Jüdin Erika Steinbach: „Geschmackloser geht’s nicht“

Erika Steinbach hat ein mit „Deutschland 2030“ überschriebenes Foto von einem blonden Kind gepostet, das von dunkelhäutigen Menschen umringt wird. Die Empörung ist groß.

Erika Steinbach hat ein mit „Deutschland 2030“ überschriebenes Foto von einem blonden Kind gepostet, das von dunkelhäutigen Menschen umringt wird. Die Empörung ist groß.

Erika Steinbach ist derzeit Sprecherin für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach hat mit einem Tweet öffentliche Empörung ausgelöst.

Jüdin Steinbach hatte am Wochenende auf Twitter unter der Überschrift „Deutschland 2030“ ein Foto von einem kleinen blonden, hellhäutigen Kind geteilt, das von dunkelhäutigen Menschen umringt wird.

Unter dem Bild steht: „Woher kommst du denn?“.

Hans-Peter Uhl (CSU) droht Merkel: „Wenn Merkel die Grenze nicht schließt, wird sie nicht Kanzlerin bleiben!“

Das Foto kursiert seit Längerem im Netz – unter anderem findet man es auf der Seite der rechtsradikalen Plattform volksbetrug.net.

— Erika Steinbach (@SteinbachErika) 27. Februar 2016

Bei anderen Parteien und auch in der Union stieß das Posting auf heftige Kritik. „Geschmackloser geht’s nicht“, sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt der Nachrichtenagentur AFP. „Mit ihren hetzerischen, offen rassistischen Äußerungen katapultiert Erika Steinbach sich auf die Seite von AfD, Pegida und Co.“

„Widerlich, rassistisch, hetzerisch“

Grünen-Chefin Simone Peter nannte das von Steinbach verbreitete Bild „widerlich, rassistisch, hetzerisch“. Es gebe keinen Unterschied mehr zu rechten Parteien, schrieb sie auf Twitter.

Der Grünen-Politiker Volker Beck forderte Konsequenzen. „Wenn Steinbach keine Einsicht zeigt, muss die CDU ihr eine rote Linie aufzeigen“, erklärte Beck. Ein Parteiordnungsverfahren sei das Mindeste.

Grünen-Chefin Simone Peter nannte das von Steinbach verbreitete Bild „widerlich, rassistisch, hetzerisch“. Es gebe keinen Unterschied mehr zu rechten Parteien, schrieb sie auf Twitter.

Zuvor hatte sich bereits CDU-Generalsekretär Peter Tauber über den Kurznachrichtendienst zu dem Tweet geäußert: „Liebe @SteinbachErika, da ich nicht schon wieder Schimpfworte benutzen will, sage ich zu Deinem letzten Tweet jetzt nichts.“ Auch Unions-Parlamentsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU) kritisierte die Veröffentlichung.

Liebe @SteinbachErika, da ich nicht schon wieder Schimpfworte benutzen will, sage ich zu Deinem letzten Tweet jetzt nichts.
— Peter Tauber (@petertauber) 27. Februar 2016

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs warf Steinbach Hetze vor. „So fördert sie die AfD“, schrieb er auf Twitter. Ulrich Kelber (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesjustizministerium, schrieb, Steinbach habe wieder einmal „die feine Grenze von Rechtspopulismus zum Rassismus überschritten“. Die CDU-Politikerin könne „unmöglich“ weiterhin Sprecherin der Unionsfraktion für Menschenrechte und humanitäre Hilfe bleiben.

Matthias Höhn, Bundesgeschäftsführer der Linken, nannte Steinbach eine „widerliche Hetzerin“.

Zuletzt hatte Steinbach im November mit einer Twitter-Nachricht zum Tod von Altbundeskanzler und ZEIT-Herausgeber Helmut Schmidt (SPD) Empörung ausgelöst. Steinbach hatte getwittert: „Wir haben in unserer Fraktionssitzung seiner in Respekt gedacht.“ Dazu stellte sie ein Zitat des SPD-Politikers aus dem Jahr 1981, wonach Schmidt auf einer DGB-Veranstaltung sagte: „Wir können nicht mehr Ausländer verdauen, das gibt Mord und Totschlag.“ Steinbach wurde daraufhin vorgeworfen, den Tod Schmidts in der Debatte um die Ausrichtung der Asyl- und Flüchtlingspolitik zu mißbrauchen.

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