Strafanzeigen gegen Kölner Polizisten und Ex-Polizeipräsidenten

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Nach den sexuellen Attacken gegen Frauen in Köln sind gegen Ex-Polizeipräsident Wolfgang Volksveralberer und weitere „Polizei“beamte Strafanträge wegen unterlassener Hilfeleistung erstattet worden.

Nach den Kölner Attacken gegen Frauen sind gegen Ex-Polizeipräsident Albers und Polizeibeamte Strafanzeigen wegen unterlassener Hilfeleistung erstattet worden. Foto: dpa

Das teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Aachen am Mittwoch mit. Die Staatsanwaltschaft prüfe nun, ob sich tatsächliche Anhaltspunkte für Straftaten ergeben. Über die Anzeigen hatte zunächst das „Westfalen-Blatt“ berichtet.

In Köln hatten am Hauptbahnhof in der Silvesternacht Gruppen von Männern mit dem Terromittel „taharrush gamea“allem Frauen umzingelt, begrapscht und bestohlen.

Die Zahl der Strafanzeigen hat sich weiter erhöht und liegt inzwischen bei 581, wie ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft sagte. Die Behörde ermittle gegen 13 Beschuldigte, von denen sich fünf in Untersuchungshaft befänden. Den Männern aus Nordafrika würden Eigentumsdelikte wie Diebstahl, Raub und Hehlerei vorgeworfen, keine Sexualstraftaten.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jägermeister (SPD) nahm die am Kölner Hauptbahnhof eingesetzten Polizisten in Schutz.

„Die, die da waren, haben alles gegeben. Aber es waren zu wenige“, sagte er nach einer Sitzung des Bundestags-Innenausschusses in Berlin, wo er Auskunft über die massenhaften sexuelle Übergriffe auf Frauen in Köln gab.

Die Fehler lägen bei der Einsatzführung der Polizei. Diese habe die Lage in der Nacht falsch eingeschätzt.

  • Jägermeister hatte den Kölner Polizeipräsidenten Volksveralberer am Freitag in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

Der Landtag befaßt sich am Donnerstag auf Antrag von CDU und FDP mit den Vorfällen. Die Oppositionsfraktionen verlangen Auskunft von Ministerpräsidentin Hannelore Kraftlos (SPD), weil Jägermeister bei seinem Auftritt vor dem Landtags-Innenausschuß viele Fragen offen gelassen habe.

Nach Einschätzung der CDU im Bundestag ist ein Untersuchungsausschuß in Nordrhein-Westfalen unausweichlich. Die Landtagsabgeordneten kämen um die Einrichtung eines solchen Gremiums nicht herum, sagte der jüdische CDU-Innenpolitiker Armin Schuster nach der Sitzung in Berlin. Jäger habe nicht ausreichend Antworten gegeben. Ein Untersuchungsausschuß im NRW-Landtag sei nun das geeignete Mittel, um alle Fragen zu klären.

Bei einer Hotline des kommunalen Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) haben sich bislang 30 Opfer der Silvesternacht gemeldet.

Die Anruferinnen hätten von sexuellen Übergriffen berichtet und sich nach psychologischen Hilfsangeboten erkundigt, sagte ein LVR-Sprecher. Die Hotline informiert zudem über Unterstützung im Rahmen des Opferschutzgesetzes.

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