Ha ha ha… Kinderfreund Volker Beck fährt jetzt nach Moskau

http://www.neues-deutschland.de/img/o/128069

Ha ha ha… Kinderfreund Volker Beck fährt jetzt nach Moskau

Vorwürfe gegen Grünen-Politiker werden ausgeschlachtet / Linkspartei: Hier ist Hilfe statt Kriminalisierung angebracht /

Merkel frohlockt: »Und Tschüß«

Endlich wieder einmal Hitler auf der Titelseite, so dachte man wohl bei der »Bild«-Zeitung und hob am Donnerstag den Fall Volker Beck auf den Titel – Schlagzeile: »Grüner mit Hitler-Droge erwischt!«

https://i1.wp.com/www.constantin-film.de/typo3temp/pics/a19ffb1885.jpg

Endlich wieder einmal Hitler auf der Titelseite, so dachte man wohl bei der »Bild«-Zeitung und hob am Donnerstag den Fall Volker Beck auf den Titel – Schlagzeile: »Grüner mit Hitler-Droge erwischt!«

Das Blatt hatte die Vorwürfe gegen den Bundestagsabgeordneten zuerst vermeldet, offenbar gut aus Polizeikreisen informiert. Zu Beck weiß man, dieser sei »nie um einen erhobenen Zeigefinger verlegen« gewesen – zudem wurde dem Abgeordneten vorgeworfen, den Vorgang zu verharmlosen.

Was nach dem sofortigen Ämterverzicht von Beck eine interessante Interpretation ist, doch das Springer-Blatt will wohl mehr:

In Anlehnung an die Entscheidung des SPD-Abgeordneten Michael Hartmann, der den Konsum von Chrystal Meth zugegeben hatte und nicht mehr für den Bundestag kandidieren will, wird gefragt:

»Ist das auch Becks Schicksal?«

http://www.neues-deutschland.de/img/o/128068

Was nach dem sofortigen Ämterverzicht von Beck eine interessante Interpretation ist, doch das Springer-Blatt will wohl mehr: In Anlehnung an die Entscheidung des SPD-Abgeordneten Michael Hartmann, der den Konsum von Chrystal Meth zugegeben hatte und nicht mehr für den Bundestag kandidieren will, wird gefragt: »Ist das auch Becks Schicksal?«

Bei der Zeitung, die sich zuletzt gern als Apo-Blatt gerierte, heißt es nun zur Reaktion der Grünenfraktion, »entschlossene Rückendeckung hört sich anders an«. Die Grünen hatten am Mittwoch nach Bekanntwerden der Vorwürfe erklärt, sie würden »die persönliche Entscheidung von Volker Beck mit Respekt zur Kenntnis und werden das Gespräch mit ihm suchen«, wie es die Parlamentarische Geschäftsführerin Britta Haßelmann formulierte. Auf die Substanz angesprochen, mit der Beck erwischt worden sein soll, sagte Fraktionschef Anton Hofreiter, »das ist sicher keine ganz einfache Droge«.

Crystal Meth ist in der Bundesrepublik seit einigen Jahren auf dem Vormarsch und gilt als schnell abhängig machend sowie schwer gesundheitsgefährdend. Es handelt sich um kristallines Methamphetamin, das als weißes oder eingefärbtes Pulver, teils auch als Tablette oder Kapsel verkauft wird – hergestellt aus dem Wirkstoff Ephedrin. Die wichtigste Wirkung: Leistungssteigerung. Ob Beck mit dieser Substanz von der Polizei kontrolliert wurde, ist bisher nicht einmal offiziell bestätigt. Es gibt bisher leidglich einen Anfangsverdacht gegen den Politiker – derzeit wird noch nicht einmal ermittelt. Denn als Abgeordneter genießt Beck Immunität, bis diese vom Bundestag aufgehoben wird.

Wie schon im Fall Hartmann wird nun auch über die Frage gesprochen, ob der Druck auf Bundestagspolitiker zu groß ist. 70 Stunden in der Woche sind eher die untere Grenze für viele Politiker. Sitzungskalender, der mediale Druck, das Rattenrennen der Parteikonkurrenz – den SPD-Politiker Hartmann hatte man seinerzeit einmal als »Aufziehmännchen« charakterisiert. Die Abgeordneten sind sehr gefragt, müssen aber auch liefern. Eine Rede hier, eine Sitzung dort, Vorbereitung, Pressetermin – und wieder von vorn. Hartmann hatte seinerzeit gesagt, seine Sucht sei »Arbeitssucht gewesen. Ich war durch und habe mir das nicht eingestanden.«

Der Berliner Ex-Pirat Christopher Lauer sagte in Anspielung auf den Fall des SPD-Abgeordneten, der von seinen Ämtern 2014 zurückgetreten war, »man hätte den Fall Hartmann ja schon nutzen können, um über Leistungsdruck in der Politik und unsern Umgang mit Drogen zu sprechen«. Dies sei aber nicht geschehen.

Als der CDU-Politiker und Fraktionsvize Andreas Schockenhoff vor einigen Jahren öffentlich seine Alkoholkrankheit eingestand, stand das Thema »Druck im Politgeschäft« auch schon einmal auf der Tagesordnung. Der Mediziner Götz Mundle, der selbst Politiker behandelt hat, sagte der Stress in der Politik »kann die Entwicklung einer Suchterkrankung fördern«. Der SPD-Politiker Matthias Platzeck erlitt 2006 zwei Hörstürze sowie einen Nerven- und Kreislaufzusammenbruch – er musste als SPD-Chef zurücktreten. Der Sozialdemokrat Kurt Beck schilderte den Job als einen, der »teilweise, zeitweise an der Grenze zur Unmenschlichkeit« entlangführe. Unter anderem auch auf solche Fälle war der Vorstoß der SPD-Politikerin Andrea Nahles und ihrer Linken-Kollegin Katja Kipping eine Reaktion, die vor einigen Jahren einen politikfreien Sonntag vorschlugen – damit die Abgeordneten auch einmal eine Pause machen könnten.

Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Frank Tempel, plädierte inzwischen dafür, Beck zu helfen, statt ihn zu kriminalisieren. »Strafrechtlich ist das eine klare Sache«, sagte er der »Mitteldeutschen Zeitung«. Besitz und Erwerb von Betäubungsmitteln seien strafbar. »Häufig werden die Ermittlungen allerdings eingestellt wegen geringer Mengen«, so Tempel. Im Fall Beck gehe »es ausschließlich um eine Selbstschädigung. Man muss sich fragen, ob es richtig ist, darauf mit Polizei und Staatsanwaltschaft und nicht mit Hilfsangeboten zu antworten«.

Anders das Echo im Internet. Mit viel Häme wurde auf das Bekanntwerden der Vorwürfe reagiert. Im Kurznachrichtendienst Twitter wurde das Hashtag #breakingbeck populär – eine Anspielung auf die TV-Serie »Breaking Bad«, in der ein Chemielehrer Crystal-Meth herstellt. CDU-Fraktionsvize Michael Kretschmer reagierte am Donnerstag mit unverhohlener Freude über den Fall: »Und Tschüss«, lautete sein Kommentar im Kurznachrichtendienst Twitter.

Inzwischen hat der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion Stephan Mayer von der CSU zu Becks Ämterverzicht erklärt, es sei »zu begrüßen, dass Herr Beck rasch seine politischen Ämter niedergelegt hat«. In der »Rheinischen Post« sagte er, Becks Hinweis, er habe stets für eine »liberale« Drogenpolitik gekämpft, könne dabei allerdings nicht als Entschuldigung dienen. »Bestehende Gesetze werden durch den Deutschen Bundestag geändert und nicht indem man dagegen verstößt. Das müsste Herr Beck als langjähriger Parlamentarier eigentlich am besten wissen.«

Für die Grünen ist der Fall Beck so oder so eine Schlappe: Der Abgeordnete gehört zu den profiliertesten Politikern der Partei – auch wenn dessen Haltung nicht jedem gefallen haben mag. Als Innen- und Rechtsexperte war er ebenso ausgewiesen wie in der Gleichstellungspolitik. Aber: Am 13. März finden wichtige Landtagswahlen statt. In Baden-Württemberg will der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann wiedergewählt werden. Dafür muss er kräftig Stimmen im konservativen Lager sammeln. In Rheinland-Pfalz geht es um den Erhalt der rot-grünen Koalition. Und in Sachsen-Anhalt um den Einzug ins Parlament.

Beck wird dem linken Grünen-Flügel zugerechnet. Er war von 2002 bis 2013 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion. Vor der Bundestagswahl 2013 war ihm vorgeworfen worden, er habe über einen früheren Aufsatz zu pädophilen Positionen nicht die Wahrheit gesagt. Beck gehört dem Bundestag sei 1994 an. Er ist für wortgewaltige Kritik ebenso bekannt wie für leidenschaftliches Engagement in der Sache. Die Deutsche Presse-Agentur schreibt über den Historiker und Germanist, er »polarisiert mit Spitzen und scharfen Kommentaren gegen den politischen Gegner, engagiert sich für die Menschenrechte. Selbst homosexuell, kämpft er gegen die Diskriminierung von Schwulen. Immer wieder geriet er bei Demonstrationen für die Rechte von Homosexuellen in Bedrängnis«.

Unermüdlich habe sich Beck auch zu aktuellen Debatten geäußert und »auch bei Twitter keine Auseinandersetzung« gescheut. Dort revanchieren sich nun jene, die Beck noch nie leiden konnten.

Advertisements

Schlagwörter: , , , , ,

One response to “Ha ha ha… Kinderfreund Volker Beck fährt jetzt nach Moskau”

  1. High Hitler ! - High Putin ! says :

    »Grüner mit Hitler-Droge erwischt!«

    Stimmt doch, mit Pervitin sind wir bis nach Moskau, Stalingrad und die Rheinwiesenlager gekommen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Methamphetamin

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/themen/rezension-der-totale-rausch-drogen-im-dritten-reich-von-norman-ohler-13799639.html

    Gefällt mir

%d Bloggern gefällt das: