Putins Verwicklung in Litwinenko-Mord

„Das Motto heißt: täuschen und tarnen“

Alle Beteiligten sind sich der diplomatischen Brisanz bewußt, die der Abschlußbericht von Richter Owen zum Litwinenko-Mord birgt.

Der Giftmord soll vom russischen Geheimdienst FSB in Auftrag gegeben worden sein. An Владимир Владимирович Путин (ВВП) Mitwisserschaft zweifelt die Presse nicht.

Vermutet haben es viele und Litwinenko selbst gab noch kurz vor seinem Tod dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Schuld an seiner Polonium 210-Vergiftung. Alle Beteiligten sind sich der diplomatischen Brisanz bewußt, die der Abschlußbericht von Richter Owen zum Litwinenko-Mord birgt.

  • Der Giftmord soll demnach vom russischen Geheimdienst FSB in Auftrag gegeben worden sein.
  • An Putins Mitwisserschaft zweifelt die Presse nicht wirklich.

„Putin agiert als Politiker, wie er es beim Geheimdienst gelernt hat. Das Motto heißt: täuschen und tarnen“, kommentiert die Stuttgarter Zeitung.

Nach diesem Muster sei auch die Annexion der Krim verlaufen, betont die Zeitung weiter und zieht Parallelen:

„Erst als ihm die Halbinsel keiner mehr nehmen konnte, räumte Putin die russische Beteiligung an den Militäraktionen ein. Daß feige Auftragsmorde Teil des Programms sind, scheint nun bewiesen. Die britische Innenministerin Theresa May hat recht, wenn sie sagt, die Ermordung Litwinenkos sei ein Bruch des Völkerrechts und ein Verstoß gegen das zivilisierte Verhalten. Doch wie kann der Westen auf diese Erkenntnis reagieren? Neue Sanktionen braucht es nicht. Rußland steht wirtschaftlich bereits mit dem Rücken zur Wand. Aber wer die Aufhebung dieser Strafmaßnahmen fordert, sollte spätestens jetzt schweigen.“

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„Putins Liste ist lang. Sie umfaßt die Namen Politkowskaja, Litwinenko, Chodorkowski, „Pussy Riot“, Nawalny oder Nemzow“, bemerkt die Mitteldeutsche Zeitung und fährt fort:

„Nun hat eine britische Untersuchung ergeben, daß Litwinenko 2006 einem Mordanschlag zum Opfer gefallen ist, den Putin gebilligt haben soll.

Die Betonung liegt auf „haben soll“, denn diesmal gibt es keinen letztgültigen Beweis für Putins Täterschaft.

Das Schlimme an all dem ist, daß das Szenario, das die Briten beschreiben, höchst plausibel erscheint. In den Naturwissenschaften gilt: Je einfacher eine Theorie ist, desto wahrscheinlicher sie.“

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Die Eisenacher Presse prophezeit eine deutliche Verschlechterung der ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen London und Moskau:

„‚Wahrscheinlich‘, ‚möglicherweise‘ sei der Mord durch den Kreml-Chef persönlich genehmigt worden. Rechtlich ist das wenig von Belang. Eine Untersuchung ist eben nur eine Untersuchung und kein Prozeß mit all seinen Konsequenzen. Und so muß bei all der Spekuliererei auch für Putin die Unschuldsvermutung gelten. Die Situation bleibt also festgefahren, vor allem weil Moskau die Auslieferung der beiden Tatverdächtigen nach wie vor ablehnt. Das britisch-russische Verhältnis kühlt sich damit zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt noch mehr ab.

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Empfindliche Konsequenzen muß Rußland dennoch nicht befürchten meint die Nordwest-Zeitung:

„Was Richter Robert Owen im Fall Litwinenko der Öffentlichkeit präsentierte, ist diplomatischer Sprengstoff pur. Dennoch wird daraus keine neue Krise zwischen Großbritannien und Rußland entstehen. Aus zweierlei Gründen: Die Briten und deren Verbündete brauchen Rußland beim Ringen um eine friedliche Lösung im Syrien-Konflikt. Ohne Putin, der seine schützende Hand über Präsident Assad hält, wird der Krieg weitergehen.

Handfeste Beweise lieferte Richter Owen nicht, stattdessen zieht er Schlußfolgerungen aus seinen monatelangen Recherchen.

„So sehr es auch zu wünschen wäre, daß die Schuldigen bestraft werden, so wenig hat man Hoffnung, daß das geschehen wird.“

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„Der Fall Litwinenko und das westliche Zögern, daraus Konsequenzen zu ziehen, zeigt die Ohnmacht der Mächtigen: Man darf jetzt Rußland bloß nicht zu sehr vor den Kopf stoßen, denn man braucht es zur Beilegung des Syrienkonflikts.“

Das betont die Nürnberger Zeitung.

So gesehen lebe Putin weiter ruhig und ungeniert. Sei sein Ruf auch ruiniert.

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Eine härtere Tonart im zukünftigen Umgang mit dem Kreml-Chef empfehlen die Badische Neueste Nachrichten:

„Man muß mit Putin reden. Ohne Anbiederung und mit klarer Ansage. Diese Sprache wird verstanden. Wer mit Putin redet, muß wissen, wen er da vor sich hat. Und er sollte dies den Kremlchef auch wissen lassen. Das fördert gegenseitigen Respekt und verkürzt die Lösungswege. Einseitige Vorleistungen werden nur als Schwäche ausgelegt.“

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One response to “Putins Verwicklung in Litwinenko-Mord”

  1. Gute Stricher - böse Stricher - weg mit beiden ! says :

    Dissident ??? Ein Stricher Putins war er, der die Seiten gewechselt hat. So sollte es allen ergehen, die sich für irgendeinen Geheimdienst zum Stricher machen lassen. Weg mit dem Pack ! Gibt es jetzt wieder organisierte Kerzendemos ?

    Nach Abschluss der Mittelschule wurde Litwinenko 1980 in die Sowjetarmee einberufen. Ab 1988 war er in der Abteilung für Spionageabwehr des sowjetischen Geheimdienstes KGB tätig. In verschiedenen Konfliktherden der Sowjetunion und später Russlands war er an Kampfeinsätzen beteiligt. Beim FSB, einer russischen Nachfolgeorganisation des sowjetischen KGB, war Litwinenko im Kampf gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität eingesetzt.

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