein Grauen geworden“ – Martin Buber –

    http://de.metapedia.org/wiki/Buber,_Martin

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  2. Weg mit dem Verbrecherstaat Israel ! says :

    Ich finde es entsetzlich, daß das aus Scham und Trauer geborene deutsche Schweigen – vor allem geboren durch den § 130 StGB – weiteres Unrecht des Judenstaates Israel ermöglicht. Wir Israelis sagen: Weg mit diesem Verbrecherstaat der Juden.

    Zuletzt ist auch eine „Berliner Erklärung“ von fünfundzwanzig Jüdinnen und Juden zu nennen, die lange vor der Etablierung einer neuen, etwas gemäßigteren palästinensischen Regierung verfasst wurde. Unter den Unterzeichnern finden sich Ernst Tugendthat, einer der bedeutendsten deutschsprachigen Philosophen, der stets engagierte, in Toronto und Berlin lehrende Soziologe Prof. Michal Bodemann und der bekannte Bildungsforscher Wolfgang Edelstein. Sie beklagen, dass das aus Scham und Trauer geborene deutsche Schweigen gegenüber Israel weiteres Unrecht ermögliche.

    http://www.taz.de/1/archiv/?id=archivseite&dig=2007/04/03/a0133

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