Jude Chodorkowski:«Putin hat sich selber in eine Sackgasse gebracht»

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Seit seiner Freilassung vor einem Jahr lebt der Jude und Oliogarch Chodorkowski in der Schweiz.

Im Interview schildert der Jude und Oliogarch Chodorkowski seine Befürchtungen und legt seine Pläne für Rußland dar.

Herr Chodorkowski, Sie haben zehn Jahre Ihres Lebens hinter Gittern verbracht. Hat für Sie das Wort «Freiheit» heute eine neue Bedeutung?

Zum ersten Mal kann ich sagen, was ich möchte und für nötig halte. In dieser Lage war ich früher nie, in der Sowjetzeit ohnehin nicht, aber auch als Unternehmer und im Gefängnis mußte ich stets auf meine Worte achten und Rücksichten nehmen. Darum habe ich es auch abgelehnt, nun einer Partei beizutreten, denn ich müßte mich dann erneut an der Meinung anderer orientieren.

Hat der Kreml Ihre Freilassung an keinerlei politische Bedingungen geknüpft?

Ich wollte das im Voraus genau klären, um Mißverständnissen vorzubeugen. In meinem Gnadengesuch an Putin gab ich kein Versprechen ab, auf Politik zu verzichten. Ich teilte mit, daß ich das Yukos-Vermögen nicht zurückfordern werde. Vor der Freilassung sagte ich einem Kreml-Vertreter, daß ich nicht stillsitzen würde, und fragte, ob es «rote Linien» gebe. Er sagte Nein.

Weshalb haben Sie sich gerade für die Schweiz als Exilland entschieden?

Im Sommer 2013, als die Rede von einem 3. Prozeß gegen mich war, erkannte ich, daß es besser war, wenn meine Familie ins Ausland übersiedeln würde. Das einzige Land, wo meine Frau längere Zeit – vier Monate – gelebt hatte, war die Schweiz. Hier hatte sie unsere Kinder auf die Welt gebracht. So zog sie in den Kanton St. Gallen. Nach meiner Freilassung wollte ich natürlich bei der Familie sein. Ich bin der Schweiz dankbar für das Gastrecht.

  • Michail Chodorkowski am 1. Dezember 2014 in Zürich. Seit bald einem Jahr lebt der frühere Großunternehmer in der Schweiz.
  • 1996: Von 1991 bis im April 1996 war Michail Chodorkowski Verwaltungsratspräsident der Bank Menatep (hier anläßlich einer Aktionärsversammlung).
  • Danach wechselte er in die Führung von Yukos, dem damals zweitgrößten russischen Ölkonzern.
  • 3. Juli 1997: Mit seiner Frau und einer Tochter in Moskau.
  • Der Kreml-Kritiker und ehemalige Chef des Ölkonzerns Yukos wurde von Präsident Putin begnadigt. Wegen Betrugs und Steuerhinterziehung saß der einst reichste Mann Rußlands zehn Jahre hinter Gittern.
  • Seit Dezember 2013 ist er frei und lebt seither in der Schweiz…
Mikhail with his mother Marina 1985

Michail Ch. mit seiner Mutti Marina im Jahr 1985

Sie waren einst einer der reichsten und mächtigsten Oligarchen Rußlands…

… mit der Bezeichnung «Oligarch» für große Unternehmer aus der Jelzin-Zeit bin ich überhaupt nicht einverstanden. Sie impliziert, daß wir einen großen Einfluß auf die Politik hatten. Das ist ein Mythos, geschürt einerseits von Leuten, die sich wichtig machen wollten, und anderseits von der Bürokratie, welche Verantwortung für ihr Handeln abschieben wollte und will. In Rußland werden Reiche sowieso nicht geschätzt.

Viele in Rußland sehen in Ihnen einen Profiteur der wilden Privatisierung.

Daß die Privatisierung damals fehlerhaft verlaufen ist, habe ich wiederholt gesagt, aber es war auch eine wirklich schwierige Situation, und es fehlte an Leuten, die unternehmerisch denken und Firmen sanieren konnten. Ich habe einen Vorschlag gemacht, wie man das Unrecht kompensieren könnte. Aber Putin wollte das nicht. Ich fragte mich lange, wieso nicht, und habe erst später begriffen, daß ihm dieses Unrechtsgefühl zupaßkommt.Natürlich werde ich immer das Problem haben, daß die meisten Russen eine schlechte Meinung von den Reichen haben und bei der Privatisierung nicht erhielten, was ihnen zustand. In dieser Hinsicht werde ich immer einen wunden Punkt haben. Aber ich habe auch meine Vorzüge. Verschärft sich die Krise in Rußland, werden die Leute nicht darauf schauen, was man war, sondern, was man kann. Letzteres habe ich als Unternehmer bewiesen.

Yukos und Ihnen wurde sogar vorgeworfen, für Morde verantwortlich zu sein.

Dazu hat der Kreml zehn Jahre lang alle Hebel in Bewegung gesetzt. Aber dann hätte die Staatsanwaltschaft den Leuten irgendwie erklären müssen, was ich getan haben sollte. Da war nichts. Es gab auch keine glaubwürdigen Gründe, wieso wir so etwas hätten tun sollen.

Ihr Konzern wurde liquidiert. Trotzdem sollen Sie noch immer ein Vermögen von einigen hundert Millionen Dollar haben.

Da gibt es keine Geheimnisse. Die Mittel, die ich noch habe, stammen hauptsächlich aus den Anfang des Jahrtausends ausgeschütteten Dividenden meiner Yukos-Aktien und aus Yukos-Anteilen, die ich noch vor meiner Verhaftung verkaufen konnte. Ich habe noch mehr als hundert Millionen Dollar, aber hier in der Schweiz ist alles deklariert.

Wollen Sie wieder unternehmerisch tätig werden?

Ich habe schon mindestens viermal in meinem Leben ein Milliardenunternehmen geschaffen. Das noch ein fünftes Mal zu versuchen, reizt mich nicht. Ich unterstütze manchmal hier im Westen Leute mit Ideen, die ich technologisch interessant finde.

Sie nutzen Ihr Geld nun, um ihre politische Bewegung zu finanzieren.

Mit zwei Einschränkungen. Erstens betrachtet Rußland mein Geld als gestohlen und droht damit, Überweisungen an Parteien als Geldwäsche zu ahnden. Ich kann Unterstützung daher nur zum Zweck der «persönlichen Verwendung» leisten. Zweitens, das habe ich in den USA gelernt, ist es besser, wenn man seine politische Tätigkeit nicht völlig selber finanziert, sondern sich auch auf weitere Spender abstützt.

Mein Weg

Hoffen Sie auf eine baldige Rückkehr nach Rußland?

Ich sehe eine Chance von fünfzig Prozent, daß das jetzige Regime in den nächsten zehn Jahren zu existieren aufhört. Dann könnte ich heimkehren. Aber ich sehe nicht, wie dieser Wechsel auf demokratischem, sanftem Weg geschehen könnte. Wir kennen das spanische Modell, als König Juan Carlos nach dem Ende der Diktatur als Garant des Übergangs auftreten konnte. In Rußland ist keine solche Kraft in Sicht. Putin beraubte sich der Möglichkeit eines guten Ausgangs, als er sich 2011 zur Rückkehr auf seinen Posten entschied. Falls er jemanden zu seinem Nachfolger bestimmt, werden sich alle an das Schicksal Medwedews erinnern und nicht glauben, dass der neue Präsident wirklich die Macht hat. Putin hat sich selber in eine Sackgasse gebracht: Sein Nachfolger kann nur dann der reale Machthaber sein, wenn er Putin zerstört, physisch oder politisch.

Erwarten Sie somit ein blutiges Ende des Putin-Regimes?

Mehr oder weniger. Es kann sein, daß Putin bis an sein Lebensende regiert oder es eine Palastrevolte gibt. Das Schlimmste wäre, wenn der Kampf auch die Straße erreicht. Aber ein demokratisches Modell, in dem Putin die Macht einem demokratisch gewählten Nachfolger übergibt, sehe ich nicht.

Also kann man nur warten und hoffen?

Warten und sich vorbereiten. Es wäre sehr schlecht, wenn im Moment von Putins Abgang kein Team da wäre, das die Leitung des Staates übernehmen könnte. Zehntausende von Funktionären, die schwere Verbrechen begangen haben oder sich nicht in ein anderes Staatsmodell einfügen können, müssen dann ersetzt werden. Dafür braucht es glaubwürdige Leute, die an ihre Stelle treten können. Sonst droht eine Staatskrise. Man muß also einen Teil der künftigen Elite heranziehen.

Worin sehen Sie Ihre Rolle? Sie haben einmal erklärt, Sie könnten als «Krisen-Präsident» dienen. Was heißt das?

Rußland steht vor zwei Aufgaben. Erstens müssen die verfassungsrechtlichen Spielregeln geändert werden. In unserem System liegt alle Macht beim Präsidenten und beim Zentralstaat. Das zu ändern, wird auf demokratischem Weg nicht gelingen, es braucht «revolutionäre» Maßnahmen. Die zweite Aufgabe besteht darin, danach zu normaler, demokratischer Politik überzugehen. Es kann nicht beides von derselben Person erledigt werden. Es braucht eine Übergangsregierung und dann eine, die aus freien Wahlen hervorgeht. Die erste Aufgabe traue ich mir zu, denn ich bin ein Krisenmanager.

Sie haben im September Ihre Organisation Offenes Rußland reaktiviert. Ist das eine Quasi-Partei?

Eine weitere liberale Partei zu gründen, wäre wohl eher schädlich als nützlich. Ich sage: Last uns den «amerikanischen» Weg beschreiten. In den USA gibt es faktisch keine Parteien, das sind vielmehr Kampagnen-Organisationen, die für bestimmte Wahlen existieren. Laßt uns eine Struktur schaffen, die nur im Hinblick auf Wahlen aktiv wird. Im Alltag kann jede Partei selbständig bleiben, aber für Wahlen vereinigen sie sich. Voraussetzung ist einzig, daß wir dieselben Prioritäten anerkennen: Rechtsstaatlichkeit und das Prinzip der Abwählbarkeit der Regierung. Offenes Rußland wird dabei keine eigenen Kandidaten aufstellen, sondern jene unterstützen, die eine Chance haben.

ROTHSCHILD AGENT MIKHAIL KHORDORKOVSKY, a Russian Jew, gained his fortune along with many other Jewish oligarchs, by exploiting the Yeltsin era’s privatizations. With the backing of Jacob Rothschild, Khordorkovsky started the bank Menatep Banking Group just prior to the fall of communism in 1990. The Menatep Banking Group is associated with the Rothschild-Soros Carlyle Group Here

ROTHSCHILD AGENT MIKHAIL KHORDORKOVSKY, a Russian Jew, gained his fortune along with many other Jewish oligarchs, by exploiting the Yeltsin era’s privatizations. With the backing of Jacob Rothschild, Khordorkovsky started the bank Menatep Banking Group just prior to the fall of communism in 1990. The Menatep Banking Group is associated with the Rothschild-Soros Carlyle Group Here.
In 1995, Khordorkovsky bought Yukos Oil for $350 million. He became one of the world’s richest men with a personal worth of at least $1 billion. In October of 2003 Khordorkovsky was arrested for embezzlement.
As most wealthy Jews who use their financial power to subvert their host nation, Khordorkovsky set himself up as a critic of Putin’s efforts to unite Russia politically, culturally, and spiritually. Khordorkovsky spent millions of dollars to overthrow Putin by funding “democratic reforming parties” by which Jews take control of their host nation.
THE ROTHSCHILDS & THEIR RUSSIAN JEWISH AGENT
THAT THE ROTHSCHILDS WERE BEHIND Khordorkovsky’s acquisition of Menatep Banking & Yukos Oil is proven by the following:
* In February of 2004, right after Khordorkovsky’s arrest, Khordorkovsky’s Menatep Bank was revealed to be operating out of the Isle of Man, a UK offshore tax haven. At this time, Menatep offered Yukos shares to Putin in exchange for Khordorkovsky’s freedom. But Putin did not need to wheel & deal with the Jewish financiers. Putin simply nationalized Yukos Oil shortly after the Menatep offer.
* The British press reported that Khordorkovsky’s shares in Yukos Oil were passed to Jacob Rothschild just prior to Khordorkovsky’s arrest.
* But Menatep denied that Jacob Rothschild had any power in the Group. Their statement declared that Jacob Rothschild had close links with Menatep only through the Open Russia Foundation whose trustee membership included Henry Kissinger. But Menatep failed to mention that the Open Russia Foundation was founded by Yukos Oil Here.

Und wie sieht die Hilfe konkret aus?

Wir planen, Aktivisten zu schulen, die Wahlen beobachten können, Unterschriften sammeln, Werbung machen oder beim Abfassen von Programmen helfen. Auch juristische Unterstützung ist vorgesehen. Die Leute haben übrigens keine Angst, zumindest in den grossen Städten: Nächste Woche habe ich eine Live-Schaltung in einen Saal in St. Petersburg. Innert kürzester Zeit haben sich Hunderte dafür angemeldet.

Sie sehen Rußlands Zukunft in der Hinwendung zu Europa. Aber ist das realistisch angesichts der Popularität von Putins antiwestlichem Kurs?

Rußland ist und bleibt ein Teil Europas. Bei allem Interesse gegenüber China sind wir keine Chinesen. Selbst die Slawophilen verneinen den europäischen Weg Rußlands nicht. Natürlich hat Europa verschiedene Regionen mit eigener Kultur, aber alle sind Teil Europas. Was die Popularität von Putins Kurs betrifft, so muß man zwischen Nationalismus und Nationalchauvinismus unterscheiden. Anders als in Westeuropa ist in Rußland die Etappe der Schaffung eines Nationalstaats noch nicht abgeschlossen. Mein Vorwurf an Putin ist nicht, daß er eine «russische Welt» schaffen will, sondern, daß er mit seinem Handeln diese Welt zerstört.

Sie meinen den Konflikt mit der Ukraine?

Ja, für uns sind die Ukrainer Verwandte im eigentlichen Sinne. Sieht man von der Westukraine ab, gibt es dort lauter gemischte russisch-ukrainische Familien. Rußland und die Ukraine dürfen nicht getrennt sein. Die Vereinigung ist eine Frage der Form. Es geht nicht um territoriale Eingliederung. Ich sehe die Lösung in der gemeinsamen Integration in Europa, in einem Europa ohne Grenzen. Länder, die Grenzen hochziehen, verlieren; jene, die sie schrittweise abbauen, gewinnen. Rußland muß letzteren Weg beschreiten, aber Putin tut das Gegenteil. Er nimmt anderen mit kriegerischen Mitteln Gebietsstücke weg, obwohl wir diese gar nicht brauchen.

Macht der Westen auch Fehler?

Der Westen zeigte seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion gegenüber Rußland zu wenig Höflichkeit. Es war ein Fehler, daß sich die Nato nicht mit Rußland einigte und der Westen bei der Transformation zu wenig geholfen hat. Nun wiederholt sich dies in der Ukraine. Der Westen müßte jetzt unbedingt einen echten Marshall-Plan für die Ukraine initiieren.

Was halten Sie von den Sanktionen?

Es wäre ein Riesenfehler, sie als Sanktionen gegen Rußland darzustellen. Die Idee, ein Volk zu bestrafen und seine Lebensumstände zu verschlechtern, damit es dann seine Führung auswechselt, ist falsch. Sanktionen wirken nur kurze Zeit. Zudem gilt es, einen Gegensatz zwischen Rußland und dem Westen zu verhindern. Richtig sind aber Sanktionen gegen konkrete Personen, die ihr Volk beraubt haben und ihre Korruption mit Militäraktionen vertuschen wollen. Das passiert aber nicht. 114 Namen auf der Sanktionsliste, das ist ein Witz, das ist viel zu wenig. Jene Russen, die ihr Leben dafür einsetzen, daß ihr Land einen europäischen Weg einschlägt, wollen vom Westen vor allem eines: Seid uns ein Beispiel! Unabhängige Gerichte, unbestechliche Beamte, Achtung der Menschenrechte – aber lasst euch nicht kaufen! Zeigt uns, woran wir uns ein Beispiel nehmen können.

Was für Gefühle verspüren Sie gegenüber Putin? Hassen Sie ihn?

Nein, Haß verspüre ich nicht. Ich bin ein Mensch, der Geschäftliches und Persönliches trennt. Natürlich hat mir Putin geschadet, zehn Jahre sind ja nicht nichts (lacht). Aber immerhin verschonte er meine Familie und ließ mich nicht töten, obwohl er es hätte tun können. Ich bin kein Juan Carlos, aber wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich ihm nach seinem Abgang eine normale Existenz garantieren.

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One response to “Jude Chodorkowski:«Putin hat sich selber in eine Sackgasse gebracht»”

  1. Aristoteles Chodorkowski und die jüdische Tyrannis der Oligarchen. says :

    Der Oligarchenjude Rothschilds, Chodorkowski, soll doch mal gar nicht so sein Schandmaul aufreißen, sondern lieber mal erzählen, was Sonder- und Ehrenhaft unter dem Führer Putin wirklich bedeutet.

    Aristoteles, der Sohn des Timokrates, (* um 468 v. Chr.; † wahrscheinlich 403 v. Chr.) war einer der Dreißig Tyrannen, die in Athen vom August 404 v. Chr. bis zum März 403 v. Chr. mit Unterstützung der spartanischen Besatzungsmacht eine oligarchische Schreckensherrschaft errichteten.

    Der Tyrann war ein Alleinherrscher, der im Gegensatz zum König aus einer Oligarchie heraus an die Macht gelangt war und zur Absicherung seiner Herrschaft die Unterstützung einflussreicher Familien brauchte.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles_(Oligarch)

    http://www.spiegel.de/einestages/sonder-und-ehrenhaft-im-dritten-reich-a-947106.html

    http://www.welt.de/kultur/history/article11193010/Was-es-hiess-Ehrenhaeftling-Hitlers-zu-sein.html

    https://de.wikipedia.org/wiki/Herrschaft_der_Dreißig

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