Rußland will Ölkonzern ROSNEFT verkaufen

Der Rubel verliert kräftig an Wert.

Der Ölpreisverfall setzt Rußland zu: Um das klaffende Loch im Haushalt zu schließen, will Finanzminister Siluanow Staatsanteile am Ölkonzern Rosneft versilbern. Doch die Marktbedingungen für den Verkauf sind derzeit alles andere als rosig.

Weil Rußlands Einnahmen infolge des Ölpreisverfalls deutlich eingebrochen sind, will die Regierung jetzt einen Teil des Ölkonzerns Rosneft verkaufen.

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„Wir müssen eine Entscheidung treffen, woher wir das Geld nehmen“, sagte der russische Finanzminister Anton Siluanow dem Fernsehsender Rossija-1.

Dem Land droht im aktuellen Haushaltsjahr eine Haushaltslücke von umgerechnet 36 Milliarden Euro. Für 2016 war die Regierung von einem Ölpreis von 50 Dollar je Barrel ausgegangen. Zuletzt notierte dieser aber bei lediglich 27 Dollar.

Bleibe es bei dieser Differenz, würde das Land mehr als drei Billionen Rubel weniger einnehmen als geplant, führte der Minister weiter aus. Deshalb sollten 19,5% von Rosneft verkauft werden. Schon seit Jahren diskutiert die russische Regierung darüber, den Gesamtanteil von 69,5% an dem Konzern zu reduzieren. Zuletzt sollte 2013 verkauft werden, doch die Entscheidung war später wieder revidiert worden.

Der Finanzminister sagte, der fallende Ölpreis stelle den Staat vor neue Herausforderungen. In Rußland machen Energieverkäufe etwa die 1/2 der gesamten staatlichen Einnahmen aus – entsprechend angespannt ist die Wirtschaftslage im Land.

„Der Ölpreis ist auf ein 1/4 seines früheren Werts gefallen“, sagte Siluanow. „Wir müssen den Staatshaushalt mit neuen Realitäten und schrumpfenden Mitteln konstruieren.“

Laut Siluanow will die Regierung durch die erneute Privatisierung von Staatsunternehmen rund eine Billion Rubel, umgerechnet 11,8 Milliarden Euro, einnehmen.

  • Präsident Wladimir Putin hatte bereits im Dezember Rosneft und die Fluggesellschaft Aeroflot als Kandidaten für die Privatisierung genannt, äußerte zugleich Zweifel, ob die Marktbedingungen günstig seien.
  • Der Verfall des Rubels dürfte den Verkauf der Unternehmensanteile erschweren.

Weitere Ölförderländer geraten derzeit ebenfalls massiv unter Druck. So rief Venezuela am Freitag den Wirtschaftsnotstand aus.

Ein entsprechender Erlaß gibt dem sozialistischen Präsidenten Nicolas Maduro nun 60 Tage Zeit, Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur einzuleiten. Das Dekret stattet ihn mit Sondervollmachten aus. Laut Zentralbank ist die Wirtschaft des OPEC-Landes in den ersten neun Monaten 2015 um 4,5% geschrumpft.

Zugleich beschleunigte sich der Preisauftrieb auf 141,5%. Das ist höchste Inflationsrate weltweit.

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